Lange war Dwayne Johnson vor allem der Mann für große Blockbuster-Spektakel. In Werken wie „Jumanji“, „San Andreas“ oder „Rampage“ spielte der frühere Wrestling-Superstar immer wieder sehr ähnliche Rollen des netten Weltenretters mit breitem Grinsen und gewaltigem Bizeps. Doch mit Benny Safdies „The Smashing Machine“ hat er sich zuletzt auf seine bislang wohl radikalste und verletzlichste Rolle eingelassen. Das Werk enttäuschte zwar an den Kinokassen, doch Johnsons Performance als von Dämonen geplagter MMA-Kämpfer Mark Kerr bekam viel Lob. Der Star wurde sogar für einen Golden Globe nominiert und machte deutlich, dass er in Zukunft mehr solcher herausfordernden Rollen spielen werde.
Nun steht das nächste Projekt fest, mit dem Johnson diese neue Phase seiner Karriere fortführen will. Wie Variety berichtet, wird der „Black Adam“-Star die Hauptrolle in „Free Byrd“ übernehmen und den Film auch produzieren. Dabei arbeitet er mit Ben Affleck und Matt Damon zusammen, die das Action-Drama mit ihrer Produktionsfirma Artists Equity auf den Weg bringen. Inszeniert wird das Drama von einem Regisseur, der Oscarkino beherrscht.
Dwayne Johnson als Motorrad-Stuntman mit Demenz
In „Free Byrd“ spielt Johnson einen Motorrad-Stuntman aus Las Vegas, der an Demenz erkrankt ist. Doch obwohl ein besonders großer und riskanter Sprung ansteht, hält er die Diagnose geheim. Selbst seinem Bruder, der als sein Mechaniker arbeitet, verrät er nichts.
Wie Variety berichtet, wird der Film von offizieller Seite als Geschichte beschrieben, „die sich mit den großen Geheimnissen des menschlichen Geistes beschäftigt – und mit der Schönheit sowie der Kraft, um Hilfe zu bitten, bevor es zu spät ist.“
"Free Byrd": Regie führt der "Sing Sing"-Macher
Inszeniert wird „Free Byrd“ von Greg Kwedar, der zuletzt mit „Sing Sing“ große Aufmerksamkeit bekam. Das Gefängnisdrama mit Colman Domingo wurde nicht nur gefeiert, sondern brachte Kwedar auch eine Oscar-Nominierung für das beste Drehbuch bei der Verleihung im Jahr 2025 ein. Auch bei den Academy Awards 2026 war er für einen der begehrten Goldjungen nominiert, hier als Autor von „Train Dreams“.
Bei „Free Byrd“ übernimmt er nun die Regie und überarbeitet zudem das Drehbuch. Ursprünglich stammt das Skript von dem noch unbekannten Autor Jon Boyer und landete auf der berühmten Black List, einer Sammlung der nach Meinung vieler Hollywood-Entscheidungsträger besten, noch nicht verfilmten Skripte. Eine frühere Fassung wurde außerdem von Michael Schwartz und Tyler Nilson geschrieben, die als Autoren und Regisseure von „The Peanut Butter Falcon“ bekannt sind.
Dwayne Johnson bezeichnet "Free Byrd" als "Geschenk"
In der offiziellen Ankündigung des Projekts erklärt Johnson, dass der Film „in vielerlei Hinsicht ein Geschenk“ sei. Er stehe „sinnbildlich für die heilige Schönheit des Lebens ebenso wie für seine harte und unbarmherzige Realität.“ Sowohl für ihn als auch für Kwedar sei das Projekt sehr persönlich. „Wenn der Verstand eines geliebten Menschen langsam schwindet, bekommt das Leben wahrlich eine völlig neue Bedeutung“, erklärt er zum berührenden zentralen Thema des Films.
Solche Aussagen in der Pressemitteilung, in welcher auch Matt Damon und Ben Affleck viel Lob für Johnson verteilen, sind natürlich klassisches Hollywood-Ankündigungs-Vokabular. Trotzdem unterstreichen sie hier, dass es Johnson ernst zu sein scheint, nicht mehr sichere Kassenhits zu suchen, sondern riskante Projekte, die ihn persönlich berühren und als Schauspieler fordern. Es sind Filme, die an den Kinokassen floppen können und am Ende von kaum jemand gesehen werden. Oder aber sie können ihm den Oscar einbringen, von dem er angeblich träumt.
Dwayne Johnson: Demnächst erst einmal im Disney-Hit "Vaiana"
Mit „Lizard Music“, der von „The Smashing Machine“-Regisseur Benny Safdie geschrieben und inszeniert wird, hat Johnson noch ein weiteres Arthouse-Projekt in Arbeit. Dazu soll er demnächst für Martin Scorsese in einem Thriller vor der Kamera stehen. Dennoch sollte man nicht meinen, dass sich der Superstar vom Blockbuster-Kino verabschiedet. Das unterstreicht schließlich die unmittelbare Zukunft.
Am Ende des Jahres wird er noch in „Jumanji: Open World“ zum dritten Mal den muskulösen Dr. Smolder Bravestone verkörpern. Bereits ab dieser Woche ist er in Disneys Realfilm-Version von „Vaiana“ auf der großen Leinwand zu sehen. Hier ist der Trailer: