Das gab es noch nie: Diese 4 Filme sollen am selben Tag ins Kino kommen – und das ist noch nicht alles
von Björn Becher
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Dass die unter der Regie von „James Bond: Skyfall“-Macher Sam Mendes entstehenden vier Beatles-Biopics außergewöhnlich werden, ist schon länger klar. Jetzt sollen sogar die Kinostarts und die Einspielergebnisse anders als üblich behandelt werden.

Sony Pictures

Es klingt schon jetzt absurd, größenwahnsinnig und gleichzeitig ungemein interessant. Statt mit einem üblichen Biopic der legendären Band Beatles ein filmisches Denkmal zu setzen, dreht Regisseur Sam Mendes gerade vier Kinofilme mit einem Gesamtbudget von 400 Millionen Dollar parallel. Für jedes Bandmitglied soll es einen eigenen Film geben. Jedes Werk wird dabei dieselbe Geschichte der Pilzköpfe aus einer ganz eigenen Perspektive beleuchten.

Das ist schon absolut ungewöhnlich, doch es wird noch verrückter. Bislang ging man davon aus, dass Sony die Filme in kurzer Abfolge in die Kinos bringen würde. Doch jetzt berichtet der Hollywood Reporter von absolut einzigartigen Überlegungen.

Alle 4 "Beatles"-Kinofilme am selben Tag und mit einem Ticket?

Demnach planen Sony Pictures und Sam Mendes, alle vier Beatles-Filme tatsächlich am selben Tag zu veröffentlichen. Das klingt erst einmal nach einem gewaltigen Risiko, denn eigentlich versuchen Hollywood-Studios zu vermeiden, sich mit eigenen Produktionen gegenseitig Konkurrenz zu machen. Zudem könnte es kräftig nach hinten losgehen. Denn nur wenige Leute dürften direkt in vier Filme gehen. Es besteht die Gefahr, dass sich selbst Fans für die Perspektiven der populärsten Bandmitglieder John Lennon und Paul McCartney interessieren, aber die Versionen mit Ringo Starr und George Harrison im Fokus ignorieren. Doch die ungewöhnliche Veröffentlichungsidee soll Teil einer ausgeklügelten Strategie sein.

Der Plan sei, dass das Publikum die vier Beatles-Filme eben nicht als isolierte Produktionen, sondern als ein einziges großes Kinoereignis wahrnimmt. So gebe es auch die Idee, eine Art Kombi-Ticket anzubieten. Man kauft also ein Ticket direkt für alle vier Filme und kann diese dann nach und nach anschauen. Das wäre aber mit einigem organisatorischen Aufwand und auch Abstimmung mit den Kinos verbunden. Diese müssten gleichzeitig zum regulären Programm genügend Säle und Vorstellungen für vier zusammengehörige Produktionen bereitstellen – und das womöglich auch für einen gewissen Zeitraum. Schließlich lässt sich Fans, die am ersten und zweiten Wochenende jeweils einen der Filme sehen, in Woche 3 kaum vermitteln, dass die Kinolaufzeit bereits beendet ist. Gleichzeitig bleibt fraglich, wie viele Personen direkt ein Vierer-Ticket lösen, bevor sie überhaupt wissen, ob ihnen der erste Film gefällt.

Sony könnte sogar die Einspielergebnisse geheim halten

Für die simultane Veröffentlichung spricht allerdings, dass dem Publikum keine feste Reihenfolge aufgezwungen werden soll. Zudem ließe sich so in Kombination mit einem weiteren Kniff der künstliche Konkurrenzkampf zwischen den Musikern umschiffen. So denke Sony laut dem Hollywood Reporter darüber nach, keine Einspielergebnisse für die vier Einzelfilme zu melden. Stattdessen soll es nur ein gemeinsames Einspielergebnis des gesamten Events geben, was gerade im Falle von Kombi-Tickets ohnehin eine logische Konsequenz wäre.

Vor allem wären damit Diskussionen darüber, welcher Beatle beim Publikum am beliebtesten ist, im Keim erstickt. Ob John Lennon mehr oder weniger Menschen ins Kino lockt als Paul McCartney und ob vielleicht alle George Harrison ignorieren, wäre dann kein Thema.

Ein gewaltiges Experiment mit vier Hollywoodstars

Schon unabhängig von der außergewöhnlichen Kinostrategie gehört das Projekt zu den ambitioniertesten Musiker-Biopics, die Hollywood bislang in Angriff genommen hat. Sam Mendes inszeniert persönlich alle vier Filme. Dabei erzählen diese keine vier völlig unabhängigen Geschichten, sondern greifen ineinander und beleuchten dieselben Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Paul Mescal („Gladiator II“) verkörpert dabei Paul McCartney, der auf unserem Artikelbild zu sehende Harris Dickinson („Babygirl“) spielt John Lennon, Joseph Quinn („Fantastic Four: First Steps“) schlüpft in die Rolle von George Harrison und Barry Keoghan („Saltburn“) gibt Ringo Starr. Erstmals haben die Beatles beziehungsweise ihre Rechtevertreter dafür die umfassenden Lebens- und Musikrechte an einem fiktionalen Filmprojekt freigegeben.

Ob das Hollywood-Experiment tatsächlich in dieser Form stattfindet, bleibt abzuwarten. Sony und Mendes haben sich bislang nicht final geäußert. Produzentin Pippa Harris hatte kürzlich nur nebulös erklärt, dass sich das Publikum die Filme beispielsweise über mehrere Wochen verteilt ansehen könnte. Fest steht bislang nur der geplante Veröffentlichungszeitraum im April 2028.

Um einen Regisseur der in Kürze ein ganz anderes gewaltiges Großprojekt herausbringt (und direkt das nächste in Angriff nimmt), geht es derweil im folgenden Artikel:

"Ich habe genug von Arrakis": Denis Villeneuve erklärt, warum er "Dune 3" trotzdem drehte – und warum "James Bond" gerade rechtzeitig kam!

Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 25 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" und alles, was gerade im Kino läuft.
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