Im Sommer 2022 stürmte „Sniper 8: Assassin's End“ plötzlich und für viele Branchen-Beobachter sehr überraschend die Spitze der deutschen Netflix-Charts. Doch damit nicht genug. Das bereits siebte Sequel zur 1993 gestarteten Actionreihe um einen alternden Scharfschützen, gespielt von 1980er-Star Tom Berenger („Platoon“), löste einen wahren Boom aus. Abertausende wollten nun auch die restlichen Fortsetzungen sehen. Noch immer floriert das Streaming-Geschäft weiterhin so sehr, dass mittlerweile zwölf Teile existieren. Am Abend könnt ihr einen davon im Free-TV sehen, der für mich zu den besten Teilen der Reihe zählt:
„Sniper 3“ läuft am heutigen 15. Oktober 2026 um 22.30 Uhr auf Tele 5. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 16. auf den 17. Oktober um 2.10 Uhr. Alternativ könnt ihr den FSK-16-Titel aktuell ohne Aufpreis im Rahmen des Flatrate-Abos von WOW* streamen. Wer kein Abo hat und bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann jederzeit auf ein Video-on-Demand ausweichen:
"Sniper 3": Das ist die Story
Der eigentlich längst im Ruhestand befindliche Scharfschütze Thomas Beckett (Tom Berenger) hat nach seiner Wiedereinstellung bei den U.S. Marines massive Probleme damit, die militärische Befehlskette zu akzeptieren. Schließlich hatte er den Großteil seiner frühen Dienstjahre allein im Dschungel verbracht und sich seine Befehle quasi selbst erteilt. Als dann auch noch die Hochzeit des Sohnes (Ken Streutker aus „The Eagle Path“) seines damals in Vietnam gefallenen Kameraden Paul Finnegan (John Doman, „The Wire“) ansteht, weckt dies schmerzhafte Erinnerungen.
Ausgerechnet in diesem Moment erhält Beckett von CIA-Direktor Avery (Denis Arndt, „Basic Instinct“) den Befehl, wegen einer dringenden Mission nach Saigon zurückzukehren. Dort soll er mit Hilfe des lokalen Cops Quan (Byron Mann, „Skyscraper“) den berüchtigten Waffen- und Drogenhändler King Cobra eliminieren. Was Beckett nicht ahnt: Bei King Cobra handelt es sich in Wahrheit um Finnegan. Dessen Tod war damals nur vorgetäuscht worden, nachdem der Geheimdienst ihn für den Drogenhandel zur Finanzierung verdeckter US-Operationen im benachbarten Kambodscha rekrutiert hatte…
Eigentlich als Finale konzipiert
Wie es dazu kam, dass es erstaunlich lange dauerte, den bei kleinem Budget erstaunlich erfolgreichen Actioner „Sniper“ endlich fortzusetzen, haben wir euch bereits in unserem Artikel zum kürzlich gezeigten „Sniper 2“ geschildert. Dieses Mal verstrichen keine 20 Monate, bis der von „From Dusk Till Dawn 3“-Regisseur P.J. Pesce inszenierte dritte Film der Reihe erschien – nun direkt für die Videotheken und DVD-Läden. Damals war der Reißer als Abschluss einer Trilogie geplant. Wie wir mittlerweile wissen, war er aber vielmehr nur der Startschuss für eine wahre Flut weiterer Sequels.
„Sniper 3“ liefert klassische B-Film-Action, die für einen Film mit begrenztem Budget kompetent und ansehnlich umgesetzt ist. Das trifft allerdings auch auf seine Vorgänger und die meisten der Nachfolger zu. Was „Sniper 3“ besonders macht, ist, dass wir hier erstmals einen echten Blick ins Innenleben des von einem meist unglaublich missmutig aus der Tarnkleidung schauenden Tom Berenger gespielten Titelhelden geboten bekommen, der dann auch tatsächlich stimmig präsentiert wird.
Zwar wird auch hier auf bewährte Spannungselemente zurückgegriffen, wenn Beckett versucht, einen schwierigen Schuss abzugeben, dabei aber immer wieder durch Freund und/oder Feind gestört wird. Noch interessanter ist meiner Meinung nach aber der Umstand, dass Beckett zwar nach den Ereignissen von „Sniper 2“ offiziell wieder als Soldat im Dienst ist, sein Körper jedoch nicht mehr so mitspielt, wie er sollte. Die Folgen der Verstümmelung seines Abzugsfingers im ersten Teil holen ihn nun ein und beeinträchtigen seine legendäre Treffsicherheit.
Nicht nur diese Entwicklung verleiht „Sniper 3“ eine gewisse Endgültigkeit. Ironischerweise ahnten damals aber weder Berenger noch sein Regisseur, die hier offensichtlich eine „letzte Mission“ für Beckett anstrebten, dass die Reihe über 20 Jahre später weiterhin florieren und sogar erfolgreicher denn je sein würde.
Nachdem „Sniper 12: No Nation“ erst im Juli 2026 debütierte, ist ein 13. Film bereits im Kasten. Alles, was wir bisher über diesen nächsten Part der Reihe wissen, hat FILMSTARTS-Action-Experte Björn Becher für euch im folgenden Artikel zusammengefasst:
13. (!) Teil von Action-Reihe wurde heimlich gedreht und soll noch 2026 starten*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.