Der Streamingdschungel ist gewaltig und unübersichtlich: Ständig werden neue Titel hinzugefügt, unentwegt fliegen Filme und Serien aus dem Portfolio. All das, während viele Plattformen die Kosten für werbefreie Abos erhöhen und die Schlagzahl an Werbespots bei den günstigeren Modellen vergrößern.
Ein Grund mehr, sich auf die Alternativen zu stürzen, für die man nicht extra zahlen muss: FILMSTARTS stellt euch in diesem Artikel drei sehenswerte Filme vor, die ihr ganz einfach streamen könnt – ihr müsst weder ein Abo abschließen, noch diese Filme einzeln kaufen oder leihen. Es gibt bei diesen Gratis-Streamingtipps bloß einen einzigen Haken: Sie sind nur noch kurze Zeit verfügbar!
"Nickelodeon" (1976)
Das frühe 20. Jahrhundert: Leo (Ryan O’Neal) ist ein junger Anwalt, der eines Tages einen Filmproduzenten kennenlernt und von ihm das Angebot erhält, als Drehbuchautor durchzustarten. Dieses Angebot nimmt er an – und in Windeseile steigt Leo sogar zum Regisseur auf. Jetzt dreht er wie wild einen Film nach dem anderen, was ihn zur Zielscheibe der eifersüchtigen Konkurrenz macht. Nun muss sich Leos Team in einem kleinen Wüstendorf gegen immer ausgefallenere Sabotageakte wehren...
Peter Bogdanovich startete seine Leinwandkarriere zwar mit dem Amoklauf-Thriller „Bewegliche Ziele“ und stieg mit dem New-Hollywood-Coming-Of-Age-Drama „Die letzte Vorstellung“ in den Regieolymp auf. Doch seine wahre Spezialität sind irrsinnige, brüllend komische Slapstick-Verkettungen an Pannen, Missgeschicken, Unfällen und Versehen. Das beweisen das Screwball-Meisterwerk „Is' was, Doc?“, das viel zu unbekannte Comedy-Kleinod „Noises Off“ und diese liebevolle Hommage an das frühe Kino:
„Nickelodeon“ ist reich an minutiös vorbereitetem, mit Knalleffekt eingelöstem Chaos, schrägen Verwirrungen und raffiniert in Szene gesetzten Finten. Hinzu kommen alberne Haudrauf-Action, klug eingebettete, tiefgründige Passagen über den Wert der Vorstellungskraft sowie haufenweise cinephile Querverweise. Das führt zu manchmal polternden Stimmungs- und Tempowechseln, ist aber mit spürbarem Herzblut umgesetzt.
„Nickelodeon“ ist in der arte-Mediathek verfügbar, wo er am 4. August 2026 um 5 Uhr abläuft.
"Leid und Herrlichkeit" (2019)
Der spanische Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) ist blaumütig: Sein 60. Geburtstag nähert sich mit großen Schritten, er ist von allerlei Schmerzen geplagt und hat den Tod seiner Mutter noch nicht verkraftet. Zudem rückt die Zeit, zu der er als unkonventioneller Filmkünstler große Erfolge feierte, immer weiter in Ferne.
Als Salvador der Vorführung einer digital restaurierten Fassung seines Hits „Sabor“ beiwohnen soll, nimmt er dies zum Anlass, mit seiner Vergangenheit aufzuräumen: Er sucht den Kontakt zu „Sabor“-Hauptdarsteller Alberto Crespo (Asier Etxeandia), mit dem er sich vor über 30 Jahren zerstritt, und spricht mit seinem einst drogenabhängigen Ex Federico (Nora Navas)...
Der spanische Ausnahmeregisseur Pedro Almodóvar verwischt in „Leid und Herrlichkeit“ stärker als je zuvor die Grenzen zwischen seiner Kunst und seiner Autobiografie. Das Ergebnis ist eine von alltäglichen Tragödien und beiläufigen Momenten der Poesie durchzogene, melancholische Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit, Reue, Versöhnung, Altersmilde, Schmerzen und Tod – atemberaubend schön eingefangen von Kameramann José Luis Alcaine und mit einem verletzlichen Banderas in absoluter Höchstform.
„Leid und Herrlichkeit“ ist in der arte-Mediathek verfügbar, wo er am 6. August 2026 um 5 Uhr abläuft.
"Saturday Night Fever" (1977)
Brooklyn: Tony Manero (John Travolta) ist 19 Jahre alt, verdient sich mit miesen Gelegenheitsjobs sein Brot und gilt in seiner Familie als Versager. Nur samstagnachts steigt er zum Helden auf, denn im Odyssee 2001 Club zieht der Italo-Amerikaner auf der Tanzfläche eine hervorragende Show ab, weshalb ihm die Frauen zu Füßen liegen. Er hat aber nur Augen für Stephanie (Karen Lynn Gorney), die in Manhattan Fuß gefasst hat und eine hervorragende Tänzerin ist. Tonys Plan: Er will mit ihr einen Tanzwettbewerb gewinnen und mit dem Preisgeld sein Leben umkrempeln. Doch das Leben ist kein Gute-Laune-Hitsong...
1977 nahm mit „Krieg der Sterne“ nicht nur der jahrzehntelange Erfolgszug der „Star Wars“-Marke seinen Anfang: Mit John Badhams „Saturday Night Fever“ wurde eine weltweite Disco-Begeisterung losgetreten und die Musik der Bee Gees in eine neue Stratosphäre katapultiert. Das Drama über Jugendliche aus der New Yorker Disco-Szene brachte zudem John Travolta eine Oscar-Nominierung und Weltruhm ein. Aufgrund dieser globalen Begeisterung wurde der hierzulande zunächst „Nur Samstag Nacht“ betitelte Film übrigens nachträglich geschnitten:
In einigen Märkten, darunter in den USA, wurde eine glattgebügelte Fassung nachgereicht, um eine niedrigere Altersfreigabe zu erzielen und die Geldkuh weiter zu melken. Die ungekürzte Version ist nämlich nicht der leichtfüßige Tanzfilm, als den ihn viele in Erinnerung haben, sondern ein Film, der Sozialkritik enthält und Jugendliche als komplizierte, ungezügelte Personen zeigt, die fatale Fehler und zuweilen unverzeihliche Verbrechen begehen. Bei arte gibt es die Uncut-Version.
„Saturday Night Fever“ ist in der arte-Mediathek verfügbar, wo er am 17. August 2026 abläuft.
Und wenn ihr noch mehr Streamingfutter sucht, werdet ihr im folgenden Artikel fündig:
Nur 2 Wochen nach Kinostart könnt ihr ab heute diese unglaubliche wahre Geschichte auf Netflix streamen