Bei regulären Kinofilmen ist es mittlerweile nicht mehr außergewöhnlich, wenn sie nur sechs oder sieben Wochen nach Kinostart digital in den Heimkinos Einzug halten. Der große Run auf die Kinotickets ist nach dieser Zeit zumeist abgeebbt – warum den Leuten, die es nicht ins Filmtheater geschafft haben, also nicht direkt die Möglichkeit geben, Verpasstes bequem vom Sofa aus nachzuholen?
Ausnahmen bestätigen die Regel. Doch während voll aufs Kinoerlebnis ausgelegte Blockbuster („Avatar: Ash And Fire“, „Die Odyssee“) nach wie vor länger exklusiv auf der Leinwand zu sehen sind, geht Warner Bros. bei einem 170 Millionen Dollar teuren Action-Kracher nun einen anderen Weg. Denn „Supergirl“ feiert bereits am 28. Juli 2026 seine Streaming-Premiere in den USA – und damit gerade einmal einen Monat nach Kinostart! Ob der Film auch hierzulande frühzeitig zugänglich sein wird, bleibt abzuwarten. Bei Amazon Prime Video ist der Film immerhin bereits gelistet, wenn auch noch nicht mit einem Startdatum versehen:
Es handelt sich dabei um einen sogenannten Premium Release, sodass sich Käufer*innen auf einen Kaufpreis von 15 bis 20 Euro einstellen sollten. Teuer – für einen Film, der aber nach wie vor in einigen Kinos läuft, jedoch durchaus akzeptabel. Holt man ein paar Freunde mit ins Boot, um „Supergirl“ gemeinsam zu schauen, spart man sich bei geteilten Kosten verglichen mit dem Kino-Eintritt sicherlich den einen oder anderen Euro. Ob sich das Nachholen aber auch lohnt, steht auf einem anderen Blatt…
"Supergirl": Austauschbare Comic-Kost
Mit „I, Tonya“- und „Cruella“-Macher Craig Gillespie hat sich – eigentlich – ein Experte für starke Frauenfiguren daran gemacht, die Cousine von Superman auf die Leinwand und damit in das neue DC Universe von James Gunn zu befördern. Er erzählt die Geschichte von Kara Zor-El (Milly Alcock), die zu ihrem 23. Geburtstag gemeinsam mit ihrem Hund Krypto eine Sauftour quer durch die Galaxis unternimmt – wo das Duo unter anderem auf die Ruthye Marye Knoll (Eve Ridley) trifft. Diese will den Mörder ihres Vaters rächen – und findet in Supergirl schon bald eine Verbündete, als dieser auch Krypto vergiftet…
„Peacemaker“, „Superman“... und jetzt „Supergirl“: Die Neuausrichtung des DC-Kino-Kosmos ist in vollem Gange – und trägt von Beginn an die unverkennbare Handschrift von Produzent James Gunn. Es kommt also nicht von ungefähr, wenn „Supergirl“ in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik von Autor Julius Vietzen als „‚Guardians Of The Galaxy‘ light“ bezeichnet wird, schließlich haben wir die Marvel-Trilogie ja auch James Gunn zu verdanken!
Gerade in Anbetracht dessen, was sich im Comic-Kino in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten getan hat, ist das aber einfach nicht mehr genug. „Zu generisch, zu beliebig, zu egal“, heißt es deshalb auch in unserer Besprechung, in der es letztlich nur für 2,5 von 5 möglichen Sternen reicht. Das Fazit:
Ein ausgesprochen generischer Superhelden-Blockbuster ohne wirkliche eigene Identität, der über die für Genre-Verhältnisse kurze Laufzeit von 108 Minuten aber dennoch leidlich gut unterhält.
Es würde uns übrigens nicht wundern, wenn „Supergirl“ in den kommenden Monaten auch schon bei HBO Max landen würde. Die hauseigene Streaming-Plattform von Warner Bros. ist mittlerweile ja auch hierzulande verfügbar – und seit heute auch die Heimat eines Films, der im Mai erst in den Kinos startete:
Kurz nach Kinostart jetzt schon im Abo streamen: Auf diesen brutalen Action-Kracher mussten wir 5 (!) Jahre warten*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.