Mittlerweile hat sich Daniel Radcliffe mit vielen weiteren, teilweise recht abgefahrenen Rollen (u. a. in „Swiss Army Man“ und „Guns Akimbo“) von seiner Rolle als berühmtester Zauberlehrling der Welt freigespielt, auch wenn er natürlich trotzdem auf ewig mit der „Harry Potter“-Reihe verbunden sein wird. Schließlich hat der heute 37-Jährige der Fantasy-Saga seinen großen Durchbruch zu verdanken.
Doch tatsächlich war der Part als Harry Potter 2001 nicht die erste Filmrolle für den jungen Radcliffe. Sein Schauspieldebüt gab er bereits zwei Jahre zuvor im TV-Zweiteiler „David Copperfield“, in dem er im Alter von zehn Jahren die von Charles Dickens erdachte Titelfigur als Kind verkörperte. Der erste Kinofilm, in dem der Brite auftrat, folgte dann im selben Jahr, in dem auch „Harry Potter und der Stein der Weisen“ in die Lichtspielhäuser kam, schlug anders als der einige Monate später erschienene Auftakt zum Hit-Franchise allerdings nicht annähernd so hohe Wellen.
Die Rede ist vom Spionage-Thriller „Der Schneider von Panama“, in dem Radcliffe eine kleine Nebenrolle bekleidet – und der ab sofort bei Netflix abgerufen werden kann.
Pierce Brosnan als "böser James Bond": Das ist "Der Schneider von Panama"
Der von „Beim Sterben ist jeder der Erste“-Regisseur John Boorman inszenierte „Der Schneider von Panama“ basiert auf einem Roman von Bestseller-Autor und Ex-Spion John le Carré („The Night Manager“, „Dame, König, As, Spion“), der neben „James Bond“-Schöpfer Ian Fleming wohl größten Koryphäe des britischen Spionage-Romans. Und James Bond ist tatsächlich auch ein gutes Stichwort.
Denn in der „Schneider von Panama“-Verfilmung spielt Pierce Brosnan, der zu jener Zeit noch der aktuelle 007-Darsteller war, ebenfalls einen Spion des britischen Geheimdienstes MI6 – doch das schon ein Jahr vor seinem Bond-Abschied in „Stirb an einem anderen Tag“ eher als eine Art Abgesang auf den Kult-Agenten.
Denn statt als Gentleman-Spion tritt er hier als gewissenloser Andy Osnard auf, der in Panama-Stadt den dort als Maßschneider der politischen und gesellschaftlichen Elite arbeitenden Harry Pendel (Geoffrey Rush) erpresst. Harry soll für ihn als Informant arbeiten und Staatsgeheimnisse rund um die bevorstehende Rückgabe des strategisch entscheidenden Panamakanals liefern.
Überfordert von der Situation und getrieben von Geldnot, beginnt Harry daraufhin, hochbrisante Spionageberichte schlicht frei zu erfinden. Er kreiert eine fiktive Widerstandsbewegung und verkauft erfundenen Klatsch als weltpolitische Verschwörung. Der karrieregeile Osnard leitet die absurden Lügen bereitwillig nach London und Washington weiter, woraus sich eine gefährliche geopolitische Eigendynamik entwickelt...
Daniel Radcliffe in "Der Schneider von Panama"
Und was ist nun eigentlich mit Daniel Radcliffe? Der spielt in „Der Schneider von Panama“ Harry Pendels Sohn Mark, der insgesamt allerdings nur für wenige Minuten im Film auftaucht:
Sony Pictures
Seine Filmmutter wird dabei von Hollywood-Veteranin Jamie Lee Curtis („Halloween“) verkörpert. Und die enthüllte erst dieses Jahr bei einer kleinen Reunion mit Radcliffe in der Today Show, dass sie dem Jungstar damals beim Dreh von „Der Schneider von Panama“ eröffnete, dass er in ihren Augen aussehe wie Harry Potter auf den Covern der Bücher. Erst ein paar Monate später wurde Radcliffe dann tatsächlich für die begehrte Rolle besetzt.
Ganz ohne ihn muss hingegen die kommende „Harry Potter“-Neuadaption auskommen. Dafür hat die Serie jüngst noch weiteren prominenten Zuwachs bekommen. Mehr erfahrt ihr im folgenden Artikel:
Nach "Superman" jetzt auch in der "Harry Potter"-Serie: Marvel-Star wird einmal mehr zum Schurken!