"Ich will dieses System zerstören": Horror-Regie-Talent Jane Schoenbrun packt über bittere Studio-Absage aus

Eine der spannendsten Stimmen des modernen Horrorfilms hat jetzt bemerkenswert ehrlich über die Schattenseiten Hollywoods gesprochen.

MUBI

Gerade im Independent-Kino ist es für viele Filmemacherinnen und Filmemacher nach wie vor schwierig, ambitionierte Projekte finanziert zu bekommen. Selbst Kritikerlob, Festivalerfolge und wachsende Aufmerksamkeit sind keine Garantie, dass man auch das nächste Werk in Angriff nehmen. So stoßen selbst Regie-Talente, die mit ihren vorherigen Filmen überzeugt haben, stoßen regelmäßig auf verschlossene Türen.

Genau darüber hat Jane Schoenbrun nun in einem neuen Interview überraschend offen gesprochen und dabei deutliche Worte für die Filmbranche gefunden.

Ringen ums eigene Projekt

Schoenbrun schaffte mit „I Saw the TV Glow“ international den Durchbruch und sorgte zuletzt in Cannes mit dem neuen Horrorfilm „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“ für Aufruhr. Doch im Interview verriet Schoenbrun nun: Ausgerechnet A24, das Studio hinter dem Vorgänger, lehnte das Nachfolgeprojekt früh ab. Stattdessen sprang schließlich Mubi ein und finanzierte den Film mit einem vergleichsweise überschaubaren Budget von rund zehn Millionen US-Dollar.

Im Gespräch mit Vulture erklärte Schoenbrun, dass die Absage zwar nicht überraschend gewesen sei, darin aber das Symptom eines größeren Problems liege: „Ich arbeite in Medien, die stark von kommerziellen Machtstrukturen geprägt sind. Je länger ich das tue, desto klarer wird mir, dass genau darin der eigentliche Widerspruch liegt. Ich liebe amerikanische Filme und gleichzeitig möchte ich sie zerstören.

Gemeint sei damit nicht das Kino selbst, sondern die Strukturen der Filmindustrie, die nach Ansicht von Schoenbrun, selbst eine nicht-binäre Person, kreative Risiken und insbesondere queere Geschichten zunehmend ausbremsen.

„Teenage Sex And Death At Camp Miasma“ feierte seine Weltpremiere im Programm von Cannes, erhielt dort viel Zuspruch und gewann die Queer Palm. Der ungewöhnliche Meta-Slasher mit Hannah Einbinder und Gillian Anderson gilt so bereits jetzt als einer der außergewöhnlichsten Horrorfilme des Jahres. Auch wir waren begeistert. In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik vergibt unser Chefredakteur Christoph Petersen 4,5 Sterne für das „schamlos-spaßige Meta-Horror-Experiment, in dem die psychosexuellen Nuancen des Slasher-Genres ebenso verhandelt werden wie die Frage nach der besten Fruchtgummi-Marke.“ Deutscher Kinostart ist am 20. August 2026!

Weniger ungewöhnlich ist eine der beliebtesten Horror-Reihen. Zu „Insidious 6: Out Of The Further“ gibt es jetzt einen neuen Trailer. Hier könnt ihr ihn sehen:

Eine der beliebtesten Horror-Reihen geht weiter: Der finale Trailer zu "Insidious 6: Out Of The Further" lehrt euch das Fürchten!

Tobias Kirchner
Tobias Kirchner
-Freier Autor
Tobias liebt das Kino, weil es ihn für ein paar Stunden in andere Welten entführt.
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