2026 machte „Der Maschinist“- und „Transsiberian“-Regisseur Brad Anderson mit seiner Inszenierung der ersten Episoden des Netflix-Serienhits „Nur für dein Leben“ auf sich aufmerksam. Zwei Jahre zuvor lieferte er mit „The Silent Hour“ aber noch einen Kinofilm ab. Ob sich das Einschalten für diesen lohnt, erfahrt ihr etwas weiter unten im Text.
Oder ihr bildet euch einfach selbst ein Urteil: Das ZDF zeigt „The Silent Hour“ am heutigen 31. August 2026 um 22.15 Uhr erstmals im Free-TV. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 1. auf den 2. September um 0.15 Uhr. Wer nicht so lange aufbleiben möchte und bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann auf Blu-ray und DVD oder Video-on-Demand ausweichen:
Ein etwas anderer Verfolgungs-Thriller
Im Dezember 2023 spielte Joel Kinnaman in unseren Kinos die Hauptrolle in „Silent Night“, dem US-Comeback von Regie-Legende John Woo. Das Besondere an dem Reißer war, dass Kinnamans Figur nach einem gewaltsamen Vorfall die Fähigkeit zu sprechen eingebüßt hatte. Nur zehn Monate später spielte der Schwede in einem weiteren Actioner mit dem Titel „The Silent Hour“ mit. In diesem mimt er einen Mann, der erst ein paar Monate zuvor sein Gehör verloren hat. Beide Parts verlangten einiges an intensivem Minenspiel von Kinnaman.
Natürlich ist der Schauspieler nicht allein auf Figuren spezialisiert, die mit körperlichen Einschränkungen zu kämpfen haben. Viele von euch dürften den hünenhaften Skandinavier aus „Suicide Squad“ und „The Suicide Squad“ kennen. In beiden DC-Blockbustern gab er Colonel Rick Flag Jr., den militärischen Anführer der sich aus Kriminellen und Superschurken zusammensetzenden Titelhelden.
Im Gegensatz zu vielen anderen Reißern mündet „The Silent Hour“ nicht erst in eine Verfolgungsjagd, sondern beginnt gleich mit einer. Bei der verletzt sich der Protagonist schwer am Kopf. Daraus ergibt sich für die Figur eine emotional durchaus packende Entwicklung, als sie angesichts des Verlusts ihres früheren, von Sinn und Autorität geprägten Lebens zunehmend verzweifelt.
So haben wir es hier ausnahmsweise mal nicht mit einem strahlenden Helden zu tun, der ganz souverän einen Bösewicht nach dem anderen ausschaltet. Vielmehr handelt es sich um jemanden, der seinen Gegnern physisch unterlegen ist und sich eigentlich nur verstecken und darauf hoffen kann, irgendwann zu entwischen oder von den Kolleg*innen gerettet zu werden.
Das mag im ersten Moment etwas eintönig klingen, ist von Brad Anderson aber dynamisch und abwechslungsreich in Szene gesetzt. Kinnaman und seine primäre Szenenpartnerin Sandra Mae Frank („New Amsterdam“) machen dabei einen so guten Job, dass wir schnell vergessen, wie dünn sowohl ihre Figuren als auch die ihrer Verfolger gezeichnet sind.
Dazu kommt mit dem eben doch nicht komplett leerstehenden Haus ein interessanter, vielseitig verwendbarer Schauplatz. Wer Lust auf nicht allzu anspruchsvolle, dafür aber spannende, wendungsreiche Action hat, sollte gern mal in „The Silent Hour“ reinschauen.
"The Silent Hour": Das ist die Story
Frank Shaw (Joel Kinnaman) ist Detective beim Boston Police Department. Eines Tages wird er im Einsatz von einem Truck angefahren. Er trägt eine Kopfverletzung davon, bei der er nahezu sein gesamtes Hörvermögen verliert. Als er nach einem halben Jahr Erholung endlich in den Dienst zurückkehren darf, wird er – sehr zu seinem Ärger – nur noch zum Schreibtischdienst eingeteilt. Dann kommt jedoch sein Ex-Partner Doug (Mark Strong) zu ihm und bittet ihn darum, beim Verhör der taubstummen Zeugin Ava Lopez (Sandra Mae Frank) als Gebärden-Dolmetscher zu fungieren.
Im Anschluss an die Befragung vergisst Frank sein Smartphone in Avas Apartment. Deshalb kehrt er nur wenig später noch einmal dorthin zurück und kann gerade noch einen Mordanschlag auf die junge Frau vereiteln. Auf sich allein gestellt, müssen die zwei irgendwie aus dem riesigen Gebäude hinausgelangen. Was sich alles andere als einfach gestaltet. Schließlich haben die Killer doch bereits Verstärkung gerufen und lauern plötzlich überall …
Einen brandneuen Thriller stellen wir euch samt seines Trailers im folgenden Artikel vor:
"Hardcore" trifft "Crank" & "Snatch": Durchgeknallter Trailer zum brutalen First-Person-Actioner "Bad Day At The Office"*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.