Der neue Trailer zu „Her Private Hell“ macht eines ziemlich deutlich. Wer gehofft hatte, dass Nicolas Winding Refn nach zehn Jahren ohne Langspielfilm mit einem leicht zugänglichen Comeback auf die große Leinwand zurückkehrt, dürfte hier ganz sicher an der falschen Adresse sein. Stattdessen gibt es viele Neonbilder und posierende Menschen. Das sieht teilweise aus, als hätte jemand einen Giallo, eine Space-Opera und einen Fetisch-Modekatalog gemischt.
Und falls ihr jetzt vielleicht denkt, das ist halt nur ein mysteriöser Teaser, dann sagen wir euch: Nein, der US-Kinotrailer zu „Her Private Hell“ trifft ziemlich gut, was euch da erwartet. Denn wir konnten das neue Werk von Nicolas Winding Refn bereits bei seiner Weltpremiere im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes sehen.
Nicolas Winding Refn war klinisch tot – jetzt gibt er sein Comeback
Der dänische Regisseur, der mit der „Pusher“-Trilogie bekannt wurde und mit „Drive“ Kultstatus erreichte, hat seit „The Neon Demon“ im Jahr 2016 keinen Kinofilm mehr inszeniert. In der Zwischenzeit machte er die Serien „Too Old To Die Young“ für Amazon Prime Video und „Copenhagen Cowboy“ für Netflix. Sein neues Werk ist jetzt wieder ausdrücklich fürs Kino gedacht.
Als Inspiration diente ihm auch eine eigene Erfahrung. Refn erlitt 2023 einen Herzstillstand und war laut eigener Aussage fast 25 Minuten lang klinisch tot, bevor er mit Elektroschocks wiederbelebt wurde. In der Rückschau erklärt der Filmemacher seine Rückkehr aus dem Jenseits auch damit, dass seine jüngste Tochter noch nicht bereit war, ihn gehen zu lassen. Das scheint er in „Her Private Hell“ zu verarbeiten.
Darum geht es in "Her Private Hell"
Im Mittelpunkt steht Elle (Sophie Thatcher), die in einer futuristischen, von Neonlicht und mysteriösem Nebel durchfluteten Metropole mit ihrer etwa gleichaltrigen Stiefmutter Dominique (Havana Rose Liu) und Jungschauspielerin Hunter (Kristine Frøseth) einen Film dreht – wobei man vor allem im gemeinsamen Luxusdomizil abhängt. Gleichzeitig gibt es Nachrichten von einem Killer, der sein Unwesen treibt. Und wir folgen auch noch dem amerikanischen Soldaten Kay (Charles Melton), der sich auf eine verzweifelte Mission begibt, um seine Tochter aus der Hölle zu retten.
Bei der Weltpremiere im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes 2026 verstörte „Her Private Hell“ mit seiner konsequenten Verweigerung, diese angeteaserte Geschichte zu erzählen. Stattdessen sieht man meist hübsche Personen, die sich wenig bewegen und ihre Dialoge aufsagen. Auf einen Teil des Publikums, so auch den Autor dieser Zeilen, übte das gerade einen besonderen Reiz aus.
FILMSTARTS-Chefredakteur Christoph Petersen war unentschieden. In der 2,5-Sterne-FILMSTARTS-Kritik wird „Her Private Hell“ so als Werk beschrieben, das „regelrecht danach schreit, in 25 Jahren als Kultfilm wiederentdeckt zu werden“. Allerdings gibt es auch die Warnung: „Der Großteil des heutigen Publikums wird aber wohl weitgehend außen vor bleiben.“
Das bewusst rätselhafte, sperrige und visuell radikale Kinoerlebnis, welches der Trailer andeutet, liefert der Film. Unser Tipp ist: Überzeugt euch am besten selbst, ob das was für euch ist. In den USA startet „Her Private Hell“ am 24. Juli 2026 in den Kinos. Auch in Deutschland ist im Laufe des Jahres 2026 ein Kinostart geplant. Einen konkreten Termin gibt es aktuell aber noch nicht.
Nachfolgend haben wir noch den bereits länger verfügbaren Teaser-Trailer für euch: