Vor 30 Jahren taten sich Stephen King und Michael Jackson für einen Film zusammen – und ihr habt mit Sicherheit noch nie davon gehört!

Wusstet ihr, dass ein gemeinsamer Film von Michael Jackson und Stephen King existiert? Nein? Da seid ihr alles andere als allein – hier erfahrt hier, was es mit dem außergewöhnlichen Projekt auf sich hat.

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Wenn sich der berühmteste Horror-Autor der Welt und die vielleicht ultimative Pop-Legende für einen Film zusammentun, dann müsste eigentlich nahezu jeder davon wissen – oder? Tatsächlich haben Stephen King und Michael Jackson in den 1990er-Jahren gemeinsame Sache gemacht – doch obwohl das Ergebnis fast 40 Minuten lang ist, mit aufwändigen Spezialeffekten auftrumpft und sogar bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes gezeigt wurde, dürfte „Ghosts“ heute selbst vielen Fans kein Begriff mehr sein. Doch um was für eine Produktion handelt es sich hier eigentlich?

So enstand "Michael Jackson's Ghosts" ...

Bereits 1993 entwickelten Jackson und King die Geschichte, aus der später „Ghosts“ hervorgehen sollte. Damals war allerdings noch ein deutlich kürzerer Horror-Kurzfilm mit dem Titel „Is This Scary?“ geplant, der „Die Addams Family in verrückter Tradition“ bewerben sollte. Tatsächlich wurde unter der Regie von Mick Garris (inszenierte zahlreiche Stephen-King-Adaptionen, darunter „Schlafwandler“) rund zwei Wochen lang an dem Projekt gedreht, wobei sogar Christina Ricci als Wednesday sowie Jimmy Workman als Pugsley Addams vor der Kamera mitwirkten.

Zur Fertigstellung kam es jedoch nie. Während der Dreharbeiten wurden erstmals Missbrauchsvorwürfe gegen Jackson öffentlich, wodurch das Image des „Billie Jean“-Sängers erhebliche Risse erhielt. Die Arbeit an „Is This Scary?“ wurde daraufhin eingestellt. Laut Garris waren zu diesem Zeitpunkt bereits zahlreiche Szenen im Kasten, die eigentlichen Musik- und Tanzsequenzen, die das Herzstück des Films bilden sollten, fehlten aber noch.

Damit war auch die ursprünglich geplante Verbindung zum zweiten „Addams Family“-Kinofilm erledigt. Erst einige Jahre später griff Jackson das Projekt wieder auf und entwickelte die Grundidee zu „Ghosts“ weiter. Garris stand für die Neuauflage allerdings nicht mehr als Regisseur zur Verfügung – an seiner Stelle übernahm Spezialeffekt-Legende Stan Winston („Terminator“) die Regie.

... und hier könnt ihr den Film sehen!

Das Resultat war mehr als ein verlängertes Musikvideo: In „Ghosts“ spielt Jackson den geheimnisvollen Maestro, der in einem unheimlichen Wesen am Rande der Kleinstadt Normal Valley lebt. Weil er mit seinen Zaubertricks und Gruselgeschichten angeblich einen schlechten Einfluss auf die Kinder des Ortes ausübt, zieht der Bürgermeister (ebenfalls Michael Jackson) mit einer aufgebrachten Gruppe Eltern zu seinem Haus, um ihn aus der Stadt zu vertreiben.

Was folgt, ist eine Mischung aus Horror-Kurzfilm, Musical und gigantischer Special-Effects-Show: Unter anderem beschwört der Maestro Geister heraus, verwandelt sich, lässt ein Skelett tanzen und fordert den Bürgermeister zu einem Wettstreit heraus, bei dem die beiden versuchen, sich gegenseitig in Angst und Schrecken zu versetzen. Musikalisch unterlegt wird das Ganze von mehreren Michael-Jackson-Songs – unter anderem „2 Bad“, „Is It Scary“ und dem titelgebenden „Ghosts“. Wenn ihr euch euer eigenes Bild machen wollt, könnt ihr das Werk in voller Länge auf YouTube sehen:

King erdachte gemeinsam mit Jackson übrigens nicht nur die Grundidee, sondern wirkte auch am Drehbuch mit. In einem Interview mit dem Musikjournalisten Molly Meldrum beschrieb Jackson den „Es“-Schöpfer als „sehr sanfte[n], liebenswerte[n], freundliche[n] Mann“, der wenig mit dem Bild zu tun habe, das sich viele anhand seiner Bücher von ihm machten. „Stephen ist einfach wunderbar“, so Jackson. „Er ist nicht bizarr oder seltsam oder merkwürdig. Er ist ein liebevoller Mensch, und es ist großartig, mit ihm zu arbeiten.“

Seinen ersten Kinoauftritt hatte „Ghosts“ im Oktober 1996, als der Film in ausgewählten US-Kinos vor der Stephen-King-Verfilmung „Thinner – Der Fluch“ gezeigt wurde. Im Mai 1997 folgte eine Sondervorführung in Cannes. Trotzdem verschwand der ungewöhnliche Kurzfilm später aus dem öffentlichen Bewusstsein.

Wenn ihr übrigens wissen wollt, für welchen Steven-Spielberg-Blockbuster Michael Jackson aus einem ziemlich absurden Grund abgelehnt wurde, dann lest auch den nachfolgenden Artikel:

"Es besteht die reale Gefahr, dass er in ein paar Jahren nicht mehr populär ist": Michael Jackson durfte nicht in diesem Steven-Spielberg-Blockbuster mitspielen
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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