7 Oscar-Nominierungen, 100% auf Rotten Tomatoes: Dieses Literaturverfilmung ist "einer der inspirierendsten Filme aller Zeiten"!

Mit „Früchte des Zorns“ knöpfte sich Regisseur John Ford einen finsteren, sozialkritischen Roman über die Weltwirtschaftskrise vor, dem er trotzdem etwas Hoffnung entlocken konnte.

Knapp 30 Romane und Novellen verfasste John Steinbeck (1902-1968) zu Lebzeiten und avancierte mit diesem Nobelpreis-prämierten Werk zu einem der bedeutsamsten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Dabei riefen seine um die verheißungsvolle Illusion des Amerikanischen Traums kreisenden Erzählungen schon früh Hollywood auf den Plan: 1939 adaptierte Regisseur Lewis Milestone die Novelle „Von Mäusen und Menschen“ in einen erfolgreichen Film. Jahre später sorgte Elia KazansJenseits von Eden“ (1955), der Verfilmung von Steinbecks gleichnamigen Familienroman, mit einem unvergesslichen James Dean in der Hauptrolle für Furor.

Doch die Einstufung als bewahrenswertestes Meisterwerk unter den Steinbeck-Adaptionen erlangte ein anderer Film: John Fords Schwarz-Weiß-Drama „Früchte des Zorns“ (1940), das auf der Liste des American Film Institute zu den „inspirierendsten Filmen aller Zeiten“ auf Platz 7 landete – trotz seiner wenig erbaulichen Thematik.

Früchte des Zorns
Früchte des Zorns
Starttermin 27. März 1953 | 2 Std. 09 Min.
Von John Ford
Mit Henry Fonda, Jane Darwell, John Carradine
User-Wertung
3,9

Überlebenskampf in der Weltwirtschaftskrise

Denn „Früchte des Zorns“ beginnt zur Hochphase der Weltwirtschaftskrise in den 1930ern in Oklahoma: Der Bundesstaat ist von einer verheerenden Dürreperiode betroffen, die die Existenz zahlreicher Farmer-Familien zusätzlich bedroht. So stellt der junge Tom Joad (Henry Fonda) kurz nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis fest, dass seine Familie ihre Farm inzwischen an Großgrundbesitzer verloren hat. Er findet seine Eltern, Großeltern und Geschwister bei seinem Onkel vor, während die sich auf die große Überfahrt nach Kalifornien vorbereiten – dort, so hoffen sie, werden sie Arbeit finden.

Der Trip entlang der Route 66 gestaltet sich beschwerlich und nicht alle der Joads werden das Ziel erreichen. In Kalifornien angekommen, geht die Mühsal für Tom und seine Familie weiter: Viele Wanderarbeiter*innen sind aus Verzweiflung in den Bundesstaat gereist, konkurrieren um gering bezahlte Arbeit, werden ausgebeutet und leiden Hunger. Wer nun gespannt geworden ist auf „Früchte des Zorns“, findet den Film hier als DVD und Blu-ray:

Inspirierend dank Abweichung

In Schwarz-Weiß und viel Schattenbetonung schuf Regisseur John Ford mit „Früchte des Zorns“ ein zunächst nah am finsteren Roman-Plot gehaltenes Drama, das von der Kritik als ‚sozialer Film Noir‘ gefeiert wurde. Bei den Oscars 1941 war „Früchte des Zorns“ für sieben Auszeichnungen nominiert und erhielt zwei: Ford strich den Award für den besten Regisseur und Jane Darwell, die Mutter Joad spielte, wurde zur besten Nebendarstellerin gekürt.

Dass „Früchte des Zorns“ trotz seiner Düsternis und der unverhohlenen Kapitalismus-Kritik der Romanvorlage so positiv aufgenommen wurde und später gar als „inspirierend“ galt, war vor allem der Abweichung des Drehbuchs ab der zweiten Hälfte des Films zu verdanken. Statt auf Steinbecks ursprüngliche und deutlich finsterere Note hinauszulaufen, gelang Drehbuchautor Nunnally Johnson ein hoffnungsvoller Ausklang, der dennoch die Mühsal der Arbeiter*innen während der Großen Depression nicht außer Acht lässt.

Welcher andere Film dank seines Finales diverse Regisseure inspirieren sollte, erfahrt ihr hier:

Einer der besten Filme aller Zeiten: Er hat Jackie Chan, Martin Scorsese und "Zurück in die Zukunft" inspiriert – das Finale schrieb Kinogeschichte!

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Dobrila Kontic
Dobrila Kontic
-Freie Autorin
Zu Dobrilas Lieblingsfilmen gehört Düster-Melancholisches ("Donnie Darko") bis Dystopisches ("Children Of Men"), aber schwarzhumorigen Komödien und Satiren kann sie auch viel abgewinnen.
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