Mit „Glaube“ startet am 29. Oktober 2026 einer der großen spanischen Festival- und Filmpreis-Erfolge der jüngeren Vergangenheit auch in den deutschen Kinos. Das Drama von Alauda Ruiz de Azúa feierte beim renommierten San Sebastián International Film Festival im Herbst 2025 Premiere und wurde dort direkt mit der Goldenen Muschel als Bester Film ausgezeichnet. Später folgte bei den Goya Awards 2026, dem spanischen Gegenstück zu den Oscars, ein weiterer großer Triumph: „Glaube“ gewann hier gleich fünf Preise. Zum Gewinn in der Königskategorie Bester Film kamen auch noch Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin und Bestes Originaldrehbuch.
Auch wir konnten „Glaube“ bereits sehen und sind begeistert. Der deutsche Trailer, den wir euch exklusiv zuerst hier auf FILMSTARTS präsentieren dürfen, unterstreicht, dass der Film, der in Spanien bereits rund 800.000 Menschen in die Kinos lockte, weit mehr als ein klassisches Coming-of-Age-Drama ist.
Darum geht es in "Glaube"
Auf den ersten Blick hebt sich die 17-jährige Ainara (Blanca Soroa) kaum von anderen Jugendlichen in ihrem Alter ab. Obwohl sie an einer katholischen Schule ist, wird abends heimlich Alkohol getrunken und ihre Zuneigung für ihren attraktiven Chorpartner Mikel (Guille Zani) ist offensichtlich. Doch eine Sache unterscheidet Ainara von vielen Menschen ihres Alters. Sie fühlt eine besondere Liebe zu Gott und nach einem Ausflug mit dem Schulchlor in ein Kloster glaubt sie, ihre Bestimmung gefunden zu haben: Sie will in einen katholischen Konvent eintreten und Nonne werden.
Ihre Familie ist völlig überrumpelt von diesem Plan und hält Ainara für viel zu jung, um so eine weitreichende Entscheidung zu treffen. Vor allem ihre Tante Maite (Patricia López Arnaiz) ist fassungslos und befürchtet, dass ihre Nichte durch die katholische Schule sowie durch den jungen Vertrauenslehrer und Priester Txema (Víctor Sainz) beeinflusst, vielleicht sogar manipuliert wurde. Sie setzt daher alles in Bewegung, um Ainara von ihrem Vorhaben abzubringen ...
Ein Film ohne einfache Antworten
Regisseurin Alauda Ruiz de Azúa interessiert sich nicht für platte Gegensätze oder eindeutige Schuldzuweisungen. In der offiziellen FILMSTARTS-Rezension zu „Glaube“ lobt Kritiker Ulf Lepelmeier so auch das „ruhig, präzise inszeniertes Familiendrama mit einem ungewöhnlichen Coming-of-Age-Thema“. Unser Experte für spanisches Kino vergibt 4 Sterne für einen Film, der mit seiner „ambivalenten Schilderung und feinen, zurückhaltenden Beobachtungen“ beeindruckt.
Alauda Ruiz de Azúa vermeidet es dabei, sich auf eine Seite zu schlagen und einfache Antworten zu liefern. Ist Ainaras Wunsch Ausdruck echter Selbstbestimmung, spirituelle Berufung oder doch das Ergebnis von Einflussnahme und religiösem Druck? Aus der Ambivalenz zieht „Glaube“ seine Spannung und fordert so gläubige wie nicht-gläubige Zuschauer*innen heraus.
Ab dem 29. Oktober 2026 könnt ihr euch davon selbst im Kino überzeugen. Dort bekommt ihr dann übrigens nicht nur einen starken Film geboten, sondern auch besondere Musik. Denn Teil von „Glaube“ ist eine außergewöhnliche Coverversion von Nick Caves herausragendem Klassiker „Into My Arms“.