"Backrooms" hat keine Post-Credit-Szene – darum solltet ihr trotzdem unbedingt sitzenbleiben
Stefan Geisler
Stefan Geisler
-Redakteur
"Tanz der Teufel 2" und ein manisch-lachender Bruce Campbell haben Stefans Horror-Herz gestohlen. Seitdem kann er nicht mehr ohne: "Der Babadook", "Halloween" und "The Lords of Salem" - Horrorfilme gehören für Stefan einfach zu einem guten Filmabend.

In Zeiten der Marvel-After-Credit-Mania stellt sich natürlich die Frage, ob nach dem Abspann vielleicht noch eine Szene versteckt ist. Bei „Backrooms“ ist das nicht der Fall, dennoch lohnt es sich, noch ein bisschen länger im Kinosessel zu verweilen.

Mit 111 Minuten kratzt „Backrooms“ zwar an der Zwei-Stunden-Marke. Da kann es logischerweise schon einmal passieren, dass die Füße kribbeln und die Blase drückt – insbesondere, wenn man sich zuvor einen Liter Cola in den Rachen geschüttet hat. Doch im Horror-Genre sind Post-Credit-Szenen ein beliebtes Mittel, um noch einmal einen fiesen Schockmoment einzubauen, eine Fortsetzung anzukündigen oder zu offenbaren, dass das Monster doch noch nicht besiegt ist.

Die gute Nachricht für alle, die den Kinosaal schnellstmöglich verlassen möchten: Bei „Backrooms“ gibt es keine Post-Credit-Szene. Ihr verpasst also keine handlungsrelevanten Informationen, wenn ihr direkt mit dem Einsetzen des Abspanns aus dem Sitz aufspringt. Warum es sich dennoch lohnt, bis zum Ende zu bleiben beziehungsweise zumindest zuzuhören, erfahrt ihr im folgenden Absatz.

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Wer noch etwas im Saal verweilt und sich den Abspann von „Backrooms“ anschaut, bekommt den Song „The Word Becomes Flesh“ der IDM-Künstler Boards Of Canada zu hören. Das schottische Electronica-Duo ist bekannt für seinen psychedelischen Klang, der durch hypnotische Melodien und Samples aus Film und Fernsehen entsteht, die teilweise stark verfremdet in die Stücke eingebaut werden.

Die Musik von Boards Of Canada wirkt oft so, als würde man eine alte, leiernde VHS-Kassette abspielen. Vieles klingt seltsam vertraut, beinahe so, als kenne man die Melodien bereits aus der Kindheit. Gleichzeitig erzeugen die starken Verzerrungen – etwa rückwärts abgespielte Melodien und Samples – ein schwer greifbares Gefühl der Beklemmung. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist das Album „Geogaddi“. Auch der Song „Gyroscope“ wurde bereits wirkungsvoll im Horrorfilm „Sinister“ eingesetzt.

Boards Of Canada und ihr Einfluss auf "Backrooms"

Auch „Backrooms“-Regisseur Kane Parsons ist dem Charme der Band verfallen. In einem Interview mit der GQ hat er sogar verraten, dass Boards Of Canada eine wichtige Inspirationsquelle für seinen Film war. Verwunderlich ist das nicht, schließlich wird der Horror in „Backrooms“ auf ähnliche Art und Weise erzeugt: Die Verfremdung eigentlich vertrauter Schauplätze und Gegenstände, die ihrer gewohnten Funktion enthoben werden.

Wie unheimlich menschenleere Büroräume, ein Haufen zusammengerückter Stühle oder ein Raum voller Sofas sein können, wissen wohl alle Zuschauer*innen von „Backrooms“. Wer also mit dem eigensinnigen Grusel von „Backrooms“ etwas anfangen kann, der dürfte auch sein Ohr für Boards Of Canada begeistern können. Ihr wollt noch mehr schaurige Tipps? Dann werft doch einen Blick in unsere Streaming-Empfehlung:

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