Als „The Mandalorian“ 2019 startete, erklärte Lucasfilm offiziell, dass die Handlung ungefähr fünf Jahre nach „Star Wars 6: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ angesiedelt ist. Später wurde das in offiziellen Büchern nicht nur bestätigt, sondern konkretisiert. Seitdem wissen wir, dass die Serie im Jahr 9 ABY bzw. nach deutscher Schreibweise im Jahr 9 NSY, also neun Jahre nach der Schlacht von Yavin aus „Star Wars 4: Eine neue Hoffnung“, spielt.
Seit den ersten Folgen ist allerdings einiges passiert. Din Djarin (Pedro Pascal) traf Grogu, verlor ihn zwischenzeitlich an Luke Skywalker, bekam ihn in „Das Buch von Boba Fett“ zurück, half bei der Rückeroberung von Mandalore und erlebte jüngst mit seinem kleinen Schüler in „The Mandalorian & Grogu“ sein erstes Kino-Abenteuer. Doch wie viel Zeit während all dieser Geschichten eigentlich vergangen ist, wird seit Jahren heiß diskutiert. Bislang brachte Serien- und Filmschöpfer Jon Favreau wenig Licht ins Dunkel. Jüngst gab er aber eine klare Antwort, die ziemlich überraschend ist. Doch sorgt diese wirklich für Klarheit?
Spielt "The Mandalorian & Grogu" ganze 10 Jahre nach "Star Wars 6"?
Im neuen offiziellen Podcast zu „The Mandalorian & Grogu“, der seit dem Disney+-Start des Films verfügbar ist, sprechen Favreau und Dave Filoni unter anderem über die Position ihrer Geschichte zwischen Original- und Sequel-Trilogie. Dabei ordnet Favreau die Handlung des Kinofilms ungefähr zehn Jahre nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ ein. Und genau diese beiläufige Angabe sorgt unter Fans gerade für Diskussionen.
Denn wenn wir Favreaus Aussage wörtlich nehmen, befinden wir uns inzwischen ungefähr im Jahr 14 ABY bzw. NSY. Zwischen Din Djarins erster Begegnung mit Grogu und den Ereignissen von „The Mandalorian & Grogu“ sind damit also bereits rund fünf Jahre vergangen. Das haben viele Fans nicht nur offenbar überhaupt nicht so wahrgenommen, sondern es wirft auch Fragen auf.
Fans fragen sich: Wo sind diese 5 Jahre hin?
Auf der Plattform Reddit gibt es bereits mehrere Diskussionen zum Thema mit teils sehr unterschiedlichen Reaktionen. Einige Fans halten insgesamt fünf Jahre durchaus für plausibel. Gerade Nevarro verändert sich im Laufe der Handlung schließlich massiv. Aus dem ziemlich heruntergekommenen Außenposten der ersten Staffel wird eine florierende und sichtbar gewachsene Siedlung. Auch Din und Grogu könnten zwischen den gezeigten Abenteuern zahlreiche weitere Reisen erlebt haben.
Andere halten den Zeitraum dagegen für viel zu groß. Vor allem die drei Staffeln von „The Mandalorian“ sowie die Serien „Das Buch von Boba Fett“, „Ahsoka“ und „Skeleton Crew“ vermitteln bislang eher den Eindruck, relativ nah aufeinander zu folgen. Es gibt sogar mehrere sichtbare Indizien und Hinweise in den Serien selbst sowie Begleitmaterialien, dass all diese Geschichten im selben Jahr (9 ABY / NSY) spielen müssen. Dann gäbe es zwischen „The Mandalorian: Staffel 3“ und „The Mandalorian & Grogu“ das allererste Mal einen großen Zeitsprung, der gleich fünf Jahre umfasst.
Favreau sorgte schon einmal für Timeline-Chaos
Besonders amüsant an der neuen Diskussion: Wir hatten diese Situation schon einmal. Vor der dritten „Mandalorian“-Staffel sorgte Favreau 2023 mit Aussagen über die Zeit zwischen Din und Grogus Trennung und Wiedervereinigung für reichlich Verwirrung. Zunächst klang es damals so, als habe Grogu zwei Jahre bei Luke Skywalker trainiert. Als Favreau anschließend um Klarstellung gebeten wurde, half das nicht unbedingt weiter. Er erklärte schließlich, zwischen den Ereignissen seien irgendwo zwischen null und zwei Jahre vergangen, und orientierte sich bei seiner Überlegung teilweise an der realen Zeit zwischen den Veröffentlichungen.
Schon damals hielten wir bei FILMSTARTS fest, dass Favreaus Versuch, das Zeitsprung-Chaos aufzulösen, eher neue Fragen aufwarf. Wir vermuten langsam, dass Favreau zwar für seine Geschichten rund um Din Djarin und Grogu einen groben Zeitverlauf im Kopf hat, der aber nicht mit den weiteren Erzählungen im sogenannten Mandoverse so richtig abgestimmt ist. Deshalb ist auch die jetzige Zehn-Jahres-Angabe definitiv noch nicht als festgelegte neue Kanon-Datierung zu verstehen. Da bleibt zu hoffen, dass sich Lucasfilms oberste Kanonwächter bald mal melden. Die verfolgten bislang aber die Politik, sich erst öffentlich einzumischen, sobald Projekte komplett abgeschlossen sind, sobald das Mandoverse also auserzählt ist.
Darum ist die Zeitangabe hier so wichtig
Ganz unwichtig ist die Frage allerdings nicht. Denn wie deutlich gemacht, existieren Din Djarin und Grogu eben nicht isoliert und sind nicht allein Favreaus Spielplatz. „Ahsoka“, „Skeleton Crew“ und „Das Buch von Boba Fett“ spielen alle in derselben Ära und sind teilweise direkt miteinander verbunden. Vor allem mit Blick auf die kommende zweite Staffel von „Ahsoka“ samt Großadmiral Thrawns Rückkehr wird deshalb relevant, wie viel Zeit tatsächlich vergangen ist. Schließlich soll Thrawn der große übergreifende Bösewicht des gesamten Mandoverse werden. Da wäre es auch erzählerisch schon interessant, wie viel Zeit jeweils vergangen ist, weil das deutliche Auswirkungen hat.
Vielleicht gibt ja die im Januar 2027 startende „Ahsoka“-Fortsetzung eine Antwort. Bis es diese gibt, bleibt die sonst relativ eindeutige „Star Wars“-Zeitlinie für diesen einen Abschnitt, das sogenannte Mandoverse und die Ära der Neuen Republik, weiterhin ein großes und sicher ausführlich diskutiertes Rätsel.