"Es ist Unterhaltung, Leute – beruhigt euch!": "Fast & Furious"-Star Michelle Rodriguez verteidigt ihren kontroversen Actionfilm von 2016
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Von Cis-Casting bis Queer-Coding: Immer wieder wirft die LGBTQ+-Gemeinde bestimmten Filmen queerfeindliche Tendenzen vor. So auch dem Action-Streifen „The Assignment“. Die Hauptdarstellerin hält die Aufregung und Kritik für maßlos übertrieben.

Filme mit LGBTQ+-Thematik und queeren Figuren stehen unter besonderer „Beobachtung“ der Community. Kein Wunder, dass manche Filme immer wieder für einen regelrechten Aufschrei in der Szene sorgen. So löste etwa der Thriller „Cruising“ (1980) mit Al Pacino eine Debatte wegen (angeblicher) Stigmatisierung schwuler Subkultur aus. Das Drama „The Danish Girl“ (2015) entfachte Diskussionen, weil die trans Hauptfigur von einem Cis-Mann verkörpert wurde.

Im Jahr darauf forderten etliche Mitglieder der Regenbogen-Community den Boykott der Komödie „Zoolander 2“. Die Darstellung des androgynen, nicht-binären Supermodels „All“ (Benedict Cumberbatch) empfanden viele als transfeindlich und karikaturenhaft. Den Vorwurf der Transphobie ereilte auch die Macher des Actionfilms „The Assignment“ (2016). „Fast & Furious“-Star Michelle Rodriguez, eine der Hauptdarstellerinnen, kann die Aufregung darum überhaupt nicht verstehen.

Das ist "The Assignment"

Der von Action-Spezialist Walter Hill („Driver“, „Nur 48 Stunden“) inszenierte Film handelt vom Auftragsmörder Frank Kitchen, der normalerweise schmutzige Jobs für seine Kunden erledigt. Doch dann gerät er selbst in große Not, als er in die Hände einer rachsüchtigen, unberechenbaren Chirurgin (Sigourney Weaver) fällt. Diese nimmt an dem Profikiller eine waghalsige Operation vor. Als Frank von dem Eingriff erwacht, ist er plötzlich eine Frau (Michelle Rodriguez). Frank/die Frau kennt fortan nur ein Ziel: Rache an den Menschen zu üben, die für diese „missliche Lage“ verantwortlich sind.

The Assignment
The Assignment
1 Std. 35 Min.
Von Walter Hill
Mit Michelle Rodriguez, Sigourney Weaver, Tony Shalhoub
User-Wertung
3,1

Wie fast zu erwarten war, sorgte „The Assignment“ nach seiner Veröffentlichung für heftige Kontroversen bis hin zu Boykottaufrufen. Hauptkritikpunkt war das zentrale Motiv der Handlung: die Operation. Für trans Menschen ist die geschlechtsangleichende OP ein elementarer und identitätsstiftender Schritt – im Film dient der Eingriff als Foltermethode, die den Rache-Plot vorantreibt. Mehrere Transgender-Organisationen und Aktivist*innen empfanden den Film daher als transphob und warfen ihm vor, geschlechtsangleichende Operationen als Strafe darzustellen.

Im Interview mit The Hollywood Reporter äußerte Rodriguez wenig Verständnis für die harsche Kritik. „Über das Thema Transgender kann man diskutieren, wenn es psychologische oder gesellschaftliche Aspekte betrifft“, sagte sie (via Far Out Magazine). „Darum geht es hier aber nicht. ‚The Assignment‘ ist ein Actionfilm, der nicht versucht, psychologisch an das Thema ranzugehen oder besonders tiefgründig zu sein. Also hört auf damit. Es ist Unterhaltung, Leute – beruhigt euch. Ich stehe auf eurer Seite.“

Die Proteste und der massive öffentliche Gegenwind hatten einen erheblichen Image-Schaden zur Folge. In den USA und vielen anderen Ländern lief „The Assignment“ nur in wenigen Kinos (in Deutschland wurde er direkt auf DVD veröffentlicht). Dem Budget von etwa fünf Millionen US-Dollar stand am Ende ein mageres Einspielergebnis von nicht einmal einer halben Millionen gegenüber.

Das ist meilenweit entfernt von dem, was Rodriguez' Durchbruchsfilm „The Fast And The Furious“ einst einspielte. Wusstet ihr übrigens, dass sie und Charlize Theron bei einem der Nachfolger kurzerhand für den abgesprungenen Regisseur einspringen mussten? Die ganze Geschichte lest ihr hier:

"Charlize ist ein Monster": So haben zwei "Fast & Furious 10"-Stars den Film gerettet, als er plötzlich ohne Regisseur dastand
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.
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