„Man nehme eine dem Genre entsprechende Handlung, die reichlich Raum für ausgefeilte Action-Sequenzen lässt, eine Prise ‚Matrix‘, würzt mit einem ordentlichen Schuss John Woo nach und schüttelt das Ganze kräftig durch“, fasste die offizielle FILMSTARTS-Kritik im Jahr 2002 das durchaus vielversprechende Rezept von „Ballistic: Ecks Vs. Sever“ zusammen.
Doch statt des potenziellen Blockbusters komme dabei in diesem Fall ein „völlig missratener Action-Thriller“ heraus, „der fernab eigener Innovationen im eng geschnürten Korsett seiner großen Vorbilder gefangen ist und zu keinem Zeitpunkt aus deren Schatten tritt.“
Am Ende gab es müde 1,5 von 5 Sternen für den Mega-Flop, in dem FBI-Agent Jonathan Ecks (Antonio Banderas) und die ehemalige NSA-Agentin Sever (Lucy Liu) in einem waghalsigen Katz-und-Maus-Spiel gegeneinander antreten müssen, nur um bald festzustellen, dass sie denselben geheimen Auftraggeber haben. Und viel mehr dürfte kaum eine andere Kritik für den von Wych Kaosayananda unter dem Pseudonym Kaos inszenierten Film übrig gehabt haben.
Während das Publikumsinteresse mehr als gering blieb – bei einem Budget von 70 Millionen US-Dollar konnte „Ballistic: Ecks Vs. Sever“ lediglich 20 Millionen in die Kinokassen spülen! –, zerriss die Fachpresse das Werk erbarmungslos in der Luft.
0 Prozent auf Rotten Tomatoes!
Davon zeugen 0 (!) Prozent positiver Rezensionen auf der US-amerikanischen Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes – bei immerhin 117 ausgewerteten Texten! Schaut man sich die Zusammenfassungen der Kritikerstimmen an, wird mit Gemeinheiten nicht gespart: Micheal Compton von der Bowling Green Daily News empfahl beispielsweise, sich „lieber anderthalb Stunden lang den Kopf gegen die Wand [zu schlagen]“, denn „das hätte denselben Effekt“, wie sich „Ballistic: Ecks Vs. Sever“ anzuschauen.
„Ich schätze, nicht jeder schlechte Film wird es später zum Kultobjekt bringen“, schrieb wiederum William Bibbiani von Consequence. „Manche Filme sind einfach nur schlecht.“ Auch Kritiker-Papst Roger Ebert vergab einen halben von vier möglichen Sternen und setzte das „unbeholfene Chaos“ später auf die Liste mit seinen persönlichen Hassfilmen.
Die konkreten Kritikpunkte sind dabei meist dieselben und deuten sich bereits in unserem Eingangszitat an: „Ballistic: Ecks Vs. Sever“ bediene sich ausgiebig bei „Matrix“ oder den Filmen von Hongkong-Action-Koryphäe John Woo („The Killer“, „Im Körper des Feindes“), ohne auch nur im Entferntesten an die Qualitäten seiner Vorbilder heranzureichen – vielmehr handele es sich bei dem Actioner um eine blasse und ziemlich konfuse Kopie, in der auch die beiden Stars ziemlich verloren wirken würden. Wych Kaosayananda, der mit „Fah“ zuvor einen riesigen Erfolg in seiner Heimat Thailand gefeiert hatte und mit „Ballistic“ sein Hollywood-Debüt gab, hat übrigens behauptet, den Film nie gesehen zu haben – vielleicht eine weise Entscheidung!
Ebenfalls 0 Prozent auf Rotten Tomatoes hat übrigens ein Superheldenfilm, der damit wohl offiziell der schlechteste Beitrag zu seinem Genre ist. Im folgenden Artikel erfahrt ihr, um welchen Film es geht: