Ich schreibe nun schon recht lange für FILMSTARTS Texte zu abendlichen TV-Ausstrahlungen. Meistens stimme ich mit den Kolleg*innen, die die betreffenden Filme damals zum Leinwand- oder Heimkino- beziehungsweise Streamingstart für uns besprochen haben, in der Beurteilung der Werke überein. Gelegentlich gibt es dann aber doch mal Ausreißer, bei denen ich eine negative oder positive Rezension nicht wirklich nachvollziehen kann.
Ein solcher Fall kommt heute in Form von „Die letzte Festung“ von Regisseur Rod Lurie („Rufmord - Jenseits der Moral“) zur Primetime daher. Deshalb möchte ich euch trotz der nur laue 2 von möglichen 5 Sternen vergebenden FILMSTARTS-Kritik dringend empfehlen, einzuschalten. Auch und gerade, weil die beiden mittlerweile leider verstorbenen Stars des zwischen Gefängnis-Action und Kriegs-Drama changierenden Thrillers fantastische Auftritte hinlegten:
„Die letzte Festung“ läuft am heutigen 18. Oktober 2026 um 20.15 Uhr auf Kabel Eins. Eine Wiederholung folgt am 21. Oktober um 23.05 Uhr. Wer beide Termine verpasst und bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann auf Blu-ray und DVD oder ein Video-on-Demand ausweichen:
Durchgehend spannend und immersiv
Mit seiner allenfalls durchwachsenen Bewertung von „Die letzte Festung“ steht unser FILMSTARTS-Kritiker David Bergmann zu meiner mittelschweren Erschütterung längst nicht alleine da. Schaut man mal auf Rotten Tomatoes, der wichtigsten US-Sammelseite für professionelle Filmkritiken, so sind von den 117 dort gelisteten Besprechungen gerade einmal 52 Prozent wohlwollender Natur (Stand: 12. Oktober 2026).
Ja, es stimmt, dass „Die letzte Festung“ uns eine Menge Klischees serviert. Fast sämtliche der hier gezeigten Situationen dürften die etwas erfahreneren Filmfans unter euch schon in diversen anderen Gefängnis- und/oder Meuterei-Reißern gesehen haben. Wie Rod Lurie diese bewährten Plot-Elemente allerdings nutzt, um unerbittlich die Spannungsschraube anzuziehen und in Richtung eines vielleicht nicht gerade allzu realistischen, dafür aber wahrlich spektakulären Finales zu eilen, ist eine durchgehend unterhaltsame Freude. Denn das Ganze ist extrem packend und immersiv gemacht. Da verzeiht man dem selbst jahrelang als Soldat gedienten Regisseur gern den zwischendrin etwas arg dick aufgetragenen Stars-and-Stripes-Patriotismus.
Apropos Freude: Ein Blick auf die Besetzungsliste sollte vielen von euch strahlende Augen bescheren. Denn nicht nur treten hier Hollywood-Legende Robert Redford („Die Unbestechlichen“, „Butch Cassidy And The Sundance Kid“) und der brillante „Die Sopranos“-Star James Gandolfini gegeneinander an. An ihren Seiten könnt ihr euch zudem noch unter anderem auf „Avengers“-Superheld Mark Ruffalo sowie die immer zuverlässigen Delroy Lindo („Gottes Werk und Teufels Beitrag“), Clifton Collins Jr. („Eddington“), Brian Goodman („What Doesn’t Kill You“), Michael Irby („Flightplan“) und Robin Wright („Forrest Gump“) in Nebenparts freuen.
"Die letzte Festung": Das ist die Story
Colonel Winter (James Gandolfini) hat seine ganz eigene Vorstellung von Recht und Ordnung. Als Direktor eines der am besten gesicherten Militärgefängnisse der Vereinigten Staaten kann er diese auch gnadenlos durchsetzen. Dort regiert er mit eiserner Hand und genießt es geradezu, seine Machtposition auszuspielen. Auch weil er weiß, dass er im Gesamtbild der U.S. Army ein ganz kleines Licht ist.
Seine eigene Unwichtigkeit wird ihm einmal mehr vor Augen geführt, als der hochdekorierte Kriegsheld und Bestsellerautor General Eugene Irwin (Robert Redford) als Häftling in seinen Knast kommt. Der Versuch der Verbrüderung mit seinem wegen Insubordination bei einer Rettungsaktion verurteilten Ex-Vorgesetzten schlägt fehl, da dieser den nie an der Front gewesenen Winter als ihm nicht ebenbürtig betrachtet.
Diese Demütigung nimmt der sadistisch veranlagte Winter zum Anlass, die ohnehin schon katastrophalen Bedingungen in seinem Gefängnis nicht nur für den General, sondern für sämtliche Insassen noch deutlich unmenschlicher zu gestalten. Womit Winter allerdings nicht gerechnet hat: Irwin ruft seine ihm schnell treu ergebenen Mitgefangenen zur Revolte auf …
Einen noch deutlich älteren, dafür aber absolut brillanten Klassiker mit Robert Redford könnt ihr aktuell im Programm von Netflix streamen. Im folgenden Artikel stelle ich ihn euch näher vor:
Jetzt auf Netflix streamen: "Der Clou" mit Robert Redford & Paul Newman*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.