Wer einmal in Japan war, weiß längst, welchen Stellenwert die „Gundam“-Reihe dort hat. Die Marke wurde ab Ende der 1970er-Jahre mit der Anime-Serie „Mobile Suit Gundam“ populär. Heute ist es ein gewaltiges Multimedia-Franchise aus zahlreichen Serien, Filmen, Videospielen, Manga und vor allem den enorm erfolgreichen Modellbausätzen. In Japan ist an den Robotern kein Vorbeikommen und der Autor dieser Zeilen konnte sogar beobachten, dass ganze Schulklassen in Tokio zu einer Riesenstatue pilgern, um sich anzuschauen, wie diese sich zu festen Zeiten kurz bewegt. Das hinter der Marke steckende Unternehmen Bandai Namco setzt Milliarden mit dem Franchise um, das längst auch außerhalb seiner Heimat eine riesige Fangemeinde hat.
Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis die berühmte Science-Fiction-Reihe erstmals mit großem Hollywood-Budget als Realfilm umgesetzt werden würde. Seit wenigen Tagen sind die Dreharbeiten zu einem von Netflix produzierten „Gundam“-Film mit Sydney Sweeney und Noah Centineo in den Hauptrollen abgeschlossen, da gibt es eine überraschende Nachricht. Hinter all der spektakulären Sci-Fi-Action, die uns sicher erwartet, steckt mit William Shakespeares „Romeo und Julia“ eine sehr klassische Inspiration.
"Gundam"-Film von Netflix wird "Romeo & Julia im All"
Angesichts des US-Kinostarts seines aktuellen Films „Union County“ (noch kein deutscher Termin) war Noah Centineo im Podcast „Happy Sad Confused“ zu Gast. Dort sprach er über eine weite Bandbreite an Themen. Er erklärte, wie er einst ein Vorsprechen für Christopher Nolan völlig versemmelt hat, und vor allem redete er über kommende Projekte wie „Rambo“, „Street Fighter“ und natürlich „Gundam“.
Centineo verriet in diesem Zusammenhang, welche überraschende Richtung der Sci-Fi-Blockbuster einschlagen wird: „Es ist eine Romantikkomödie mit ihr [Anm: Sydney Sweeney] und mir. Es steckt Romantik drin. Es ist ein großer Action-Romantik-Weltall-Film. Er ist im Universal-Century-Kanon von ‚Gundam‘ angesiedelt, als Information für alle, die sich auskennen. Ich weiß nicht, wie viel ich darüber verraten darf, welche Figuren darin vorkommen – ob sie dabei sind oder nicht. Aber ich kann so viel sagen: Man kann es ein wenig mit einem Nicht-Shakespeare-‚Romeo und Julia’ im All vergleichen.“
Das wissen wir bereits über die Story von "Gundam"
Auf den ersten Blick mag der Vergleich mit Shakespeares großem Klassiker verwundern, doch es passt sehr gut zu dem, was Netflix bereits über die Handlung des Films verraten hat. Schließlich wissen wir schon, dass Sweeney und Centineo zwei verfeindete Mech-Pilot*innen verkörpern, die auf unterschiedlichen Seiten eines seit Jahrzehnten tobenden Krieges zwischen der Erde und ihren ehemaligen Weltraumkolonien stehen. Dabei geraten die beiden immer wieder aneinander, spüren aber nach und nach eine Verbindung zueinander. Und als eine neue Bedrohung auftaucht, ist eine Zusammenarbeit womöglich ihre einzige Chance.
Dass sich zwei Menschen aus verfeindeten Lagern näherkommen, zeigt dann doch recht offensichtlich die „Romeo und Julia“-Inspiration. Dass „Gundam“ plötzlich eine reine Romanze wird, müssen Fans ganz sicher nicht befürchten. Netflix versprach schließlich schon ausdrücklich große Mech-Schlachten.
Mit Stars aus "Harry Potter" und von Marvel: "Gundam" gibt's 2027 bei Netflix
Diese sollen wir im Verlauf des Jahres 2027 bei Netflix sehen. Inszeniert wird der noch unbetitelte Realfilm von Jim Mickle, der für Netflix bereits die Comic-Adaption „Sweet Tooth“ entwickelte. Abseits der beiden Hauptstars ist der Cast prominent besetzt. Mit dabei sind unter anderem Jason Isaacs („Harry Potter“), die Marvel-Stars Michael Mando („Spider-Man: Brand New Day“), Shioli Kutsuna („Deadpool 2“), Nonso Anozie („Sweet Tooth“) und Jackson White („Tell Me Lies“).
Vorerst nicht mehr für Netflix arbeitet derweil ein Filmemacher, der in den vergangenen Jahren ausschließlich für den Streamingdienst tätig war. Den Trailer zu seinem neuesten Film gibt es im nachfolgenden Artikel:
Nach DC- und Netflix-Bombast überrascht Zack Snyder mit seinem neuen Film: Erster Trailer zu "The Last Photograph"