Netflix verfilmt eine der unglaublichsten Überlebensgeschichten aller Zeiten – mit den Machern von "The Revenant" und "Adolescence"

Netflix macht aus einer legendären Expedition ein großes Survival-Abenteuer um 28 Männer, die monatelang im Packeis gefangen waren, nachdem sie ihr Schiff verloren hatten und von jeder Hilfe abgeschnitten worden waren.

Disney und seine verbundenen Unternehmen / Warner Bros.

1914 brach der britisch-irische Polarforscher Ernest Shackleton mit 27 weiteren Männern in Richtung Antarktis auf. Die Expedition sollte den Kontinent erstmals vollständig durchqueren. Doch ihr Schiff, die Endurance, wurde vom Packeis eingeschlossen und schließlich zerstört. Es folgte ein mehr als einjähriger Überlebenskampf auf treibenden Eisschollen, in offenen Rettungsbooten und auf einer unbewohnten Insel. Am Ende stand jedoch ein unglaubliches Wunder, denn jeder einzelne Mann überlebte.

Nun macht Netflix aus der legendären Expedition einen noch titellosen Spielfilm. Für die Umsetzung hat sich der Streamingdienst zwei hochkarätige Namen gesichert: „Adolescence“-Regisseur Philip Barantini übernimmt die Inszenierung, während „The Revenant“-Co-Autor Mark L. Smith das Drehbuch verfasst.

Die faszinierende wahre Geschichte stand mehrfach im Fokus von Hollywood. Doch während es aus Großbritannien zum Beispiel die Mini-Serie „Shackleton - Verschollen im ewigen Eis“ mit Kenneth Branagh gibt, kamen größere Filmprojekte nie voran. Vor allem „Das Boot“-Regisseur Wolfgang Petersen arbeitete dabei viele Jahre an einer möglichen Verfilmung. Mel Gibson und Russell Crowe waren jeweils zeitweise als Darsteller für Ernest Shackleton im Gespräch. Doch am Ende zerschlugen sich alle Anläufe wie auch vor rund zehn Jahren ein komplett neuer Anlauf von und mit Tom Hardy. Es wird daher spannend zu sehen, wer die vielschichtige Rolle in der Netflix-Adaption übernehmen wird.

Die wahre Story von Ernest Shackleton: Ein halbes Dutzend Survival-Filme in einem

Dass mehrere Filmprojekte scheiterten, hat sicher auch mit der wahren Geschichte zu tun, die reich an Wendungen ist. Noch bevor die Crew ihr eigentliches Ziel überhaupt erreichen konnte, wurde die Endurance vom Packeis umschlossen, monatelang mitgerissen und schließlich zerquetscht. Die Besatzung rettete sich zunächst auf treibende Eisschollen und später mit drei kleinen Rettungsbooten nach einer lebensgefährlichen Fahrt auf die unbewohnte Elephant Island.

Zum ersten Mal seit fast 500 Tagen standen sie wieder auf festem Boden. Doch da die Insel völlig fernab aller Schifffahrtsrouten lag, gab es keine Aussicht auf zufällige Hilfe. Shackleton fasste schließlich einen verzweifelten Entschluss. Mit nur fünf Begleitern unternahm er auf einem seiner Rettungsboote eine mehr als 1.300 Kilometer lange Fahrt über den stürmischen Ozean in Richtung einer Walfangstation auf einer kleinen Insel. Weil eine zuverlässige Navigation unter diesen Umständen unmöglich war, gilt es als riesiges Glück, dass sie überhaupt Land erreichten. Sie landeten jedoch auf der unbewohnten Seite der Insel und die rettende Station lag somit hinter einem Gebirge, das bis dahin noch nie jemand durchquert hatte. Obwohl sie nahezu keine geeignete Ausrüstung besaßen, ging es zu Fuß weiter ...

Schon dieser, nicht einmal vollständige Abriss der wahren Geschichte zeigt, warum bislang keiner der vielen Versuche den Stoff zu realisieren, gelungen ist. Der monatelange Kampf im Boot, die Fahrt zu Elephant Island, das dortige Überleben der zurückbleibenden Besatzung sowie die Weiterfahrt zur Walfangstation und die Klettertour durchs Gebirge bieten jeweils genug Stoff für einen eigenen Film. Es ist also eine anspruchsvolle Aufgabe, das alles gemeinsam in ein Werk einzubauen. „The Revenant“-Autor Smith scheint jetzt eine Lösung gefunden zu haben und der Plan ist es, im Laufe des Jahres 2027 mit den Dreharbeiten zu beginnen. Wann der Film zu Netflix kommen soll, ist noch nicht bekannt. Das trifft nicht auf die Titel zu, die im August beim Streamingdienst erscheinen werden und die wir im folgenden Artikel für euch haben:

Neu auf Netflix im August 2026: Killerjagd für "Sieben"-Fans, einer der blutigsten Horrorfilme der letzten Jahre & noch viel mehr

Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
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