Lindsay Lohan feierte ihren Durchbruch als begnadete Jungdarstellerin in Disney-Produktionen. So meisterte sie eine Doppelrolle in „Ein Zwilling kommt selten allein“ und rockte (sprich- und wortwörtlich) in der Körpertauschkomödie „Freaky Friday“ an der Seite von „Halloween“-Ikone Jamie Lee Curtis. Diesen Sommer absolvierte Lohan ihre feierliche Rückkehr in die Welt fescher, die ganze Familie ansprechender Disney-Späße:
Mit „Freakier Friday“ bekam der von Quentin Tarantino gefeierte Kulthit aus dem Jahr 2003 eine späte, erstaunlich liebenswerte Fortsetzung. Erneut mischt Curtis mit, zudem ist eine neue, junge Garde vielversprechender Talente mit von der Partie. Jetzt ist „Freakier Friday“ auf DVD und Blu-ray im Heimkino erhältlich.
Falls ihr physischen Medien abgeschworen habt, könnt ihr den Titel als VOD via Amazon Prime Video* beziehen. Zudem ist die Körpertauschkomödie bei Disney+* im Abo enthalten! Ganz gleich, für welchen Weg ihr euch entscheidet: Mit „Freakier Friday“ gönnt ihr euch den zweitbesten Film, den die Disney-Studios 2025 (bislang) veröffentlicht haben – so jedenfalls das Urteil des passionierten Disney-Fans, der diesen Heimkino-Tipp verfasst hat.
In meinen Augen gelingt der Komödie mit Leichtigkeit die Balance zwischen heimeliger Nostalgie und aufgeweckter Aktualisierung einer bekannten Grundidee, an der sich die diesjährigen Disney-Realfilmremakes und „Tron: Ares“ mit weniger Glück versucht haben. Nur „Zoomania 2“ ist in meinem Disney-Ranking 2025 an diesem spaßigen, durchaus auch rührenden Zusammenprall der Generationen vorbeigezogen!
Darum geht es in "Freakier Friday"
Anna (Lindsay Lohan) hat längst ihre Rockstar-Träume begraben und ist nun Managerin des Popstars Ella (Maitreyi Ramakrishnan) – und somit beruflich quasi ebenso Mutter wie privat. Mit ihrer Tochter Harper (Julia Butters) läuft es aktuell allerdings nicht glatt: Sie ist stinksauer, dass sich Anna in Eric (Manny Jancito) verliebt hat, den Vater von Harpers Highschool-Feindin Lily (Sophia Hammons).
Während Harpers podcastende Oma Tess (Jamie Lee Curtis) den Familiensegen zu kitten versucht, gleichen Annas Zukunftspläne einer Granate, die in den Porzellanladen geworfen wird. Da ist es Fluch und Segen zugleich, dass sich kurz vor Annas und Erics Hochzeit übernatürliche Kräfte zeigen: Anna wacht in Harpers Körper auf, Lily in Tess' Körper – und umgekehrt!
Ein Tarantino-Casting-Coup
Es ist passend, dass sich die Fortsetzung eines von Tarantino zelebrierten Disney-Kultfilms am hervorragenden Näschen für Talent orientiert, dass der „Kill Bill“-Regisseur und Castingdirektorin Victoria Thomas bei „Once Upon A Time In... Hollywood“ an den Tag gelegt haben: Viel wurde schon darüber geschrieben, dass sich die Manson-Family darin aus Hollywoods Zukunft zusammensetzt – wie Margaret Qualley, Austin Butler, Sydney Sweeney und Oscar-Gewinnerin Mikey Madison.
Doch auch an anderer Stelle erstaunt „Once Upon A Time In... Hollywood“ mit geballtem Talent: In einer Szene lernt Leonardo DiCaprio als abgehalfterter Schauspieler Rick Dalton die eloquente, neunmalkluge Jungschauspielerin Trudi Fraser kennen. Die wird mit faszinierendem Selbstbewusstsein und punktgenauem komödiantischem Timing von Julia Butters gespielt. In Interviews nannte DiCaprio diese Szenendiebin bewundernd eine „junge Meryl Streep“.
„Once Upon A Time In... Hollywood“ war zwar nicht Butters' erster Einsatz vor der Kamera, wohl aber ihr erster nennenswerter: Zuvor hatte sie bloß vernachlässigbare Rollen, unter Tarantino empfahl sie sich dagegen für eine lange, glänzende Karriere. In „Freakier Friday“ beweist sie, dass dies kein zufälliger Ausreißer nach oben war: Als genervter Freigeist mit sensiblem Charakter unter rauer Schale respektive (nach dem Körpertausch) als Ex-Rockerin, die sich in die Rolle einer betont vernünftigen Mutter eingelebt hat, und nun überzeugend als flippiger Teenie in Erscheinung treten will, holt sie viel Witz und Charme aus der Prämisse heraus.
Generationenkonflikt, aber spaßig und herzlich
Generell ist der zentrale „Freakier Friday“-Cast blendend aufgelegt: „Das Geheimnis der Mumie“-Darstellerin Sophia Hammons gibt eine hervorragende, liebevolle Jamie-Lee-Curtis-Persiflage, und die „Halloween“-Ikone schließt nahtlos an ihrer im ersten Teil bewiesenen, glänzenden Dynamik mit Lohan an. Und beide „Freaky Friday“-Veteraninnen haben eine ansteckende, gewaltige Freude daran, wieder jung zu spielen.
Die für das Skript verantwortliche „Dollface“-Schöpferin Jordan Weiss und „Late Night“-Regisseurin Nisha Ganatra legen aber keineswegs den alleinigen Fokus auf Spaß rund um den Generationenkonflikt: „Freakier Friday“ greift beiläufig, aber gekonnt das Thema auf, dass man sich im Laufe seines Lebens aufgrund wechselnder Umstände und eines sich wandelnden Umfelds immer wieder neu erfinden muss.
Dank des sich gegenseitig toll die Bälle zuspielenden Casts und Ganatras Gespür für Stimmungsschwankungen vermittelt „Freakier Friday“ trotz eines leicht holprigen Auftakts diese Botschaft ebenso plausibel wie unterhaltsam. Ob Tarantino an diesem Sequel ähnlich viel Freude hat wie an „Freaky Friday“ ist derweil noch nicht bekannt. Wohl aber, dass er euch unseren folgenden Heimkino-Tipp ans Herz legen würde:
Von Quentin Tarantino empfohlen: Dieser extrem charmante Klassiker ist viel zu unbekannt – jetzt im Heimkino nachholen!*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.
Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.