Halloween ist kein Fest, das sich ausschließlich an Hardcore-Horror-Verrückte richtet. Selbstredend lässt es sich als Ausrede nutzen, um „Hostel“, „Martyrs“ und Konsorten zu schauen. Doch Horror-Ängstlinge und jüngere Semester dürfen auch bedient werden – immerhin gibt es genug Filme, die in herbstliche Farben gehüllt sind und von Gruselwesen erzählen, ohne dabei auf Schrecken und Terror zu setzen.
Wenig überraschend hat der Disney-Konzern allerhand familienfreundliche Halloweenproduktionen in seinem Fundus, wie den superkultigen Hexenspaß „Hocus Pocus“ oder die insbesondere Millennials verzaubernde „Halloweentown“-Reihe. Die feierte von 1998 bis 2006 ihre TV-Premiere und wurde im Laufe dessen in vielen Haushalten zum herbstlichen Pflichttermin.
Heute, am 20. Oktober 2026, zeigt der Disney Channel ab 22 Uhr „Halloweentown 2“. Und wenn ihr euch zeitlich flexibel in den humorvollen Familiengrusel stürzen möchtet: „Halloweentown 2“ ist auf Disney+ abrufbar:
Und damit nicht genug: Auf Disney+ stehen außerdem „Halloweentown“*, und die Fortsetzungen „Halloweentown High School“* sowie „Halloweentown 4 – Das Hexencollege“* zur Verfügung.
Darum geht es in "Halloweentown 2"
Zwei Jahre, nachdem Marnie Piper (Kimberly J. Brown) erfahren hat, dass sie eine Hexe ist und es einen magischen Ort namens Halloweentown gibt, in dem Fabelwesen und sonstige kuriose Gestalten friedlich zusammenleben: Während einer Halloween-Feier bei ihrer Großmutter Aggie (Debbie Reynolds) lernt die Junghexe den mysteriösen Kal (Daniel Kountz) kennen, den sie prompt zu umgarnen versucht.
Doch dann fallen Aggie Warnsignale auf, dass sich boshafte Magie in der Nähe befindet. Sie und Marnie befürchten, dass Halloweentown in Nöten ist. Dort müssen sie erkennen, dass ihre Befürchtungen berechtigt waren: Halloweentown wurde mit einem grausigen Bann belegt, der es in einen grauen Schleier hüllt und die Bevölkerung in dröge Menschen verwandelt. Nun liegt es an ihnen, den Ursprung und rechtzeitig einen Gegenzauber zu finden.
Vom "Friedhof der Kuscheltiere" nach Halloweentown
Bei dieser Disney-Channel-Eigenproduktion holte man sich ein Regietalent ans Set, das waschechte Horrorerfahrung aufzuweisen hat: „Halloweentown 2“ wurde von Mary Lambert inszeniert, einer Musikvideo-Veteranin, die zahlreiche ikonische Madonna-Clips drehte, bevor sie sich mit der Stephen-King-Adaption „Friedhof der Kuscheltiere“ einen Namen im Horrorkino gemacht hat.
Lambert verantwortete auch das „Friedhof der Kuscheltiere“-Sequel, das Anfang der 1990er zwar von der Kritik gescholten wurde, sich seither aber eine kleine, eingefleischte Fangemeinde aufgebaut hat. Die feiert die Fortsetzung dafür, dass sich Lambert im Schnitt, bei den garstigen Spezialeffekten, im Einsatz von Musik und bei der boshaften Tonalität völlig ausgetobt hat.
Die volle Lambert-Breitseite hat „Halloweentown 2“ hingegen, wenig überraschend, nicht zu bieten. Allerdings ist dem Film insofern die Genreerfahrung seiner Regisseurin anzumerken, als dass dies der Teil der Reihe ist, in dem am wenigsten herumgealbert wird. Stattdessen erzeugt Lambert in den Passagen, die das dröge und leblose Halloweentown zeigen, eine (am Maßstab einer Familienkomödie) durchaus gespenstische Atmosphäre.
Und wenn im Finale den Sterblichen droht, sich in ihre Halloweenkostüme zu verwandeln, zeigt Lambert inszenatorische Freude am Grotesken und Monströsen. Das lenkt allerdings auch nicht davon ab, dass die Story selbst für einen kindgerechten Disney-Fernsehfilm in extrem vorhersehbaren Bahnen verläuft.
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