"Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich ihn noch einmal machen": Michael J. Fox sieht diesen Kriegsfilm nach 37 Jahren mit anderen Augen
von Michael Bendix
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Vor 37 Jahren übernahm „Zurück in die Zukunft“-Star Michael J. Fox seine untypischste Rolle – in einem intensiven Kriegsfilm-Meisterwerk. Heute würde er sie allerdings ganz anders spielen.

Wer an Michael J. Fox denkt, hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sofort seine Paraderolle des Marty McFly aus der „Zurück in die Zukunft“-Reihe im Kopf. Natürlich hat der zeitreisende Teenagers die Karriere des heute 65-Jährigen geprägt wie keine andere Figur – doch man sollte nicht vergessen, dass Fox noch in einer ganzen Reihe weiterer Filme mitgespielt hat.

Meistens handelte es sich dabei um Komödien, ob nun gruselig („Teen Wolf“), actionbetont („Auf die harte Tour“) oder romantisch („Doc Hollywood“). Doch es gibt eine Ausnahme, die aus seiner Filmografie deutlich heraussticht: „Die Verdammten des Krieges“, ein ungemein intensiver Vietnam-Kriegsfilm, der 1989 unter der Regie von Brian De Palma entstanden ist.

Die Verdammten des Krieges
Die Verdammten des Krieges
Starttermin 1. Februar 1990 | 1 Std. 53 Min.
Von Brian De Palma
Mit Michael J. Fox, Sean Penn, Don Harvey
Pressekritiken
4,3
User-Wertung
4,1
Filmstarts
5,0

Fox spielt darin Private Eriksson, der sich als einziger Soldat seiner Einheit weigert, an der Entführung und Vergewaltigung eines vietnamesischen Mädchens teilzunehmen. Der in weiteren Rollen mit Stars wie Sean Penn, John Leguizamo, John C. Reilly oder Ving Rhames besetzte Film geht zwischen Klassikern wie „Apocalypse Now“, „Platoon“ oder „Full Metal Jacket“ bis heute ein bisschen unter – doch daraus sollte man keine Rückschlüsse über seine Qualität ziehen: In der offiziellen FILMSTATRS-Kritik, die ihn als „Schlag in die Magengrube“ bezeichnet, bekommt „Die Verdammten des Krieges“ beispielsweise die seltene Maximalwertung von fünf Sternen.

Wenn Michael J. Fox heute an das Werk zurückdenkt, ist er mit seiner Leistung aber nicht mehr ganz zufrieden. Damals begriff er den Film als Chance, als ernsthafter Charakterdarsteller wahrgenommen zu werden – was ihm nicht ganz gelingen sollte.

Nur zwei Jahre später wurde bei Fox Parkinson diagnostiziert, eine Erkrankung, die seine Karriere im Laufe der folgenden Jahrzehnte zunehmend beeinträchtigte und ihn schließlich 2020 dazu veranlasste, sich endgültig aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen. Gerade wegen seiner Erfahrungen mit der Krankheit blickt Fox heute mit zwiespältigen Gefühlen auf „Die Verdammten des Krieges“ zurück.

„Wenn ich die Zeit zurückdrehen und alles, was ich durch Parkinson gelernt habe, in eine Rolle einfließen lassen könnte, würde ich ‚Die Verdammten des Krieges‘ noch einmal machen“, erklärte der „The Frighteners“-Star gegenüber AARP. „Mit einem besseren Verständnis für die Grausamkeit, das Leid, die Schönheit und all die erhabenen Seiten dieses ganzen Wahnsinns, mit dem ich damals zurechtzukommen versuchte.“

Fox betrachtet die Rolle heute also aus einer Perspektive betrachtet, die ihm damals schlichtweg noch nicht zur Verfügung stand – und es ist nachvollziehbar, dass er vor diesem Hintergrund deutliches Verbesserungspotenzial sieht. Doch auch so ist „Casualties of War“, so der englische Originaltitel, ein herausragender Film geworden. Das sieht übrigens auch Quentin Tarantino so!

Dieser hat übrigens einen entscheidenden Teil dazu beigetragen, dass Fox die Schauspielerei endgültig an den Nagel hängte. Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:

So haben Quentin Tarantino und Leonardo DiCaprio dabei geholfen, dass Michael J. Fox seine Schauspielkarriere beendet hat

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Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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