Ihr habt diesen Artikel sehr wahrscheinlich deshalb angeklickt, weil wir euch einen Kriegsfilm mit Bruce Willis versprochen haben – der auf dem Artikelbild auch zu sehen ist, mit entschlossenem Blick und in Offiziersuniform. Gelogen haben wir nicht: „Das Tribunal“ (2002) spielt im Zweiten Weltkrieg, und Bruce Willis ist der Hauptdarsteller.
Allerdings ist der von Gregory Hoblit („Zwielicht“) inszenierte Film nicht etwa ein Kriegs-Actioner wie „Tränen der Sonne“, in dem Willis ein Jahr später mitgespielt hat. Statt des unmittelbaren Kampfgeschehens steht ein Militärgerichtsverfahren in einem deutschen Kriegsgefangenenlager im Mittelpunkt: Der junge US-Leutnant Thomas Hart (Colin Farrell), der vor dem Krieg Jura studierte, soll den afroamerikanischen Piloten Lincoln Scott (Terrence Howard) verteidigen, der des Mordes an einem Mitgefangenen angeklagt wird. Unterstützt wird Hart dabei vom ranghöchsten US-Offizier des Lagers, Colonel William McNamara (Bruce Willis), der jedoch weit mehr über den Fall zu wissen scheint, als er zunächst preisgibt.
Falls ihr nun enttäuscht seid, dass euch in „Hart's War“ (so der englische Originaltitel) kein Schlachtengetümmel erwartet, sondern vor allem jede Menge Dialoge, dann geht es euch womöglich so wie den damaligen Zuschauer*innen. Denn „Das Tribunal“ wurde als klassischer Kriegsfilm vermarktet – dass es sich dabei aber eigentlich um ein Justiz-Drama mit Weltkriegs-Kulisse handelte, sprach sich schnell herum. Im Ergebnis konnte der Film nicht einmal die Hälfte seines 70-Millionen-Dollar-Budgets erwirtschaften.
War irreführendes Marketing schuld am Flop von "Das Tribunal"?
Auch der spätere „Yellowstone“-Star Cole Hauser, der in „Das Tribunal“ den rassistischen US-Soldaten Vic Bedford verkörpert, ist sich sicher, dass fehlgeleitetes Marketing entscheidend zum Misserfolg des Films beigetragen hat:
„Wenn man einen Film falsch vermarktet […], dann erweist man der eigenen Arbeit einen unglaublichen Bärendienst“, erklärte der Schauspieler im Interview mit Film Freak Central. „In den beiden Trailern zu ‚Das Tribunal‘ zeigten sie die einzigen beiden Actionsequenzen des Films – dabei war das Werk ein Rassismus- und Gerichtsdrama. Man muss wirklich aufpassen, dass man nicht versucht, das Publikum hinters Licht zu führen – die Leute sind dann verärgert, denn sie sind nicht so dumm, wie manche in Hollywood vielleicht glauben“.
Der Vollständigkeit halber sei ergänzt, dass „Das Tribunal“ auch bei der Kritik seine Jubelstürme auslöste. Der Film kam allenfalls durchwachsen an – davon zeugt auch die offizielle 3-Sterne-Rezension auf FILMSTARTS, die kritisiert: „Die packende Story mündet […] in ärgerlich-klebrigem Patriotismus, der zum einen nur schwer erträglich ist und zu anderen die guten Ansätze vergessen macht und sie nachträglich abwertet“.
Entschuldigt hat sich Bruce Willis trotz der genannten Umstände nie beim Publikum von „Das Tribunal“. Sehr wohl allerdings bei allen, die einen ganz bestimmten Action-Thriller gesehen haben:
"Der Film war wirklich schlecht, wirklich erbärmlich": Bruce Willis hat sich für diesen Action-Thriller öffentlich entschuldigt*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.