Heute streamen: Brutale Survival-Action, gegen die sogar "Rambo" harmlos wirkt – FSK-18!

Mit „Die Stunde des Jägers“ hat William Friedkin eine extrem brutale Antwort auf den ersten „Rambo“ in Szene gesetzt. Wenn ihr den harten Actioner sehen wollt, kommt ihr aktuellu. a. bei Amazon Prime Video im Flatrate-Programm auf eure Kosten.

William Friedkin („Killer Joe“) zählt zu den wichtigsten Regisseuren des New-Hollywood-Kinos. Mit „French Connection“ und „Der Exorzist“ hat Friedkin damals nicht nur bei den Oscars mitgemischt (und abgeräumt), sondern auch das rustikale bis verstörende Genre-Kino auf ein neues Level gehievt. Daraufhin folgten noch „Cruising“ (einer der besten Serienkiller-Filme aller Zeiten), das adrenalingeladene Brett „Atemlos vor Angst“ oder der hochgradig stimmungsvolle Großstadt-Thriller „Leben und Sterben in L.A.“

Immer ein wenig unter den Tisch fällt dabei „Die Stunde des Jägers“ aus dem Jahre 2003. Der Grund liegt dabei auf der Hand: Von der internationalen Kritik wurde der Survival-Actioner weitestgehend verrissen, an den Kinokassen hat der Film es nicht einmal ganz geschafft, sein Produktionsbudget von 55 Millionen US-Dollar wieder einzuspielen. Was schade ist, denn der brutale Reißer ist eigentlich richtig, richtig gut.

„Die Stunde des Jägers“ steht aktuell in der FSK-18-Version für alle Abonnent*innen im Flatrate-Programm von Amazon Prime Video bereit. Wer dort kein Abo hat, kann den Kracher an gleicher Stelle für ein paar Euro als Video-on-Demand kaufen oder leihen:

Darum geht's in "Die Stunde des Jägers"

Für seine Taten im Kosovokrieg wurde Aaron Hallam (Benicio Del Toro) mit dem Silver Star honoriert. Zurück in der Heimat aber kann er sich von dem unermesslichen Grauen, das er erlebt hat, nicht erholen. Massenerschießungen und unzählige Totenschädel, die auf den Straßen liegen, lassen ihn an einer sogenannten Gefechtsneurose leiden: Ist man einmal dazu bereit gewesen, einen Menschen zu töten, ist der Körper daraufhin nicht mehr in der Lage, abzuschalten.

Als Aaron in den dichten Wäldern von Oregon zwei Jäger auf bestialische Art und Weise verstümmelt und tötet, wird sein ehemaliger Ausbilder L.T. Bonham (Tommy Lee Jones) auf Aaron angesetzt, um seinen früheren Lehrling aufzuhalten. Ein blutiges Katz- und Maus-Spiel beginnt, bei dem auch Bonham einsehen muss, dass er in der Vergangenheit einige Fehler gemacht hat …

Die Stunde des Jägers
Die Stunde des Jägers
Starttermin 17. April 2003 | 1 Std. 35 Min.
Von William Friedkin
Mit Tommy Lee Jones, Benicio Del Toro, Connie Nielsen
User-Wertung
2,4
Filmstarts
1,5
Im Stream

Hartes Oldschool-Männerkino

Schon Anfang der 2000er-Jahre wirkte „Die Stunde des Jäger“ ordentlich aus der Zeit gefallen. Womöglich ist auch das einer der Gründe, warum das damalige Publikum den Film größtenteils ignoriert hat. Man muss sich auch als Anhänger*in des kantigen Actioners eingestehen, dass hier letztendlich eindimensionale Genre-Kost geboten wird, die jedem intellektuellen Diskurs widerstrebt. Holt man den Film aber genau an dieser Stelle ab, erlebt man pures „Männerkino“, in dem es einfach nur darum geht, wie sich zwei hypermaskuline Kämpfer bis zum bitteren Ende jagen.

Als knallharte, sich stetig in Bewegung befindende Verfolgungsjagd zwischen Ausbilder und Schüler erinnert „Die Stunde des Jägers“ natürlich unweigerlich an „Rambo“. Und auch wenn der Klassiker mit Sylvester Stallone natürlich deutlich ikonischer, stilprägender und insgesamt auch besser gewesen ist, wirkt das Survival-Abenteuer aus den 1980ern im Gegensatz zur Brutalität in „Die Stunde des Jägers“ vergleichsweise harmlos. Hier nämlich geht es, wenn die selbst geschnitzten Messer zum Einsatz kommen, auch mal so richtig ans derbe Eingemachte.

So oder so aber ist Friedkin hier testosterongeladenes Action-Kino gelungen, das kein Gramm Fett zu viel auf den Lippen trägt, sich von jedem ironischen Augenzwinkern löst und seine ganze Aufmerksamkeit einer Sache widmet: Töten oder getötet werden. Das wirkt heutzutage – noch mehr als Anfang der 2000er – altbacken. Aber wenn schon altbacken, dann doch so, wie Friedkin hier verfährt: Aus voller, grimmiger Überzeugung heraus.

Hier kommt zum Abschluss noch ein weiterer Streaming-Tipp:

Heute Abend streamen: Dieser knallharte Action-Kracher mit Jason Statham sollte eigentlich ein neuer "Rambo"-Film werden!

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf oder beim Abschluss eines Abos über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Ob Kugelballett à la John Woo oder ein Vollgasspektakel wie in "Mad Max: Fury Road": Für Pascal erreicht das Actionkino durch Bewegung echte Ekstase.
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren