Es kommt immer wieder vor, dass Filme an den Kinokassen unter den Erwartungen bleiben. In diesem Jahr traf es beispielsweise die unorthodoxe Frankenstein-Variation „The Bride!“, den Sci-Fi-Actioner „Mercy“ mit Chris Pratt oder den Superhelden-Blockbuster „Masters Of The Universe“. Doch dass ein Film zunächst nur einen einzigen (!) Zuschauer vor die Leinwand lockt, das ist in der Kinogeschichte wohl absolut einzigartig!
Tatsächlich ist genau das geschehen, als im Jahr 2017 das Kriegsdrama „Man Down“ in die britischen Kinos kam, das mit einer durchaus namhaften Besetzung aufwarten kann: „Transformers“-Star Shia LaBeouf, „Fantastic Four“-Darstellerin Kate Mara und Oscar-Preisträger Gary Oldman („Die dunkelste Stunde“). Wobei wir eigentlich hätten schreiben müssen: „in ein britisches Kino kam“ – denn tatsächlich startete der von Dito Montiel („Riff Raff – Verbrechen ist Familiensache“) inszenierte Film in Großbritannien nur in einem einzigen Lichtspielhaus, nachdem er bereits rund eineinhalb Jahre zuvor seine Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig gefeiert und anschließend nur eine sehr begrenzte Kinoauswertung erhalten hatte.
Für die Macher ist es natürlich schon schlimm genug, wenn ihr Film nur auf einer einzigen Leinwand überhaupt zu sehen ist – aber im Fall von „Man Down“ kam es noch ärger: Nur ein einsamer Zuschauer verirrte sich am britischen Startwochenende in den Kinosaal und bescherte dem Werk somit ein Einspielergebnis von 7 Pfund. Man muss wohl kaum erwähnen, dass „Man Down“ schnell wieder aus dem Kino verschwunden ist und ihm in den meisten anderen Ländern, darunter Deutschland, lediglich ein DVD-Release vergönnt war.
Das ist "Man Down"
Aber ist der Film eigentlich wirklich so schlecht? Schaut man sich den Score auf der US-amerikanischen Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes an, muss die Antwort ganz klar lauten: Ja. Lediglich 17 Prozent der ausgewerteten Rezensionen fallen überwiegend positiv aus. Interessanterweise scheint das Publikum aber deutlich überzeugter von „Man Down“ – der User-Score beträgt immerhin solide 60 Prozent.
Und darum geht’s: Shia LaBeouf verkörpert den Afghanistan-Veteranen Gabriel Drummer, der nach seinem Kriegseinsatz verzweifelt versucht, seine verschwundene Frau und seinen Sohn wiederzufinden. Unterstützung erhält er dabei von seinem Freund Devin Roberts (Jai Courtney), während Gespräche mit dem Militärpsychiater Peyton (Gary Oldman) nach und nach weitere Details über Gabriels Vergangenheit und seine Kriegserlebnisse ans Licht bringen.
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