Seit dem 18. Juni 2026 läuft „The Furious“ in den deutschen Kinos und ist für Action-Fans ein absoluter Pflichttermin. Schließlich wurde der Martial-Arts-Kracher nicht nur bereits bei seiner Weltpremiere beim Toronto International Film Festival gefeiert, sondern bekam auch in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik bärenstarke 4,5 von 5 Sternen. „The Furious“ ist nicht weniger als „das Must-See-Action-Highlight des Jahres 2026“.
Doch die gnadenlose Wucht des herausragenden Prügelfilms scheint nun bei dem Heimkino-Release zum Problem zu werden: Wie der deutsche Verleih Capelight auf seiner Facebook-Seite mitteilte, gab es für den Film von Genre-Spezialist Kenji Tanigaki „in der ersten Freigaberunde bei der FSK keine Kennzeichnung, da er als jugendgefährdend eingestuft wird“. Der Verleih will dagegen in Revision gehen.
Im Kino läuft „The Furious“ aktuell mit einer FSK ab 18 Jahren. Für die physische und digitale Veröffentlichung ist trotzdem eine Neuprüfung nötig, weil das deutsche Jugendschutzgesetz zwischen der Vorführung mit Einlasskontrollen im Kinosaal und dem Release fürs Wohnzimmer unterscheidet. Für die Heimkino-Auswertung wird das Siegel dann verweigert, wenn die FSK den Film als jugendgefährdend einschätzt. Damit bleibt die Option offen, dass der Film später durch die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz indiziert wird. Ein offizielles FSK-Siegel schützt dagegen dauerhaft vor einer Indizierung.
"The Furious" ohne FSK-Siegel: Warum das kein Grund zur Panik ist
Wichtig ist trotz allem, wie Capelight selbst auf seiner Facebook-Seite deutlich macht: Es gibt keinen Grund zur Panik oder irgendwelche Verbotsvorwürfe. Wie auf dieser Seite schon wiederholt ausgeführt, ist eine verweigerte FSK-Freigabe kein Verbot. Der Film kann trotzdem in Deutschland auch im Streaming sowie auf DVD und Blu-ray erscheinen. Erst einmal bleibt ohnehin die Hoffnung, dass die Revision Erfolg hat und der Film fürs Heimkino doch noch die „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhält, mit der er aktuell auch in den Kinos läuft.
Aber selbst wenn das nicht passiert, wird Capelight die SPIO/JK (Juristenkommission der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft) anrufen. Diese Kommission prüft den Film nicht mehr nach Jugendschutz, sondern rein nach Strafrecht. Gibt die SPIO/JK ihr Siegel („strafrechtlich unbedenklich“ oder „keine schwere Jugendgefährdung“), wovon ganz fest auszugehen ist, darf der Film an Erwachsene verkauft werden.
Jetzt schon im Kino sehen: Darum ist "The Furious" so ein Brett
Dass die FSK bei „The Furious“ ganz genau hinschaut, überrascht nicht völlig. Kenji Tanigaki hat hier einen harten, körperlichen und pausenlos eskalierenden Martial-Arts-Film vorgelegt. Für mich gehört er zu den Highlights des Kinojahres und ist der beste Actionfilm, den ich 2026 gesehen habe.
„Ein sensationeller Kampf reiht sich an den nächsten“, heißt es nicht umsonst in meiner FILMSTARTS-Kritik. Beeindruckend ist dabei, wie Tanigaki und Action-Choreograf Kensuke Sonomura die Prügeleien inszenieren – das ist nicht chaotisch zerschnitten, sondern wird mit klarer Raumgeografie, langen Einstellungen und einer ständig bewegten Kamera präsentiert. Das Ergebnis ist Action, bei der man jeden Treffer spürt, während trotzdem jederzeit klar bleibt, wer gerade wo steht und warum ein Schlag, Tritt oder Wurf funktioniert.
Im Mittelpunkt steht Wang Wei (Miao Xie). Als seine Tochter Rainy (Enyou Yang) von einem Menschenhändlerring entführt wird und die korrupte Polizei nicht hilft, macht er sich selbst auf die Suche. Dabei trifft er auf Navin (Joe Taslim), der ebenfalls gegen die Organisation ermittelt. Gemeinsam prügeln sie sich immer tiefer in ein Netz aus Gewalt, Verrat und organisiertem Verbrechen hinein.
Neben den genannten Miao Xie und Joe Taslim stehen mit JeeJa Yanin, Yayan Ruhian, Brian Le und Joey Iwanaga zahlreiche weitere Darsteller*innen vor der Kamera, die selbst herausragend kämpfen können. Das macht „The Furious“ zu einem Gipfeltreffen absoluter Martial-Arts-Könner*innen, was sich vor allem im Finalkampf zeigt. Der hat bereits jetzt seinen Platz im Olymp der besten Actionszenen aller Zeiten sicher.
Ab Oktober 2026 soll „The Furious“ dann im Heimkino erscheinen – ob mit FSK-Freigabe oder SPIO/JK-Siegel, wird sich noch zeigen. Doch wir empfehlen euch nachdrücklich, nicht so lange zu warten. Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann schaut den Action-Kracher jetzt auf der großen Leinwand. Aktuell ist er noch großflächig im Einsatz und wird in über 100 verschiedenen Kinos gezeigt.
Um einen ganz anderen Film geht es derweil im folgenden Artikel:
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