Ist eine der meistgehassten "Spider-Man"-Figuren jetzt im MCU? Darum sorgt "Brand New Day" für neue Spekulationen

In „Spider-Man: Brand New Day“ tritt in einer kleinen Rolle womöglich eine berüchtigte Marvel-Figur auf. Zumindest gibt es jetzt neue Hinweise, welche die wahre Identität einer Person verraten könnten.

Nach dem Ende von „Spider-Man: No Way Home“ musste Peter Parker (Tom Holland) akzeptieren, dass sich weder MJ (Zendaya) noch Ned (Jacob Batalon) an ihn erinnern können. In „Spider-Man: Brand New Day“ kreuzen sich ihre Wege zwar wieder, doch zumindest in MJs Leben hat sich seitdem einiges getan. Sie hat inzwischen einen neuen Freund. Gespielt wird dieser von „Ahsoka“-Star Eman Esfandi, der im Film allerdings nur einen kurzen Auftritt absolviert und selbst im Abspann lediglich als „The Boyfriend“, also „Der Freund“, aufgeführt wird. Trotzdem könnte Marvel längst einen ziemlich großen Hinweis auf seine Identität versteckt haben.

Mehrere Kinobesucher*innen aus aller Welt berichten nämlich, dass die Figur bei Vorstellungen mit Untertiteln teilweise namentlich benannt wird. Dort wird MJs neuer Freund als „Paul“ identifiziert. Dieser Name versetzte Comic-Fans sofort in Alarmstimmung. Bei den Spekulationen, welche Figur aus den Comics Esfandi spielen könnte, fiel schließlich bereits immer wieder ein Name: Paul Rabin.

Paul Rabin erklärt: Er ist der neue Freund von Mary Jane in den Comics

Bestätigt ist das bislang ausdrücklich nicht, doch für Aufregung sorgt es trotzdem. Denn sollte Eman Esfandis Figur tatsächlich auf Paul Rabin basieren, hätte Marvel eine der kontroversesten Figuren der jüngeren „Spider-Man“-Geschichte ins MCU geholt. Paul Rabin tauchte erstmals 2022 in der Comicreihe „The Amazing Spider-Man“ auf. Seine Geschichte hängt dort unmittelbar mit der Beziehung zwischen Peter Parker und Mary Jane zusammen.

Mary Jane steckt hier mit Paul in einer anderen Dimension fest, in der die Zeit anders vergeht. Während Peter es schon nach mehreren Tagen in seiner Zeit schafft, sie zu retten, verbringen die beiden in Wirklichkeit dort mehrere Jahre Seite an Seite. In dieser langen Zeit kommen sie sich näher und adoptieren sogar gemeinsam zwei Kinder (die später allerdings als magisch erschaffene Wesen entlarvt werden). Als Mary Jane und Paul in das Haupt-Universum zurückkehren können, bleiben sie zusammen.

Darum hassen Comic-Fans Paul Rabin

Die Comic-Figur Paul Rabin und der von Eman Esfandi gespielte neue Freund haben also einige Parallelen. Sowohl in „Spider-Man: Brand New Day“ als auch in den Comics wird Peter plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass seine große Liebe, mit der er eigentlich eine gemeinsame Zukunft wollte, während seiner Abwesenheit ein völlig neues Leben begonnen hat.

In den Comics löste Paul Rabin einen wahren Shitstorm aus. Mit dem berüchtigten Comic-Event „One More Day“ wurde 2007 die Ehe von Spider-Man und Mary Jane ausgelöscht. Seitdem fieberten Fans darauf hin, dass das Marvel-Traumpaar wieder zusammenfindet. Alles deutete an, dass diese Wiedervereinigung unmittelbar bevorsteht. Doch dann kam Paul Rabin. Dass der noch der Sohn eines Superschurken war, machte die Sache nicht besser.

Paul wurde innerhalb kürzester Zeit zu einer der unbeliebtesten Figuren der „Spider-Man“-Comics – auch weil viele Fans der Überzeugung waren, dass die Figur und die ganze Story rund um Mary Janes Entscheidung für ihn richtig schlecht geschrieben waren. Der Hass auf ihn entwickelte sich sogar zu einem eigenen Running Gag innerhalb der Fan-Community. Das Verb „to paul“ wurde schließlich zu einem stehenden Begriff dafür, wenn ein Autor eine geliebte Paarung zerstört, indem er aus dem Nichts einen blassen, unbeliebten Nebenbuhler einfügt.

"Brand New Day"-Fans uneins: Meta-Gag oder Ragebait

In den Comics ist die Geschichte mittlerweile beendet. Mary Jane und Paul trennten sich, im April 2026 wurde die Figur Paul Rabin in den Vorlagen sogar umgebracht. Auch wenn wir alle wissen, dass in Comics Tote nur selten tot bleiben, sahen das viele Fans als Eingeständnis eines Fehlers und Wiedergutmachung von Marvel. Dass die Figur jetzt womöglich im Kino plötzlich auftaucht, entsetzt daher einige Leute. Sie werfen dem Konzern sogar Ragebait vor, also den Versuch, gezielt Wut und Empörung auszulösen.

Doch viele sehen das auch anders. Womöglich erlaubt sich Marvel einfach nur einen Spaß, zumal die Figur klein bleibt und kaum Gewicht für die Handlung hat. Dass das MCU künftig die Geschichte der Vorlagen in irgendeiner Form noch aufgreift, darf ohnehin bezweifelt werden. Marvel hat mit dem Namen womöglich nur einen kleinen Meta-Gag als maximal provokante Antwort auf die Frage, wen MJ nach Peter daten könnte, für die Comic-Leserschaft eingebaut.

Wichtig ist zudem noch einmal: Es gibt keinerlei Bestätigung dafür, dass Paul wirklich als Name für die Figur gedacht ist. Schließlich verwundert es, dass Marvel den Namen dann nicht auch in den Abspann gepackt hat. Zudem gibt es auch noch überraschende Berichte aus Mexiko. Während die Figur sonst überall auf der Welt in Untertiteln mit dem Namen „Paul“ versehen ist, berichten Fans auf Reddit, dass er dort „Nate“ heiße.

Mit der Frage, ob der Punisher bereits in einem anderem Spidey-Kinofilm versteckt war, beschäftigt sich derweil der folgende Artikel:

22 Jahre lang übersehen: Versteckt sich der Punisher bereits im besten "Spider-Man"-Film?

Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
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