Jede und jeder legt das eigene Handy auf den Tisch, alle eingehenden Nachrichten müssen laut vorgelesen und sämtliche Anrufe über den Lautsprecher entgegengenommen werden: Das war das Spiel, auf das sich eine Freundesgruppe in „Das perfekte Geheimnis“ einließ. Was zunächst nach einem harmlosen Zeitvertreib klang, entwickelte sich schnell zu einem Abend voller unangenehmer Enthüllungen.
Mehr als fünf Millionen Kinobesucher*innen wollten 2019 wissen, welche Leichen die Figuren im Keller haben. Damit avancierte die Komödie zum erfolgreichsten deutschen Film des Jahres. Sieben Jahre später gibt es mit „Der perfekte Urlaub“ nun eine Fortsetzung, für die auch der altbewährte prominente Cast zurückkehrt. Unter anderem schlüpfen Karoline Herfurth und Elyas M’Barek erneut in ihre Rollen als Ehepaar Carlotta und Leo Keschwari.
FILMSTARTS-Redakteurin Chantal Neumann traf das „Fack ju Göhte“-Duo zum Interview in Berlin. Im Gespräch verrieten die beiden, welche Herausforderungen es bei den Dreharbeiten zu „Der perfekte Urlaub“ gab, was sie am liebsten vom Set mit nach Hause genommen hätten und welche Ideen sie für einen möglichen dritten Teil haben.
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FILMSTARTS: Würdet ihr mit euren Filmfiguren tatsächlich gemeinsam in den Urlaub fahren?
Karoline Herfurth: Carlotta und ich sind schon sehr unterschiedlich. Aber ich glaube, sie kann eine coole Freundin sein. Ich könnte ihr auch ganz schön was erzählen, wenn sie mal wieder in ihrem Kopf verschwindet. Ich glaube, wir würden uns ganz gut vertragen. Wir haben vielleicht nicht immer dieselbe Meinung. Aber das hält sie, glaube ich, ganz gut aus – von daher wäre das völlig okay.
Elyas M’Barek: Ich würde auch mit Leo in den Urlaub fahren, ja. Er ist sehr lustig, das wäre bestimmt witzig.
FILMSTARTS: Was ist mit den anderen aus der Gruppe? Würdet ihr mit ihnen Urlaub machen?
Elyas M’Barek: Mit Simon (Frederick Lau) auf gar keinen Fall. Viel zu krass.
Karoline Herfurth: Ich glaube, Simon und ich würden auch sehr viel aneinander geraten.
Elyas M’Barek: Pepe (Florian David Fitz) würde mir, ehrlich gesagt, glaube ich auch ein bisschen auf den Sack gehen.
Karoline Herfurth: Nee, mit Pepe würde ich sehr gerne in den Urlaub fahren!
Elyas M’Barek: Echt? Aber der ist so langweilig. Der ist immer so korrekt und hat so gar keine Kanten.
Karoline Herfurth: Ja, aber ich glaube, ich würde trotzdem sehr gut mit ihm zurechtkommen. Außerdem geht er früh ins Bett, liest seinen Sci-Fi-Roman und dann kann ich mich auch entspannen. Ich gehe auch gerne früher schlafen. Und ich spiele sehr gerne Spiele – Pepe bestimmt auch. Mit Eva (Jessica Schwarz) würde ich auch in den Urlaub fahren und mit Maus (Diana Amft) natürlich! Wobei Maus, glaube ich, sehr viel und gerne Party macht – da weiß ich nicht, ob ich da mithalten kann.
FILMSTARTS: Der Titel verspricht ja den perfekten Urlaub. Wie perfekt war denn der Dreh?
Karoline Herfurth: Der Dreh war wild! Es war total toll, in dieser Konstellation genau das Gegenteil vom ersten Teil zu erleben. Damals saßen wir quasi wie kleine Vampire zweieinhalb Monate im Dunkeln, immer an denselben Stellen. Und hier waren wir wirklich viel unterwegs und in den wildesten Situationen. Die ganzen Konflikte der Figuren wurden in den absurdesten Umgebungen aufeinander losgelassen – das war einfach sehr lustig und unterhaltsam.
Elyas M’Barek: Finde ich auch... und auch anstrengend.
Karoline Herfurth: Anstrengend auch, aber für mich auch toll: Ich wurde so ein bisschen aus meiner Komfortzone herausgeholt – alleine schon, weil ich trotz meiner Flugangst nach Mallorca fliegen musste. Seitdem habe ich keine Flugangst mehr und bin total glücklich.
FILMSTARTS: Wie viel „Urlaubsfeeling“ gab es am Set tatsächlich?
Karoline Herfurth: Natürlich ist es Arbeit. Wir sind schon den ganzen Tag am Set, und so lustig wie es am Ende aussieht: Eine Komödie zu drehen heißt nicht, immer eine Komödie zu erleben. Natürlich muss man auch einfach arbeiten.
Elyas M’Barek: Und zusammen warten, was natürlich immer schön ist, wenn man mit Kollegen wartet, mit denen man sich gut versteht.
Constantin Film / Gordon A. Timpen
FILMSTARTS: Was war die größte Herausforderung beim Dreh an den Urlaubskulissen?
Karoline Herfurth: Wenn die Urlaubskulisse nur so schön aussieht, es aber gar nicht mehr so warm ist. Wir haben bis in den Dezember rein gedreht und zum Beispiel die letzte Szene war dann tatsächlich viel kälter, als sie im Film aussieht – da hatten wir schon vier bis fünf Grad Außentemperatur. Das war ein bisschen tough.
Elyas M’Barek: Das ist viel Arbeit und ganz schön anstrengend, das alles herzustellen. Aber der Zuschauer kann sich dann einfach in den Sessel zurücklehnen, nimmt sich Popcorn und kann sich fast zwei Stunden lang richtig gut unterhalten lassen und wird es nicht bemerken. Es hat sich ausgezahlt, jeden Tag die Extra-Meile zu gehen – der Film ist echt toll geworden.
FILMSTARTS: Welcher Moment vor der Kamera hat euch am meisten Überwindung gekostet?
Elyas M’Barek: Na ja, Überwindung… Ich habe vorher noch nie einen Mann geküsst. Und es gibt da eine sehr spezielle Kussszene mit Florian David Fitz. Das war schon irgendwie was Neues. Ich hätte nie gedacht, dass Florian und ich uns mal so nahekommen. (lacht)
FILMSTARTS: Wie war denn der Dreh mit dem Luftkissen, das hinter dem Motorboot hergezogen wurde?
Elyas M’Barek: Ohne jetzt zu spoilern: Die Szene endet ja ziemlich dramatisch. Das wurde dann von professionellen Stuntleuten übernommen. Aber wir saßen schon lange auf diesen Dingern. Das war irgendwann kein Spaß mehr. Für andere Leute im Urlaub ist das eine lustige Unterhaltung, aber nach drei Stunden…
Karoline Herfurth: Ich habe zum Glück den Vorteil, dass ich gar nicht seekrank werde. Aber so ein ganzes Team auf dem Wasser zu organisieren, wenn man von Boot zu Boot umsteigt – das ist eine riesige Herausforderung. Wir waren einige Tage am Stück auf dem Boot.
Elyas M’Barek: Das waren vier oder fünf Tage. Da war ich dann auch froh, als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten.
FILMSTARTS: Welches Requisit hättet ihr am liebsten als Souvenir mit nach Hause genommen?
Karoline Herfurth: Ich wollte die Kette von Frederick Laus Figur Simon haben. Die fand ich sehr gut.
Elyas M’Barek: Ich hätte das Boot genommen, das war cool. (lacht) Das hätten sie mir geben können. Kennst du das? Was sind die zwei glücklichsten Tage im Leben eines Bootsbesitzers? Der Tag, wo er das Boot kauft, und der Tag, wo er es wieder verkauft.
Karoline Herfurth: Haha, ok, ja den kannte ich noch nicht, ich habe kein Boot. Kann ich mir aber gut vorstellen.
FILMSTARTS: Wenn ihr eurer Figur einen Ratschlag für ihren nächsten Urlaub mitgeben könntet: Welcher wäre das?
Karoline Herfurth: Entspann dich!
Elyas M’Barek: Steh doch mal zu dir, du Trottel.
FILMSTARTS: Sollte noch ein dritter Teil kommen, wie könnte der Titel lauten?
Karoline Herfurth: „Der perfekte Arbeitstag“! (lacht) Oder „Das perfekte Praktikum“.
Elyas M’Barek: „Das perfekte Altersheim“.
Karoline Herfurth: (lacht) Oder „Die perfekte Party“?
Elyas M’Barek: „Die perfekte Party“ auf jeden Fall. Machen wir „Die perfekte Party“.
Karoline Herfurth: Oder „Die perfekte Scheidung“.
Elyas M’Barek: „Die perfekte Scheidung“ finde ich gut, ja!
FILMSTARTS: Viele gute Ideen, die kann man sicher alle an Bora Dağtekin weiterleiten.
Elyas M’Barek: Der freut sich bestimmt! (lacht)
Übrigens: Dass der Trip der Truppe in „Der perfekte Urlaub“ alles andere als perfekt verläuft, dürfte wohl kaum ein Spoiler sein. Wer sich derweil auch vom heimischen Sofa aus einen Film mit jeder Menge Zündstoff und hitzigen Wortgefechten ansehen möchte, sollte einen Blick auf „Extrawurst“ werfen, der derzeit im Netflix-Abo verfügbar ist. Warum der Cast während der ersten Zeit der Dreharbeiten kein einziges privates Wort miteinander wechselte, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Jetzt sagt mal alle, wie ihr heißt": Erst nach dem 10. Drehtag hat der "Extrawurst"-Cast erstmals privat miteinander gesprochen