Dieses bildgewaltige Meisterwerk ist einer der besten Kriegsfilme aller Zeiten – und trotzdem viel zu unbekannt!
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Einen der besten Kriegsfilme aller Zeiten habt ihr vielleicht überhaupt nicht auf dem Schirm. Hier erfahrt ihr, um welches unter extremen Bedingungen realisierte Meisterwerk es geht.

Mosfilm

Was ist euer persönlicher Kriegsfilm-Favorit? In unserer Liste der zehn besten (Anti-)Kriegsfilme aller Zeiten nach Meinung der FILMSTARTS-Community haben Titel wie „Apocalypse Now“, „Der Soldat James Ryan“ oder „Full Metal Jacket“ die Nase vorn. Auch Klassiker wie „Das Boot“ oder „Im Westen nichts Neues“ finden sich in der Liste wieder.

Das sind natürlich alles legitime Antworten. Doch auch abseits des Kanons gibt es Meisterwerke zu entdecken. Dazu zählt ganz sicher auch Aufstieg“, den die sowjetische Filmemacherin Larisa Shepitko im Jahr 1977 ins Kino brachte.

Voskhozhdenie
Voskhozhdenie
1 Std. 49 Min.
Von Larisa Shepitko
Mit Boris Plotnikov, Vladimir Gostyukhin, Anatoliy Solonitsyn

Shepitko hat im Laufe ihrer Karriere nur vier eigenständige Spielfilme realisieren können. Zwar wurden ihre Regiearbeiten regelmäßig auf internationalen Filmfestivals gefeiert, in ihrer Heimat geriet sie jedoch immer wieder in Konflikt mit der staatlichen Zensur. „Aufstieg“ sollte ihr letzter Film bleiben – und zugleich ihr bekanntester.

Im Mittelpunkt von „Aufstieg“ stehen die beiden sowjetischen Partisanen Sotnikow (Boris Plotnikow) und Rybak (Wladimir Gostjuchin), die während des Zweiten Weltkriegs in einem von den Deutschen besetzten Gebiet nach Lebensmitteln für ihre Einheit suchen. Als sie in die Hände der Besatzer geraten, werden sie verhört und vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt: Sollten sie mit dem Feind kooperieren, um ihr eigenes Leben zu retten – oder ihren Überzeugungen treu bleiben und den Tod in Kauf nehmen?

Die Dreharbeiten fanden bei -40 Grad statt!

Der in kontrastreichem Schwarz-Weiß gedrehte, intensiv inszenierte Film interessiert sich also weniger für das Kriegsgeschehen selbst als für die moralischen Konflikte, die aus der existenziellen Extremsituation seiner Figuren entstehen. Einen großen Anteil an der beklemmenden Atmosphäre hatten auch die außergewöhnlichen Dreharbeiten. Gedreht wurde mitten im Winter bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad. Die verschneiten Wälder und eisigen Landschaften sind also keine Studioillusion – Larisa Shepitko bestand darauf, unter realen Bedingungen zu arbeiten, damit ihre Darsteller die Strapazen ihrer Figuren am eigenen Leib erfahren.

Dafür gab es den Goldenen Bären der Berlinale – und aus guten Gründen taucht „Aufstieg“ bis heute immer wieder in wichtigen Kritiker-Rankings auf. In einer BBC-Umfrage zu den besten von Frauen inszenierten Filmen belegte das Werk 2018 den elften Platz, vier Jahre später wurde es von zahlreichen Regisseur*innen im Rahmen der renommierten Sight-&-Sound-Liste auf Rang 72 der besten Filme aller Zeiten gewählt. Bei Rotten Tomatoes steht „Aufstieg“ zudem mit 100 Prozent positiven Kritiken auf Platz 147 der 300 besten Filme aller Zeiten.

Wenige Jahre später begann Shepitko mit der Arbeit an ihrem nächsten Film, dem Historiendrama „Abschied von Matjora“. Doch noch während der Dreharbeiten verunglückte die Regisseurin im Alter von nur 41 Jahren bei einem Verkehrsunfall tödlich – mit ihr starben auch Kameramann Wladimir Tschuchnow, Produktionsdesigner Juri Raksha sowie mehrere weitere Mitglieder der Filmcrew. Das Projekt wurde später von ihrem Ehemann, „Komm und sieh“-Regisseur Elem Klimow, vollendet und 1983 in die Kinos gebracht.

Um einen weiteren in Deutschland viel zu unbekannten Kriegsfilm-Meilenstein von mehr als epischen Ausmaßen dreht sich der nachfolgende Artikel:

Dieser Kriegsfilm ist ein fast 10 (!) Stunden langes Meisterwerk: Er gilt als absoluter Meilenstein der Kinogeschichte!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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