Vor 49 Jahren kam (damals noch unter dem schlichten Titel „Krieg der Sterne“) „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ in die Kinos – und bildete nicht nur den Startschuss für eines der größten Franchises der Filmgeschichte, sondern begründete gemeinsam mit Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ auch das moderne Blockbuster-Kino.
Das Publikum konnte vor allem über vollkommen neuartige Spezialeffekte staunen: Ob gigantische Raumschiffe, spektakuläre Weltraumschlachten oder die detailreich ausgestalteten Landschaften fremder Planeten – die weit, weit entfernte Galaxie schien in dem von George Lucas geschaffenen Sci-Fi-Abenteuer so greifbar wie nie zuvor. Dabei waren einige Tricks erstaunlich simpel!
Ein besonders schönes Beispiel dafür ist Luke Skywalkers Landspeeder, mit dem der von Mark Hamill gespielte Held zu Beginn des Films über die Wüstenlandschaft seines Heimatplaneten Tatooine rast. Das knapp vier Meter lange Gefährt, das ursprünglich Lukes Onkel Owen Lars (Phil Brown) gehört, sieht zwar schon reichlich mitgenommen aus, ist aber ziemlich schnell unterwegs – und schwebt dank seines Antigravitationsantriebs scheinbar mühelos über den Sand, ohne dabei auch nur den Boden zu berühren. Doch tatsächlich konnte der X-34-Landspeeder, der zu den bekanntesten Fahrzeugen der Saga zählt, überhaupt nicht fliegen!
In Wirklichkeit handelte es sich bei dem Landspeeder um ein ganz gewöhnliches Fahrzeug auf vier Rädern, das lediglich mit einer futuristischen Karosserie verkleidet wurde. Damit das Publikum davon nichts mitbekam, griffen Lucas und sein Team zu einem ebenso einfachen wie wirkungsvollen Trick: Sie befestigten Spiegel an den Seiten des Wüstenflitzers.
Diese waren so ausgerichtet, dass sie den sandigen Untergrund reflektierten und gleichzeitig die Räder verdeckten. Aus dem richtigen Kamerawinkel sahen die Zuschauer*innen nun statt eines Fahrzeugs, das durch die tunesische Wüste fuhr, einen Landspeeder, der einige Zentimeter über dem Boden zu gleiten schien.
Vaseline machte die Illusion (fast) perfekt
Zumindest bei Aufnahmen aus größerer Entfernung funktionierte das hervorragend. Bei Nahaufnahmen stieß die Illusion allerdings an ihre Grenzen. Denn die Spiegel wurden durch den aufgewirbelten Wüstenstaub schnell schmutzig, sodass der Schwindel schnell aufzufliegen drohte. Doch auch für dieses Problem fand sich eine Lösung – und die war nicht minder einfallsreich: Wenn beispielsweise Luke und seine Begleiter in Mos Eisley von den Sturmtruppen angehalten werden, kam Vaseline zum Einsatz!
Die fettige Salbe wurde auf einen Kamerafilter geschmiert, um den unteren Bildbereich gezielt unscharf erscheinen zu lassen. So blieben die verräterischen Spiegel verborgen und der Landspeeder konnte weiterhin elegant durch die Luft schweben. Ganz perfekt war der Trick allerdings nicht: In der ursprünglichen Kinofassung fiel der verschwommene Bereich durch einen leicht orangefarbenen Schleier auf. Erst in späteren Versionen wurde dieser Makel korrigiert.
Auch Steven Spielberg hat eine der ikonischsten Szenen der Blockbuster-Geschichte mit sehr einfachen Mitteln hergestellt – mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:
Vor 33 Jahren brauchte Steven Spielberg nur ein Glas Wasser und eine Gitarrensaite, um eine der spannendsten Szenen der Filmgeschichte zu erschaffenEin ähnlicher Artikel ist bereits bei unseren Kolleg*innen von JeuxVideo erschienen.