Einen der umstrittensten Filme 2025 könnt ihr jetzt in 4K im Heimkino erleben – vollkommen wahnsinnig und erschreckend nah an der Wirklichkeit

Einen Film wie „Eddington“ von Ari Aster schafft es nicht oft ins Kino. Der „Midsommer“-Regisseur dreht nämlich völlig frei und hat einen Neo-Western inszeniert, der in alle Richtungen schießt. Muss man gesehen haben, um es zu glauben. Jetzt in 4K.

Ari Aster ist einer der spannendsten Filmemacher unserer Zeit. Mit „Hereditary“ und „Midsommar“ hat sich der amerikanische Regisseur im Horror-Genre einen Namen gemacht, bevor er mit „Beau Is Afraid“ eine ambitionierte Paranoia-Odyssee ins Kino brachte, die seine Zuschauer*innen auf eine harte Probe stellte.

Und anscheinend hat Ari Aster daran gefallen gefunden, sein Publikum kräftig vor den Kopf zu stoßen, denn der Ende 2025 veröffentlichte „Eddington“ ist noch einmal eine ganze Ecke krasser – da er viel näher an der Realität angesiedelt ist als die fiebertraumhafte Vatersuche in „Beau Is Afraid“. Wer den Film endlich nachholen – oder ihn im Heimkino immer wieder genießen –möchte, hat jetzt die ideale Gelegenheit dazu, denn am 21. August 2026 erscheint der Neo-Western mit Top-Besetzung auch endlich in einer schicken 4K-Version. Bereits jetzt könnt ihr den Film bei Online-Händlern wie Amazon vorbestellen:

Die 4K-Version kommt in einem schicken Pappschuber, der sowohl auf der Vorder- als auch der Rückseite mit passenden Poster-Motiven bedruckt ist. Zudem gibt es auch noch drei Postkarten, auf denen mit Joaquin Phoenix, Emma Stone und Pedro Pascal die drei großen Stars der absurden Satire aufgedruckt sind. Neben dem Hauptfilm, der neben der 4K-Fassung auch als reguläre Blu-ray beigelegt ist, können sich Fans zudem noch über 20 Minuten an Interviews und Featurettes freuen.

"Eddington": Das ist die Handlung

Es ist der Sommer 2020. Befeuert durch die Unsicherheit der Corona-Pandemie droht in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat New Mexico die Stimmung zu kippen. Der erzkonservative Sheriff Joe Cross (Joaquin Phoenix) weigert sich, in einem Lebensmittelgeschäft eine Schutzmaske zu tragen. Während er von den einen als Held gefeiert wird, haben die anderen nur Verachtung für ihn übrig. Kurzerhand beschließt er, bei der Bürgermeisterwahl gegen den amtierenden Ted Garcia (Pedro Pascal) anzutreten, der die Corona-Politik der Regierung unterstützt. Zwischen den beiden entbrennt ein erbitterter Machtkampf, der längst überwunden geglaubte Konflikte wieder aufflammen lässt, bestehende Gräben vertieft und die Gemeinschaft zunehmend spaltet.

Macht sich schick im Regal! Leonine
Macht sich schick im Regal!

Während auch die Bewohner*innen des Ortes immer paranoider und gewaltbereiter werden, sorgt Joes kompromisslose Haltung dafür, dass sich sogar seine Ehefrau Louise (Emma Stone) von ihm abwendet und öffentlich gegen ihn Stellung bezieht. Als ein unerwarteter Mordfall schließlich das Fass zum Überlaufen bringt, droht die Situation endgültig außer Kontrolle zu geraten und die Kleinstadt im Chaos zu versinken.

Sehr nah an der Realität

Erstaunlicherweise ist der Irrsinn der Corona-Jahre filmisch noch immer kaum aufgearbeitet. Dabei mangelt es an spannenden Themen nicht, denn in dieser Zeit waren Angst und Irrsinn ebenso präsent wie eine zunehmende gesellschaftliche Spaltung sowie eine rasante Querdenker-Radikalisierung. Die Nachwehen spüren wir bis heute – und damit sind wir nicht allein. In vielen Ländern der Welt ist es ähnlich gelaufen – dementsprechend ist ein Film wie „Eddington“ nur die logische Konsequenz.

Und tatsächlich lässt sich der Neo-Western auch in keine politische Ecke drängen, sondern feuert munter in alle Richtungen. Esoterik-Gurus und Social Media bekommen hier ebenso ihr Fett weg wie heuchlerische Protest-Bewegungen, Data-Mining-Center oder die Antifa. Und selbst die Hauptfigur ist bei Weitem kein Sympathieträger, stattdessen schauen wir einem erzkonservativen Sheriff dabei zu, wie er in Anbetracht des zunehmenden und um sich greifenden Welt-Wahnsinns auch die Kontrolle über sein Leben verliert – und schlussendlich vollkommen freidreht.

„Eddington“ tut weh – sicherlich auch, weil sich viele Leute an der einen oder anderen Stelle auf den Schlips getreten fühlen werden. Es ist ein bisschen wie eine Realfilm-„South Park“-Episode. Aber vielleicht muss genau auf diese unbarmherzige Art und Weise der Finger in die Wunde gelegt werden, damit wir wirklich einmal anfangen zu schauen, was in dieser Zeit alles falsch gelaufen ist. Ein spannender Film, der auf jeden Fall zu den streitbarsten Veröffentlichungen 2025 gehört.

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24 (!) Jahre nach Kinostart endlich im Heimkino: In diesem Film nimmt sich ein kontroverser Star-Regisseur selbst aufs Korn

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Stefan Geisler
Stefan Geisler
-Redakteur
Stefan liebt Film. Er vermisst die wöchentlichen Besuche in der Videothek, denn das ziellose Umherirren in den Gängen hat ihm Seherfahrungen wie "Donnie Darko" oder "Fear and Loathing in Las Vegas" beschert.
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