„Ransom Canyon“ war einer der Versuche von Netflix, aus der Beliebtheit von Neo-Western-Titeln, für die vor allem „Yellowstone“ verantwortlich ist, Profit zu schlagen. Für die lose Adaption der gleichnamigen Buchreihe von Jodi Thomas hatte man große Pläne. „Wednesday“-Autorin April Blair wurden als Schöpferin mehrere Staffeln in Aussicht gestellt. Denn Netflix sah in der Mischung aus romantisch aufgeladener Familiensaga und modernem Western, bei dem sich die Geschichten mehrerer Rancher-Familien im texanischen Hill Country kreuzen, das Potenzial für eine jahrelange Laufzeit.
Doch dazu wird es nicht kommen. Nach nur zwei Staffeln ist jetzt Schluss, wie das Branchenmagazin Deadline berichtet. Die Entscheidung fällt bereits wenige Wochen nach dem Start der zweiten Season, da man bei Netflix wohl mit der Entwicklung der Zuschauerzahlen im Verhältnis zu den Kosten nicht zufrieden ist.
Zu teuer und dafür zu wenig Publikum
Die jüngste Season konnte nämlich nicht mehr an die Streaming-Zahlen der ersten anknüpfen und lag zu Beginn 43 % unter dem Niveau des Serienauftakts. Dass die Veröffentlichung der neuen Episoden von „Ransom Canyon“ dafür sorgte, dass viele Menschen auch die erste Staffel noch einmal schauten oder entdeckten und sie so in die Netflix-Charts beförderten, reichte dem Streamingdienst nicht. Die Serie war nach der Fortsetzung im Juli 2026 so auch insgesamt nur drei Wochen in den wöchentlich von Netflix veröffentlichten Serien-Top-10, dabei niemals auf dem ersten Platz.
Vor allem gilt die Serie als sehr aufwändig und teuer. Netflix selbst verkündete bei der ersten Staffel noch stolz, wie umfangreich die Produktion in New Mexico ist und wie viele Menschen man vor Ort beschäftigt. Schon nach der erfolgreichen ersten Staffel erkannte man aber, dass es schwer ist, diese Kosten zu rechtfertigen. Für die zweite Season reduzierte man so die Episodenanzahl von 10 auf 8 und trennte sich von mehreren Nebendarsteller*innen, um den Preis zu drücken. Doch das hat die Serie jetzt auch nicht gerettet.
"Ransom Canyon": Das vermeintliche Happy-End in Season 2 sollte nur ein Anfang sein
Dabei hatten April Blair und ihr Team offensichtlich noch längst nicht mit den Bewohner*innen von Ransom Canyon abgeschlossen hatten. Die Serien-Schöpferin hat sogar bereits ziemlich ausführlich darüber gesprochen hatte, wie es in einer dritten Staffel weitergehen sollte. Bekanntlich endete die zweite Season mit einem vermeintlichen Happy-End. Rancher Staten Kirkland (Josh Duhamel) und Pianistin Quinn O'Grady (Minka Kelly), deren komplizierte Beziehung sich über die ersten beiden Staffeln zieht, fanden endlich wieder zueinander und wagten den nächsten Schritt: Quinn zog zu Staten auf dessen Double-K-Ranch ein.
Doch Blair wollte zeigen, dass dieser Endpunkt vieler Romanzen eben kein Finale ist. Die dritte Season sollte schildern, wie schwierig es sein kann, eine Beziehung im Alltag tatsächlich funktionieren zu lassen. In einem Gespräch mit TVLine kündigte sie bereits einige „große Ereignisse“ an, welche die Liebe auf die Probe stellen sollten. Dazu bleiben mehrere Handlungsstränge der Nebenfiguren jetzt ohne Auflösung.
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