"Ich habe ihn 25 Jahre zu früh gedreht": Regie-Legende Ridley Scott ist sich sicher, dass sein Fantasy-Flop "Herr der Ringe" und "Harry Potter" vorweggenommen hat

Vor 41 Jahren drehte Ridley Scott ein Fantasy-Märchen, das an den Kinokassen Schiffbruch erlitt und von der Kritik zerrissen wurde. Das liegt in den Augen des „Das Ende der Sterne“-Regisseurs nur daran, dass er seiner Zeit voraus war!

1982 – also nur drei Jahre nach dem ersten „Alien“-Film – brachte Regisseur Ridley Scott ein weiteres visionäres Sci-Fi-Meisterwerk auf die Leinwand: „Blade Runner“. Doch während der Film heute als einer der einflussreichsten Genrebeiträge überhaupt gilt, war er damals ein kommerzieller Misserfolg – und auch von der Kritik wurde er gespalten aufgenommen. Man könnte sagen, er war seiner Zeit voraus!

Dasselbe gilt laut Ridley Scott, dessen dystopisches Action-Abenteuer „Das Ende der Sterne“ morgen in die deutschen Kinos kommt, auch für seinen vierten Langfilm, den er im Anschluss an „Blade Runner“ drehte: das Fantasy-Märchen „Legende“ (1985) mit Tom Cruise in der Hauptrolle!

Legende
Legende
Starttermin 11. Juli 1985 | 1 Std. 38 Min.
Von Ridley Scott
Mit Tom Cruise, Mia Sara, Tim Curry
User-Wertung
2,9
Filmstarts
2,0
Auf Disney+ streamen

Der spätere „Mission: Impossible“-Star verkörperte in „Legende“ den Waldläufer Jack, der verhindern muss, dass der Herr der Finsternis (Tim Curry) die letzten Einhörner tötet und die Welt so in ewige Dunkelheit stürzt. Als auch noch Jacks große Liebe, Prinzessin Lily (Mia Sara), in die Gewalt des finsteren Herrschers gerät, zieht er endgültig in den Kampf gegen das Böse.

„Legende“ kam nicht nur mit zahlreichen Verzögerungen in die Lichtspielhäuser, er wurde auch von der Fachpresse nicht gerade gnädig aufgenommen – und mit weltweiten Einnahmen von 23,5 Millionen US-Dollar (gegenüber einem geschätzten Budget zwischen 25 und 30 Millionen) war er obendrein ein klarer Flop! Tom Cruise schwor sich daraufhin, nie wieder in einem Fantasy-Film mitzuspielen (mehr dazu hier).

War Ridley Scott mit "Legende" seiner Zeit voraus?

Etwas anders beurteilt Ridley Scott die Lage: In den Augen des „Gladiator“-Schöpfers kam „Legende“ schlichtweg zu früh! In einem Interview mit The Guardian gab der heute 88-Jährige zu Protokoll: „Die Leute sagten, ‚Legende‘ funktioniere nicht. Aber ich finde, dass er funktioniert. […] Er ist irgendwie wunderschön und spektakulär. Ich habe ihn einfach 25 Jahre zu früh gedreht. Heute sind all diese Filme, die unter dem Banner von ‚Der Herr der Ringe‘ und ‚Harry Potter‘ laufen, wie ‚Legende‘. Ich hatte mich längst davon abgewendet und dachte nur: ‚Verdammt, den hätte ich JETZT drehen sollen.‘“

Ridley Scott ist also überzeugt davon, dass er mit „Legende“ die Welle von Fantasy-Epen vorweggenommen hat, die zu Beginn der 2000er-Jahre in Hollywood dominierte. Ob der Film tatsächlich seiner Zeit voraus war oder schlicht nicht funktionierte, darüber lässt sich sicherlich streiten. Fest steht jedoch: Heute genießt „Legende“ längst einen deutlich besseren Ruf als bei seinem Kinostart vor über 40 Jahren.

Wenn ihr übrigens wissen wollt, warum es beim Dreh zu „Gladiator“ zum Zerwürfnis zwischen Ridley Scott und Russell Crowe kam, dann lest auch den nachfolgenden Artikel:

"Ich bin der beste Schauspieler der Welt": Russell Crowe schrie Ridley Scott an, weil ihm die beste Szene von "Gladiator" nicht gefiel

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Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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