Das Horror-Kino ist nicht unbedingt das Genre, das sich vor allem durch eine überbordende Innovationsfreude auszeichnet. Natürlich gibt es immer wieder clevere Abweichungen von der Norm und spannende neue Ansätze. Doch gerade im Slasher-Bereich wird das Publikum nach wie vor mit Variationen des immergleichen Musters überschüttet. Ihr habt also keine Lust mehr auf die ewigen Erzählmuster rund um maskierte Killer, lüsterne Teenager und fragwürdige psychologische Erklärungsversuche?
Dann solltet ihr euch unbedingt „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“ anschauen! Jane Schoenbrun lässt all diese vertrauten Elemente in ihrem Film zwar genüsslich aufleben, reflektiert sie zugleich aber auf eine derart findige und vielschichtige Weise, dass daraus ein experimenteller Horror-Trip entsteht, der immer wieder für Gänsehaut sorgt. Nachdem der Film erst am 20. August 2026 in den deutschen Kinos gestartet ist, könnt ihr ihn ab heute bereits im Abo von MUBI streamen!
Darum geht's in "Teenage Sex And Death At Camp Miasma"
Die ambitionierte queere Filmemacherin Kris (Hannah Einbinder) bekommt die einmalige Gelegenheit, den nächsten Teil der angeschlagenen Slasher-Reihe „Camp Miasma“ zu inszenieren. Während der Vorbereitung vertieft sie sich immer obsessiver in das von ihr verehrte Original – und entwickelt dabei eine zunehmende Faszination für dessen legendäres „Final Girl“ (Gillian Anderson). Schließlich gelingt es ihr sogar, die einstige Hauptdarstellerin, die sich seit Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, zu einer Rückkehr zu „Camp Miasma“ zu bewegen.
Doch die Zusammenarbeit entwickelt sich schon bald in eine unerwartete Richtung. Je mehr Zeit die Regisseurin mit der rätselhaften Schauspielerin verbringt, desto stärker gerät sie in ihren Bann. Zugleich fällt es ihr zunehmend schwer, zwischen Wirklichkeit und Einbildung zu unterscheiden. Und während die Vorbereitungen auf den Dreh voranschreiten, wird der Film immer mehr zu einem gefährlichen Spiegel ihrer eigenen Obsessionen.
Diesen Film muss man gesehen haben – vor allem als Horror-Fan!
Wenn ihr ein Herz für Horrorfilme habt, insbesondere für das Slasher-Subgenre der 1980er-Jahre, euch an den immer gleichen Mustern inzwischen aber auch ein wenig sattgesehen habt, ist „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“ wirklich Pflichtprogramm! Selten wurde sich zuletzt so spielerisch, atmosphärisch und zugleich reflektiert mit den Erzählkonzepten von Geschlecht, Sex und Gewalt im Horrorkino auseinandergesetzt.
In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik gab es dafür 4,5 von 5 möglichen Sternen. Das Fazit unseres Chefredakteurs Christoph Petersen fällt folgendermaßen aus: „Im Kern von ‚Teenage Sex And Death At Camp Miasma‘ mag irgendwo ein gendertheoretisches Proseminar stecken, aber es ist verpackt als schamlos-spaßiges Meta-Horror-Experiment, in dem die psychosexuellen Nuancen des Slasher-Genres ebenso verhandelt werden wie die Frage nach der besten Fruchtgummi-Marke.“
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