Mit dem Namen Zoë Bell können viele vermutlich erst einmal nichts anfangen. Doch vor allem Fans von Quentin Tarantino haben die Neuseeländerin schon oft auf der Leinwand gesehen – etwa als Stunt-Double von Uma Thurman. Legendär sind etliche Action-Szenen mit Thurman als Beatrix „Die Braut“ Kiddo, etwa der Kampf gegen die „Crazy 88“ in „Kill Bill: Vol. 1“ (2003). Bell übernahm dabei fast alle akrobatischen Einlagen und Schwertkampf-Stunts. In „Inglourious Basterds“ doubelte sie zudem mehrfach Diane Kruger.
Bell entwickelte sich vor allem dank jener Zusammenarbeit mit Tarantino, der ihr 2007 die Hauptrolle in seiner B-Movie-Hommage „Death Roof“ auf den Leib schrieb, zu einer der bekanntesten Stuntfrauen der Welt. 2020 zog sie sich weitestgehend ins Privatleben zurück und es wurde stiller um sie – bis jetzt!
Steht Zoë Bells Hollywood-Rückkehr bevor?
Die international anerkannte Action-Fachfrau rückt nach längerer Zeit nun wieder ins Blickfeld des medialen Interesses. Der Grund: Das 33. Filmfest Oldenburg ehrt Bell mit einer Werkschau. Das Indie-Festival zeigt vier ihrer Filme aus verschiedenen Karriere-Phasen, darunter auch „Death Proof“ und „Once Upon A Time In Hollywood“ (2019). In Tarantinos bislang letztem Film spielte die 47-Jährige eine kleine Nebenrolle und verantwortete als Stunt-Choreografin einige spektakuläre Action-Szenen.
In den letzten Jahren fungierte sie aber eher hinter den Kulissen und mied die großen (Leinwand-) Auftritte. Nach Jahren extremer körperlicher Belastung war Bell schon in den 2010er-Jahren als aktive Stuntfrau kürzer getreten und konzentrierte sich stattdessen auf die Schauspielerei. Ihr letzter Leinwandauftritt im Horrorfilm „Malignant“ liegt allerdings bereits fünf Jahre zurück.
„Ich hatte vor dem Corona-Lockdown eine harte Zeit und mir spontan ein Haus in Colorado gekauft“, sagte Bell gegenüber dem Hollywood Reporter. „Der Gedanke, etwas außerhalb von L.A. zu besitzen, hat mich mit Frieden erfüllt.“ Der Plan war, zunächst nur zwei Wochen in Colorado zu bleiben und dann für einen Filmdreh nach Vancouver zu reisen. Dann kam der Lockdown und aus den zwei Wochen wurden Jahre. „Ich habe mich gewissermaßen eine Zeit lang versteckt“, meinte Bell, die persönlich in Oldenburg anwesend ist. „Versteckt und geheilt.“
Über 20 Jahre nach ihrem großen Durchbruch mit „Kill Bill“ kommt Oldenburg für Bell gerade Recht. Die Hommage könnte dabei helfen, ihr Comeback zu befeuern. Schließlich arbeitet sie aktuell an ihrem Spielfilm-Regiedebüt „Free Fall“. Wann der in der Post-Produktion befindliche Action-Thriller mit Zachary Levi („Shazam!“) in der Hauptrolle ins Kino kommt, steht zwar noch nicht fest. Doch die Festival-Ehrung sorgt womöglich dafür, dass Bell – und auch „Free Fall“ – nun wieder deutlich mehr Aufmerksamkeit erfahren könnten. Die Schauspielerin und Stunt-Koryphäe habe jüngsten Aussagen zufolge das Gefühl, „vor ihrem nächsten Schritt“ zu stehen: „Das ist Runde zwei. Los geht's!“
Quentin Tarantinos neuestes Werk kommt übrigens noch dieses Jahr. Es könnte eine passende Einstimmung auf die „Once Upon A Time In Hollywood“-Fortsetzung sein, die kurz darauf auf Netflix startet:
Quentin Tarantinos neuestes Werk erscheint noch dieses Jahr – bevor die "Once Upon A Time In Hollywood"-Fortsetzung auf Netflix startet