Wer hätte gedacht, dass aus einem Sachbuch über soziale Dynamiken in weiblichen High-School-Cliquen ein Kinohit wird, der jahrzehntelang nachhallt und sich eine Fangemeinde erarbeitet, die ihn kultisch verehrt? 2004 begann aber genau diese Erfolgsgeschichte: Tina Fey formte aus Rosalind Wisemans Ratgeber „Queen Bees And Wannabes“ die satirische Teenagerkomödie „Girls Club – Vorsicht bissig!“ und bereicherte die Filmwelt um einen Kulthit.
Der Zerrspiegel ungesunder High-School-Verhaltensweisen hat sich seither bei unzähligen Filmfans ins Gedächtnis gebissen. Das hat er seinem zügigen Tempo, seinen herrlich eskalierenden Teenie-Konflikten und einer Vielzahl an denkwürdigen Zitaten zu verdanken – sowie seinem erstklassigen Cast.
Egal, ob ihr eine popkulturelle Wissenslücke schließen oder das spitzfindige Vergnügen mit Rachel McAdams, Amanda Seyfried und Lindsay Lohan erneut schauen möchtet, nun bietet sich eine Gelegenheit dazu: Ab sofort ist „Girls Club“ bei Amazon Prime Video im Abo enthalten.
Zusätzlich zum feisten Kultklassiker von „Freaky Friday“-Regisseur Mark Waters ist jetzt „Girls Club 2“* im Prime-Video-Abo zu finden. Vor der Fernsehproduktion würden wir euch allerdings abraten, es sei denn, ihr habt einen ausgeprägten Drang zum Komplettismus.
Denn das mit einem komplett neuen Cast (abgesehen von Nebendarsteller Tim Meadows) versehene, inhaltlich bloß dürftig mit dem Vorgänger verbundene Sequel ist ziemlich zahnlos. Schaut euch dann lieber das Musical-Remake „Mean Girls – Der Girls Club“ an!
Darum geht es in "Girls Club"
Die 16-jährige Cady Heron (Lindsay Lohan) ist in Afrika aufgewachsen, doch jetzt zieht sie mit ihren Eltern nach Nordamerika. Dort erwartet sie direkt ein doppelter Kulturschock, denn nicht bloß die generellen Unterschiede zwischen ihrer alten Heimat und dem US-Staat Illinois zwingen Cady dazu, sich anzupassen. Vor allem hat sie damit zu kämpfen, erstmals eine öffentliche Schule zu besuchen und sich somit in ganz speziellen sozialen Dynamiken voller Widerhaken zu bewegen.
Als sie an eine abgehobene Clique namens „The Plastics“ gerät, die aus Regina George (Rachel McAdams), Gretchen Wieners (Lacey Chabert) und Karen Smith (Amanda Seyfried) besteht, muss sie nach deren Pfeife tanzen. Aber selbst als höriges „The Plastics“-Neumitglied ist Cady nicht immun gegen Drama – ganz im Gegenteil...
High School ist einfach wild!
Teenager, die sich wie wilde Tiere benehmen, dauernd um ihr Revier sowie ihren Platz in der sozialen Nahrungskette kämpfen, und sich sprichwörtlich zerfleischen: „Girls Club“ lässt kein gutes Haar daran, was passiert, wenn brodelnde Hormone auf engem Raum aufeinandertreffen und bloß desinteressiertes oder überfordertes Lehrpersonal eingreifen kann.
Das gerät dank des zügigen Erzählflusses und der spitzzüngigen Dialoge in Tina Feys Skript genauso amüsant wie stichelnd – und Regisseur Mark Waters lässt seine Besetzung in einem gesunden Maße übertreiben: Derart, dass es als kecke Satire erkennbar ist und die bewusst-konstruierte Story angesichts dieser Dickschädel unvermeidbar wirkt. Aber nie so sehr, dass der Wirklichkeitsbezug zu den frech kommentierten, vorgeführten Sozialdynamiken verloren geht.
Dass Amanda Seyfried hier ein herrlich liebenswertes (vermeintliches) Dummerchen abgibt, Rachel McAdams in der Rolle der gerissenen Oberzicke geradezu aufgeht und Lindsay Lohan auf kurzweilige Weise nahtlos von naiv zu unbewusst-intrigant zu kontrollsüchtig gleitet, kommt dem Film selbstredend auch enorm zugute. Übrigens: Lohan punktete vergangenes Jahr in einer überraschend gelungenen Komödie, die alte und junge Filmfans zugleich anspricht. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem folgenden Heimkino-Tipp:
Heimkino-Tipp: Der zweitbeste Disney-Film des Jahres – mit einer von Quentin Tarantinos größten Entdeckungen!Unsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.
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