Zack Snyder verrät Details zu seinem Remake eines Sci-Fi-Kult-Meisterwerks – eine wichtige Frage hält er noch geheim
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Seit wenigen Monaten wissen wir, dass Zack Snyder die Neuauflage von John Carpenters Klassiker „Die Klapperschlange“ übernimmt. Nun überraschte der „300“-Regisseur mit Infos zu seinem Story-Ansatz, während er bei einer Sache noch schweigt.

StudioCanal
Von Björn Becher

Nach dem Ende seiner Zeit als Chef über das DCEU besann sich Zack Snyder auf originäre Ideen. Er schuf eine eigene Zombie-Marke („Army Of The Dead“), machte mit „Rebel Moon“ sein eigenes „Star Wars“ und setzte zuletzt nach über einem Jahrzehnt Entwicklung endlich sein Herzensprojekt „The Last Photograph“ um. Mit seinem nächsten Film will er aber zu seinen Anfängen zurück. Seine Karriere begann nämlich mit einem Remake. 2004 legte er George A. Romeros Zombie-Klassiker „Dawn Of The Dead“ neu auf und lieferte damit einen der bis heute beliebtesten Filme seiner Karriere ab.

Nun nimmt sich Snyder erstmals nach über 20 Jahren wieder einen Genre-Klassiker für eine Neuverfilmung vor. Seit Jahren werkelt Hollywood an einer modernen Version von John Carpenters dystopischem Sci-Fi-Actioner „Die Klapperschlange“ alias „Escape From New York“ aus dem Jahr 1981. Im Sommer wurde bekannt, dass Snyder den neuen Anlauf verantwortet. Er wird die Neuauflage nicht nur inszenieren, sondern auch selbst das Drehbuch schreiben und produzieren. Das machte Snyder im Podcast Happy Sad Confused deutlich, wo er erstmals ausführlicher über seine Vision sprach.

Auch Snyders "Die Klapperschlange" spielt 1997

Denn Snyder enthüllte eine der interessantesten und überraschendsten Entscheidungen. Er will keine neue Zukunftsvision aus unserem heutigen Blickwinkel erzählen. Sein Film soll wie das herausragende, zu den besten Sci-Fi-Filmen aller Zeiten zählende Original im Jahr 1997 spielen. Wie das dazu passt, dass wir es hier mit einem Zukunftsstoff zu tun haben? „Der Film wird 1997 spielen – aus der Perspektive des Jahres 1981“, erklärt Snyder seinen Ansatz, eine Zukunft zu zeigen, wie man sich diese Anfang der 1980er-Jahre vorgestellt hat.

Der „Man Of Steel“-Regisseur wird also keine moderne Weiterentwicklung unserer Welt mit Smartphones und heutigen KI-Zukunftsängsten entwerfen, sondern will stattdessen die retrofuturistische Alternativgeschichte des Originals weiterdenken. Snyder hat dafür sogar einen ziemlich speziellen Ausgangspunkt festgelegt: Der Krieg zwischen der United States Police Force und kriminellen Gruppierungen beginnt in seiner Version am 9. Juli 1981, also genau an jenem Tag, an dem „Escape From New York“ damals in den US-Kinos startete. Danach sei die Handlung laut Snyder „im Großen und Ganzen ‚Escape From New York‘“. Er scheint also eine überraschend werkgetreue Neuauflage zu planen.

Zur Erinnerung: Im Original ist Manhattan im Jahr 1997 längst zu einem riesigen Hochsicherheitsgefängnis geworden. Als das Flugzeug des US-Präsidenten dort abstürzt, wird der verurteilte Ex-Soldat Snake Plissken (Kurt Russell) auf eine Rettungsmission geschickt. Um sicherzustellen, dass er den Auftrag erfüllt, werden ihm Sprengsätze implantiert – und damit läuft die Zeit.

Snyder will Kitsch, Camp und politische Satire bewahren

Dabei geht es Snyder offenbar nicht nur darum, Handlung und Retro-Look zu übernehmen. Er hebt ausdrücklich die ungewöhnliche Tonalität von Carpenters Film hervor: Für ihn sei „Die Klapperschlange“ eine „perfekte Kombination aus Kitsch und Camp“. Genau deshalb liebe er den Film. Auch sein Remake soll diese Qualitäten aufweisen.

Trotz der Zukunftsvision mit einem Blickwinkel aus den 1980er-Jahren könnte es aber zumindest ein paar Bezüge zu unserer Gegenwart und unseren Problemen geben. Denn Snyder verriet, dass er in Carpenters Dystopie eine politische Satire sehe, die sich auch heute noch nutzen lasse, um etwa über Regierungen und staatliche Übergriffigkeit zu sprechen. Vieles davon sei, wie der Regisseur betont, „auf gewisse Weise ziemlich aktuell“.

Wer wird der neue Snake Plissken?

Die vermutlich wichtigste Frage rund um das Remake beantwortet Snyder dagegen weiterhin nicht: Wer tritt als wortkarger Antiheld mit Augenklappe in die Fußstapfen von Kurt Russell und verkörpert so die neue Version einer der ikonischsten Actionfiguren der 1980er-Jahre? Auf die Frage, ob er bereits einen Schauspieler für Snake Plissken im Kopf habe, antwortete Snyder lediglich: „Vielleicht.“ Ob es sich dabei um jemanden handelt, mit dem er bereits zusammengearbeitet hat, wollte er ebenfalls nicht verraten. Seine wichtigste Voraussetzung scheint aber eindeutig zu sein: „Er sollte besser wie Snake aussehen – sonst bin ich raus.“

Zumindest ein alter Snyder-Weggefährte hat bereits sehr deutlich Interesse angemeldet: Jeffrey Dean Morgan, der für den Regisseur unter anderem den Comedian in „Watchmen“ und Thomas Wayne in „Batman v Superman“ spielte, hat Snyder nach eigener Aussage wiederholt wegen einer Rolle kontaktiert. Snyder bestätigte das und schwärmte von Morgan: „Er ist der Beste. Ich liebe ihn. Er ist großartig.“ Ob Morgan tatsächlich für Snake oder eine andere Figur infrage kommt, bleibt allerdings offen.

Noch gibt es keinen Starttermin für das „Die Klapperschlange“-Remake und es heißt erst einmal abwarten, ob es dieses Mal wirklich zur Umsetzung kommt. Seit fast zwei Jahrzehnten gibt es schließlich bereits Anläufe, den Sci-Fi-Klassiker neu zu adaptieren. Vor Snyder versuchten sich daran unter anderem „From Dusk Till Dawn“-Macher Robert Rodriguez, „The Invisible Man“-Regisseur Leigh Whannell und das „Scream“-Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett. Sie alle scheiterten. Auch diverse Stars wurden über die Jahre mit der Kultrolle in Verbindung gebracht. Darunter Snyder-Bekannte wie Gerard Butler und Charlie Hunnam, aber auch Jeremy Renner, Jason Statham und Tom Hardy.

Weitere aktuelle Aussagen von Zack Snyder gibt es im folgenden Artikel:

"Ich habe das Material bereits im Kasten": Zack Snyder bestätigt Snyder-Cut eines seiner kontroversesten Filme – doch es gibt ein Problem

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Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 25 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" und alles, was gerade im Kino läuft.
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