Verlust von voraussichtlich 250 Millionen Dollar: Warum dieser Film gerade so spektakulär an den Kinokassen scheitert
von Dobrila Kontic
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Trotz der Starpower von Tom Cruise und hohem Produktionsaufwand droht „Digger“ zu einem Mega-Flop für Studio Warner Bros. und den neuen Mutterkonzern Skydance zu werden. Wie konnte das passieren?

Zunächst war von einem prognostizierten Verlust von 125 Millionen US-Dollar nach der globalen Kinoauswertung die Rede, dann von 150 Millionen US-Dollar und nun steht eine noch viel größere Zahl im Raum: Dem Branchenmagazin The Wrap zufolge könnte Alejandro González Iñárritus hochbudgetierte Satire „Digger“ für das Studio Warner Bros. am Ende rund 250 Millionen US-Dollar Verlust bedeuten.

The Wrap bezieht die Zahlen für die Prognose vor allem von Insidern bei Warner und beim Mutterkonzern Skydance, in dem das Studio seit der kürzlich vollzogenen Mega-Fusion mit Paramount aufgegangen ist. Diesen Insidern zufolge hatte „Digger“ Produktionskosten in Höhe von ca. 170 Millionen US-Dollar und zudem ein Marketing-Budget von 100 Millionen US-Dollar.

Weltweit rechnet man bei Skydance aber mit Einnahmen von gerade mal 40 Millionen US-Dollar, von denen „Digger“ bislang 20 Millionen US-Dollar eingespielt hat. Nun treibt alle die Frage um: Wie kann ein Film mit Tom-Cruise-Starpower und einem erfahrenen Regisseur wie Iñárritu dermaßen floppen?

Konnten den Film nicht retten: Tom Cruise und Riz Ahmed in Warner Bros.
Konnten den Film nicht retten: Tom Cruise und Riz Ahmed in "Digger"

"Digger": Überschrittenes Budget und verfehltes Marketing

Anthony D’Alessandro vom Magazin Deadline wagte eine Analyse dessen, was mit „Digger“ schiefgelaufen ist. Dem Bericht zufolge soll das zuletzt sehr erfolgreiche, aber mittlerweile geschasste Warner-Chefduo Michael De Luca und Pamela Abdy früh begeistert von dem Projekt gewesen sein. Dabei hätten sie vor allem die Namen Alejandro González Iñárritu und Tom Cruise als so zugkräftig eingeschätzt, das sie ein Produktionsbudget von 125 Millionen US-Dollar durchgewunken haben. Aufgrund eines verlängerten Drehplans seien diese Kosten erheblich gestiegen.

Hinzu kam ein offenbar verfehltes Marketing: Ein früher Trailer zu „Digger“ ließ das Publikum etwas ratlos zurück, wovon dieser Film eigentlich handelt. Zudem war Tom Cruise, sonst ein meist verlässliches Zugpferd für Blockbuster, darin unter der schweren Maske und dem Fatsuit kaum zu erkennen. Ein Großteil des Marketingbudgets, so Deadline, war für eine globale Pressetour von Cruise gedacht, von der man allerdings wenig mitbekommen hat. „Er stand der Presse nicht zu 100 Prozent zur Verfügung“, heißt es im Artikel.

Kein Festival-Buzz, aber negative Kritiken

Deadline lässt unerwähnt, dass „Digger“ trotz vorheriger Spekulationen weder bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes noch in Venedig gezeigt wurde. Offenbar hatte man sich bei Warner wie schon bei „One Battle After Another“ und „Sinners“ gänzlich auf den regulären Kinostart verlassen. Damit verzichtete man aber auch auf die Gelegenheit, schon frühe, weitreichende Medienresonanz auf „Digger“ zu produzieren.

Dass der Festival-Buzz allerdings nicht so positiv ausgefallen wäre wie erhofft, war vielleicht der springende Punkt: Aktuell fallen die Kritiken zu „Digger“ negativ bis gemischt aus. Auf Rotten Tomatoes erreicht der Film aktuell gerade mal einen Wert von 52 Prozent überwiegend positiven Kritiken. Auch Redakteur Björn Becher sieht in seiner FILMSTARTS-Kritik „Digger“ als „eine überraschend leblose, dröge Angelegenheit, deren endlose Szenen die wenigen Ideen viel zu lange auswalzen.“

Welcher Film ganz im Gegenteil zu „Digger“ in diesem Jahr zum Kinokassen-König aufstieg und nun gestreamt werden kann, erfahrt ihr hier:

Über 2,5 (!) Milliarden Dollar an den Kinokassen: Der erfolgreichste Blockbuster des Jahres ist schon jetzt im Streaming verfügbar

Dobrila Kontic
Dobrila Kontic
-Freie Autorin
Zu Dobrilas Lieblingsfilmen gehört Düster-Melancholisches ("Donnie Darko") bis Dystopisches ("Children Of Men"), aber schwarzhumorigen Komödien und Satiren kann sie auch viel abgewinnen.
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