Jahr für Jahr stürzen sich Millionen von Menschen auf eine Geistergeschichte, die streng genommen auch eine Zeitreise-Story ist: Charles Dickens' „Weihnachtsgeschichte“ gehört in jede Menge Haushalten mit mindestens einer ihrer zahlreichen Verfilmungen fest zum Adventsprogramm. Drei der populärsten haben innerhalb von nur neun Jahren ihre jeweilige Weltpremiere gefeiert:
1983 verdichteten Micky Maus, Dagobert Duck und Konsorten den Dickens-Klassiker zum 25-minütigen Zeichentrickfilm, 1992 sangen, tanzten und scherzten sich die Muppets an der Seite eines unfassbar stark aufspielenden Michael Caine durch einen kreativ gestalteten, gleichwohl erstaunlich nah an der Vorlage erzählten Musicalfilm.
Dazwischen holten „Lethal Weapon“-Regisseur Richard Donner und Hauptdarsteller Bill Murray den Stoff in die (damalige) Gegenwart: „Die Geister, die ich rief“ präsentierte sich 1988 als sarkastische, zuweilen zynische und satirisch-bissige Abrechnung mit dem TV-Geschäft. Doch zwischen Medienschelten und schaurigem, trickreichen Geisterspektakel blieb der bewegende Kern des Stoffs erhalten.
Es wird sich zeigen müssen, ob Horror-Regisseur Ti West („Pearl“) und Hauptdarsteller Johnny Depp ab dem 12. November 2026 mit ihrer Dickens-Neuinterpretation „Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte“ ähnlich stark auftrumpfen werden wie zuvor Donner und Murray. Fest steht aber schon jetzt, dass der 80er-Jahre-Weihnachtshit im Fahrwasser des Depp-Vehikels eine Neuveröffentlichung erfährt. Denn am 13. November 2026 erscheint „Die Geister, die ich rief“ als 4K-Steelbook im deutschen Heimkino!
Wenn ihr ungeduldig seid und/oder auf die Sonderverpackung verzichten könnt: „Die Geister, die ich rief“ ist bereits 2023 als 4K-Edition in Standardaufmachung* erschienen und in dieser Version weiterhin erhältlich.
Sowohl die Standard-Edition als auch das kommende Limited-Edition-Steelbook umfassen die bissig-schräge, zwischendurch aber auch rührende Weihnachtskomödie zusätzlich zur 4K-Version auf Blu-ray. Als Extras gibt es unter anderem Featurettes, Promo-Clips und einen Audiokommentar von Regisseur Richard Donner.
Darum geht es in "Die Geister, die ich rief"
Frank Cross (Bill Murray) ist Programmleiter des erfolgreichen, provokante Maßstäbe setzenden Fernsehsenders IBC. Obwohl er bereits über Einfluss, Anerkennung und Reichtum verfügt, kriegt er nicht genug – und deshalb möchte er das Weihnachtsfest für einen Coup nutzen: Er will Dickens' Weihnachtsgeschichte in einer Liveshow als brutale Actionsause neu erfinden.
Das ist für viele von Franks Angestellten ein doppelter Affront: Eine ambitionierte Livesendung an Weihnachten bedeutet, dass viele von ihnen das Fest nicht bei ihren Liebsten verbringen können. Und das für solch einen wenig besinnlichen Schund! Frank kennt aber kein Erbarmen: Wer ihm widerspricht, wird gefeuert. Dann erscheint dem miesepetrigen Raffzahn plötzlich sein verstorbener Vorgänger Lew Hayward (John Forsythe) und kündigt den Besuch dreier Geister an...
Bei einem stattlichen Budget von 32 Millionen Dollar generierte „Die Geister, die ich rief“ während seiner Kino-Erstauswertung weltweit 100,3 Millionen Dollar an Einnahmen – ein solider Erfolg, doch bloß der Anfang der Geschichte. Denn im Heimkino und durch jährliche TV-Wiederholungen wurde die mit viel Aufwand umgesetzte und daher so imposante Weihnachtskomödie zum Dauerrenner.
Dass Murray als selbstverliebter Großkotz mit eigenwilligem Sinn für Humor, den man anfangs liebend gerne hasst und gen Ende einfach nur lieb hat, perfekt besetzt ist und seine Stärken mühelos ausspielt, ist selbstredend ebenfalls Teil der Faszination dieses Festtagsfilms. Zumal Murray zwar in eine von ihm gewohnte Kerbe schlägt, Frank Cross aber dennoch Individualität und bei aller Übertreibung auch einen nachvollziehbaren, verletzlichen Kern gibt.
Ob ihr das Depp nach dem Trailer für „Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte“ zutraut, dürft ihr selbst entscheiden. Die Vorschau auf die kommende Dickens-Adaption findet ihr im folgenden Beitrag:
So habt ihr Johnny Depp noch nie gesehen: Der erste Trailer zu seinem neuen Film "Ebenezer" ist da – vom "MaXXXine"-Regisseur*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.