Vom Regisseur einer legendär-versauten Johnny-Depp-Parodie: Völlig irre Horror-Sause neu im Heimkino
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Grotesk, albern und auf süffisante Weise ekelhaft: Die Horrorkomödie „Ice Cream Man“ verdirbt Filmfans seit über 30 Jahren den Appetit auf kühle Leckereien und macht Lust auf hirnverbranntes Blutvergießen! Jetzt ist sie auf Blu-ray erschienen.

Von Sidney Schering

Achtung, Verwechslungsgefahr: Vor wenigen Wochen lief „Ice Cream Man“ in den Kinos an, ein neuer Splatter-Spaß-Schocker von „Hostel“-Macher Eli Roth. Doch unter demselben Titel gibt es eine andere Horrorgroteske, und die hat im Gegensatz zu Roths wenig beachtetem Film bereits eine eingeschworene Kult-Fangemeinde.

Dieser „Ice Cream Man“ packt mit beiden Händen und manisch lachend ins Kühlfach für abgeschmackt-spaßige Ekeleien. Und während Eli Roth auf einen eher gelackten Look und den Einsatz von generativer KI setzte, punktet die kultige Horrorkomödie, um die es hier geht, mit knalligen Farben, bizarren Einfällen und einem die titelgebende Schurkenrolle enorm auskostenden „Apollo 13“-Star Clint Howard! Diese Woche hat „Ice Cream Man“ eine Neuauflage auf Blu-ray erhalten!

Sparfüchse können aber auch weiterhin auf die Edition aus dem Jahr 2025* setzen.

Darum geht es in "Ice Cream Man"

Als junger Knirps musste Gregory Tudor (Clint Howard) die kaltblütige Ermordung von Butch „The Ice Cream King“ Brickle bezeugen. Das hat ihn derart traumatisiert, dass er ins Wishing Well Sanatorium eingeliefert wurde.

Mittlerweile wurde er entlassen und hat die alte Eiscremefabrik des Ermordeten übernommen. Doch Gregory wurde nicht geheilt: Als neuer Eismann eines kalifornischen Vororts bringt er den Kindern nicht nur Leckereien, sondern auch Tod und Verderben mit einem extra Schlag Grauen!

Von der Penishand zur Ekel-Eiscreme

Der Regisseur von „Ice Cream Man“ wagte sich exklusiv für diese süffisant-alberne Horrorkomödie aus seiner filmischen Komfortzone: Paul Norman, der dieses Projekt unter dem Pseudonym Norman Apstein inszenierte, agierte sonst als Erotikregisseur und erlangte 1991 durch die pointiert betitelte, von Johnny Depp hoch gelobte Pornoparodie „Edward mit den Penishänden“ einen gewissen Ruhm.

Das Drehbuch zu Clint Howards großer Stunde als Horror-Widerling stammt derweil von Sven Davison und David Dobkin. Der inszenierte später den Komödienhit „Die Hochzeits-Crasher“, den Netflix-Spaß „Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga“ und folgendes Aufeinandertreffen zweier Actionlegenden:

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Davison und Dobkin haben sich in „Ice Cream Man“ völlig ausgetobt, wenn es um behämmerte, pseudo-coole Sprüche, maßlos kindische Beleidigungen und frostige Kalauer geht. Und mit Ekelanblicken wie Mäusekot und Kakerlaken im halb-aufgetauten Eis ist „Ice Cream Man“ verflixt nah dran an Kindergrusel-Kult wie der „Gänsehaut“-Fernsehserie aus den 1990ern – bloß, dass „Norman Apstein“ diese filmische Kalorienbombe dank literweise Kunstblut und aufwändig gestalteten, abgetrennten Köpfen in Eistüten letztlich doch als Erwachsenennascherei ausrichtet.

Die Sehnsucht nach Nachschlag besteht: Clint Howard gab mehrmals bekannt, in die Rolle des ekelhaften Eismanns zurückkehren zu wollen und rührte 2014 die Werbetrommel für eine Crowdfunding-Kampagne, um die Produktion von „Ice Cream Man 2: Sundae Bloody Sundae“ in Gang zu setzen. Als die Kampagne jedoch scheiterte, wurde versprochen, das Sequel auf anderem Weg zu finanzieren – seither ist es allerdings still um das Vorhaben geworden.

Und wenn ihr Nachschlag in Form eines aktuelleren Horrorfilms haben wollt, folgt einfach diesem Tipp:

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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.
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