Manche der jüngeren Kinofans können sich das vielleicht gar nicht vorstellen. Aber es gab mal eine Zeit, als noch nicht jede halbwegs größere Stadt einen oder gleich mehrere riesige Multiplex-Bunker hatte, in denen auf zehn bis 20 Leinwänden nahezu exklusiv Hollywood-Blockbuster gezeigt wurden. Damals dominierten noch die kleinen, von Privatpersonen, nicht von internationalen Konglomeraten unterhaltenen Nachbarschaftskinos mitten im Wohngebiet mit einem oder zwei Sälen. In diesen lief ein individuell kuratiertes Programm. An einem Tag vielleicht der neue Bud-Spencer-Film und danach ein Thriller von Alfred Hitchcock. Am nächsten Abend dann ein Oldie mit Charlie Chaplin oder eine Architektur-Doku und am Sonntagvormittag klassische Kinderfilme.
Heute sind viele dieser alten Lichtspielhäuser einfach verschwunden. Die Gebäude wurden entweder abgerissen oder ausgehöhlt, um sie zu Drogeriemärkten, Yuppie-Restaurants beziehungsweise Fitnessstudios umzufunktionieren. Ein paar von ihnen gibt es aber auch hierzulande noch – als sogenannte „Arthouse-Kinos“ bedienen sie ein Nischenpublikum, das etwas andere, gern auch mal ältere Filme sehen möchte. Und das eben nicht nur daheim auf dem Sofa via Streaming, sondern als Gemeinschaftserlebnis in einem abgedunkelten Saal mit echter Atmosphäre.
Liebeserklärung an die kleinen Kinos
Eine Liebeserklärung an genau solche Kinos ist „Once Upon A Time In A Cinema“, der neue Streifen des irischen Filmemachers David Gleeson („Tolkien“). Dessen Großvater und Vater hatten jeweils ihr ganzes Leben lang kleine Provinzkinos geleitet. Die in den 1980ern spielende Story wurde offenbar von realen Erlebnissen inspiriert, ist letztlich aber fiktiv.
Das Comedy-Drama feierte seine Weltpremiere im Februar 2026 als Eröffnungsgala des Dublin International Film Festivals. Zwei Monate später kam es zu einer feierlichen Aufführung in Gleesons Heimatstadt Limerick im Theatre Royal – genau das eigens für den Film restaurierte und nach über 30 Jahren wiedereröffnete Kino, in dem der Regisseur den Großteil seines neuen Werks gedreht hat. Wann und auf welchem Weg wir „Once Upon A Time In A Cinema“ hierzulande sehen können, wurde bisher leider noch nicht bekannt gegeben.
In der Hauptrolle erwartet euch Colin Morgan, ein nordirischer Schauspieler, den ihr aus Filmen wie Kenneth Branaghs „Belfast“ und dem Viggo-Mortensen-Western „The Dead Don't Hurt“ oder aber als Titelheld des Fantasy-Serienhits „Merlin - Die neuen Abenteuer“ von 2008 bis 2012 kennen könntet.
An Morgans Seite standen unter anderem Calam Lynch („Bridgerton“), India Mullen („Normal People“), Niamh Cusack („We Live In Time“), Stanley Townsend („Die Zeiten, die wir teilen“) und Andrew Bennett aus „The Quiet Girl“ vor der Kamera.
Darum geht es in "Once Upon A Time In A Cinema"
Der Film spielt in Echtzeit in einem irischen Provinzkino, in dem gerade „Atemlos“ mit Richard Gere gezeigt wird. Earl Clancy (Colin Morgan) hat das traditionsreiche, aber auch ziemlich heruntergekommene Filmtheater seines verstorbenen Vaters geerbt und führt es gemeinsam mit seinem Bruder Gerald (Calam Lynch).
Es sind schwere Zeiten für die Clancys. Angesichts der fortschreitenden Verbreitung von VHS-Kassetten und des ständigen Kampfes mit den Verleihern um Kopien neuer Filme ist das Familienunternehmen in akuter Gefahr, unterzugehen.
Earl überlegt, ob er das Kino dem lokalen Geschäftsmann Harry (Stanley Townsend) verkaufen soll. Denn an diesem chaotischen Freitagabend scheint wirklich alles schiefzugehen. Offenbar sind zwei Diebe im Publikum untergetaucht, eine Ratte läuft immer wieder durch den Saal, die Technik steht kurz vor dem Kollaps und zu allem Überfluss hat gerade auch noch der Vorführer gekündigt …
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