Wenn man an Jim Carrey denkt, kommt einem wohl zuerst Hollywoods erfolgreichster Slapstick-Komiker aller Zeiten in den Sinn – jener Mann, der allein durch seine unverwechselbaren Grimassen einige der größten Kassenschlager der 1990er- und 2000er-Jahre tragen konnte und nicht nur von Filmfans weltweit, sondern selbst von Schauspiel-Ikonen wie Leonardo DiCaprio verehrt wird.
Genau wie DiCaprio hat aber auch Carrey schon an einigen ernsteren und mitunter sogar ziemlich düsteren Stoffen mitgewirkt, allen voran seine Mediensatire „Die Truman Show“ (1998). Interessanterweise drehte der Comedy-Star nur zwei Jahre zuvor mit „Cable Guy – Die Nervensäge“ (1996) schon einmal eine düstere Mediensatire, die allerdings an der Kinokasse enttäuschte – wofür er im Nachhinein die Vermarktung verantwortlich machte.
Das Marketing zu "Cable Guy" verschwieg, wie verstörend der Film war
Sowohl in „Die Truman Show“ als auch in „Cable Guy“ sehen wir Carrey zwar bei seinem gewohnt körperbetonten Spiel zu, doch in beiden Fällen findet dies vor dem Hintergrund eines jeweils ziemlich bedrückenden Szenarios statt. Während sich seine Figur in „Die Truman Show“ unwissentlich in einer Reality-TV-Sendung befindet, spielt er in „Cable Guy“ einen psychopathischen Kabelverleger, der seine gesamte Persönlichkeit auf Grundlage alter Fernsehprogramme geformt hat.
Beide Werke präsentieren, verpackt in das Korsett einer Komödie, einen ziemlich düsteren Blick auf den Medienkonsum in unserer Gesellschaft. Warum aber scheiterte Carrey mit diesem Rezept zunächst beim Publikum, nur um wenig später mit ganz ähnlichen Zutaten einen seiner größten Hits einzufahren?
Laut Carrey lag dies vor allem an der Marketingkampagne des Films, wie er 1998 dem legendären Filmkritiker Roger Ebert gegenüber erklärte: „Ich glaube, ‚Cable Guy‘ hat das Publikum in die Irre geführt – vor allem durch das Marketing. Die Leute dachten, sie bekämen einen Film wie ‚Ace Ventura‘, dabei war es eine ziemlich düstere Komödie.“
Für "Die Truman Show" lernte Carrey aus den alten Fehlern
Damit „Die Truman Show“ nicht dasselbe Schicksal ereilte, beschloss Carrey gemeinsam mit Regisseur Peter Weir, dem Publikum diesmal mehr entgegenzukommen: „Peter und ich haben uns sehr genau überlegt, wie viel Humor wir gleich zu Beginn zeigen sollten“, so Carrey. „Hier hat Peter genau den richtigen Ton getroffen.“
Ohne Frage gelingt dem Film ein deutlich geschmeidigerer Spagat zwischen Comedy und Drama als „Cable Guy“, bei dem nie so ganz klar wird, ob man es hier gerade mit einer absurden Komödie oder einem Psychothriller zu tun hat. Trotzdem geht auch von Carreys erster Mediensatire eine besondere Faszination aus, und gerade für Fans des „Die Maske“-Stars ist sie definitiv einen Blick wert.
Seine mit Abstand ungewöhnlichste Rolle spielte Carrey an der Seite von Stars wie Keanu Reeves und Jason Momoa übrigens in einem Netflix-Horrorfilm, wie ihr im folgenden Artikel nachlesen könnt:
Dieser viel zu unbekannte Endzeit-Horrorfilm zeigt Jim Carrey, Keanu Reeves und Jason Momoa in ihren ungewöhnlichsten Rollen