Mit Jet Li („Hero“, „Blade Of The Guardians“) in der Hauptrolle und Corey Yuen („The Transporter“, „Tage des Terrors“) auf dem Regiestuhl waren die zwei entscheidendsten Posten von „The Legend“ derart hochkarätig besetzt, dass da eigentlich nur etwas Großes rauskommen konnte. Ja, egal ob ihr den Film unter einem seiner Alternativtitel wie „Der Vollstrecker“ oder „Fong Sai Yuk“ kennt: Wer sich an die Action-Komödie erinnert, tut das nicht zuletzt, weil hier alle Beteiligten von der ersten Szene weg in die Vollen gehen.
Da verwundert es auch nicht, dass die famosen Action-Choreografien mehrfach prämiert wurden – unter anderem bei dem renommierten Hong Kong Film Award – und der Film bei einer Umfrage des Magazins Time Out, bei der zahlreiche internationale Filmschaffende, Stuntleute und Journalist*innen zu Rate gezogen wurden, zu einem der 100 besten Actionfilme aller Zeiten gewählt wurde. Warum diese Auszeichnung absolut verdient ist? Davon sollten sich Fans brachialer Unterhaltung allerspätestens jetzt überzeugen.
Denn „The Legend“ kehrt am 16. Oktober in die Heimkinos zurück – komplett ungekürzt sowie auf Blu-ray* und 4K-Blu-ray*! Martial-Arts-Bewanderte wissen um die Besonderheit dieser Veröffentlichung, gab es den auch in Sachen Gewalt immer wieder über die Stränge schlagenden Kracher in Deutschland doch lange Zeit nur in einer geschnittenen Fassung. Nachdem die Uncut-Version vor wenigen Monaten ihre 4K-Premiere in Form mehrerer streng limitierter Sammlereditionen feierte, folgt nun die Standardausführung – und damit eine preisgünstige Alternative für alle Genre-Fans, die nicht bereit sind, für Verpackungs-Klimbim einen meist satten Aufpreis zu bezahlen.
"The Legend": Ein Spektakel von Anfang bis Ende
Genau genommen erzählt Corey Yuen hier zwei Geschichten. Einmal die des rebellischen Kampfsportkünstlers Fong Sai-Yuk, der sich in die Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns verliebt. Um ihr Herz zu gewinnen, nimmt er schließlich an einem Kampfturnier teil, das er aufgrund eines Missverständnisses jedoch vorzeitig abbricht – bevor kurzerhand seine verkleidete Mutter an seine Stelle tritt, um den Sieg doch noch einzufahren.
Darüber hinaus gerät Fong Sai-Yuks Familie auch in politische Verstrickungen, gehört sein Vater doch der Widerstandsbewegung der Red Flower Society an, die sich der Herrschaft der Qing-Dynastie widersetzt. Die drohende Konsequenz seiner Handlungen: eine öffentliche Hinrichtung…
„The Legend“ ist insofern ein untypischer Jet-Li-Film, als dass er in Sachen Klamauk ordentlich auf die Tube drückt – und damit eher an die kultigen Klopper-Komödien von Jackie Chan erinnert. Wer mit dieser Art von Humor nichts anfangen kann, wird also auch hier nicht allzu viel zu lachen haben. Zu bewundern gibt es dennoch allerhand. Denn Regisseur Corey Yuen machte sich nicht zuletzt als Choreograph von kinetischen Actionsequenzen einen Namen – und fand in Jet Li seinen ultimativen Sparringspartner.
Die beiden entwickelten sich im Zuge ihrer zahlreichen Kollaborationen – von „Total Risk“ über „Romeo Must Die“ bis „Kiss Of The Dragon“ – zu einem der renommiertesten Duos des modernen Martial-Arts-Kinos und bannten einige der kreativsten Action-Momente der 90er und 2000er auf die Leinwände. „The Legend“ machte dahingehend den Anfang …
… und ist ein Wuxia-Feuerwerk der Superlative, das einen auch über 30 Jahre später noch in ungläubiges Staunen versetzt. Denn hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Bereits in den ersten 15 Minuten werden so gleich drei (!) Actionszenen von der Leine gelassen, in denen es gewaltig kracht – inklusive Menschen, die durch loderndes Feuer laufen oder ihren Unterarm geradewegs durch den Ellbogen geschoben bekommen. Ganz zu schweigen von einem einzigartig-wilden Schlagabtausch, der auf den Schultern (!) einer tobenden Menschenmasse ausgetragen wird. Es ist nur einer von zahlreichen Höhepunkten, die nicht nur Wire-Fu-Enthusiasten schwärmen lassen.
Der Inszenierungsfreude Corey Yuens scheinen ebenso wie der geradezu aufopfernden Einsatzbereitschaft seines Ensembles keine Grenzen gesetzt. Denn einige der hammerharten Einlagen nahe: Hier müssen sich beim Dreh einige Leute ganz schön wehgetan haben! Und wenn dann doch mal ganz offensichtlich kein Mensch, sondern eine Puppe herhalten muss, zahlt das ganz einfach aufs Comedy-Konto des Films ein.
Kinetik und Einfallsreichtum wurden hier derart spielerisch (und verspielt) zu einem Klopper-Cocktail vermengt, wie man es heute eigentlich nicht mehr sieht. Ausnahmen wie etwa der Film, um den es im nachfolgenden Artikel geht, bestätigen die Regel...
Der beste Actionfilm des Jahres kommt diese Woche endlich ins Heimkino – ein absolutes Fest für alle Fans brachialer Unterhaltung!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.