Yuen Woo-Ping zeichnet nicht nur für die Action in „Matrix“ und „Kill Bill“ verantwortlich, sondern arbeitete im Laufe seiner Karriere auch mit Martial-Arts-Ikonen wie Jackie Chan, Donnie Yen oder Jet Li zusammen. Letzteren setzte er als Regisseur schon vor vielen Jahren in Szene („Tai Chi Master“), als Choreograph schneiderte er ihm zudem immer wieder außergewöhnliche Kämpfe auf den Laib – etwa in „Fearless“ oder „Unleashed - Entfesselt“. Acht Jahre nach seinem letzten Solo-Film will es der mittlerweile 81-jährige Chinese nun aber noch einmal wissen – und holte dafür auch seinen langjährigen Weggefährten zurück vor die Kamera. Und das Ergebnis? Kann sich mehr als sehen lassen!
Mit Produktionskosten jenseits der 100 Millionen Dollar zählt „Blades Of The Guardians“ zu den teuersten Produktionen, die China und Hongkong je hervorbrachten. Allerdings spielte der Film nicht nur allein im Kino weit mehr als das Doppelte seiner Kosten wieder ein (obwohl er in weiten Teilen der Welt gar nicht auf die Leinwand kam), sondern machte vor allem mit positiver Mundpropaganda von sich reden. „Blades Of The Guardians“ ist eines der großen Action-Highlights des Jahres – da sind sich ausnahmsweise auch mal Kritiker*innen und das zahlende Publikum einig. Dass 94 bzw. 96 Prozent positive Stimmen bei Rotten Tomatoes nicht von ungefähr kommen, davon könnt ihr euch ab sofort auch hierzulande überzeugen.
Nachdem das Wuxia-Epos bereits Anfang September seine Deutschlandpremiere beim Fantasy Filmfest feierte, erfolgt nun die offizielle Heimkino-Auswertung: „Blades Of The Guardians“ erscheint am 30. Oktober 2026 auf DVD, Blu-ray und 4K-Blu-ray*. Darüber hinaus ist er schon jetzt digital zum Kaufen und Leihen verfügbar, etwa bei Amazon Prime Video*.
Bereits der obige Trailer macht mehr als deutlich, dass hier keine Kosten und Mühen gescheut wurden. Und wer die schiere Bildgewalt von „Blades Of The Guardians“ in seiner vollen Pracht erleben will, kommt nicht um die 4K-Scheibe herum. In Sachen Bild- und Tonqualität ist diese zweifelsfrei das Nonplusultra – und stellt nicht nur DVD und Blu-ray, sondern auch den 4K-Stream in den Schatten. Als Bonus gibt es immerhin noch ein Making-of obendrauf – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Der Autor dieses Artikels kann allen Fans von Kampfsport-Krachern sowie insbesondere von Wuxia-Filmen und Wire-Fu-Action nur eine uneingeschränkte Empfehlung abgeben. Für ihn lieferte Yuen Woo-Ping nicht weniger als den besten Actionfilm des Jahres – der sogar den gefeierten Martial-Arts-Hit „The Furious“ aussticht.
"Blades Of The Guardians": Die Martial-Arts-Antwort auf "Mad Max: Fury Road"
„Blades Of The Guardians“ basiert auf dem gleichnamigen chinesischen Comic und erzählt die Geschichte des Kopfgeldjägers Doa Ma (Jing Wu), der als zweitmeistgesuchter Mann des Landes den Auftrag bekommt, den meistgesuchten Verbrecher quer durch schier endloses Wüsten-Ödland in die Stadt Chang'an zu eskortieren. Den Anführer der Flower Rebellion.
Dabei bekommt der Einzelgänger aber unverhofft Gesellschaft von der Tochter (Chen Lijun) seines Auftraggebers (Tony Leung Ka-Fai). Außerdem spricht sich schnell herum, dass sich die Truppe auf den Weg macht, und so dauert es nicht lange, bis sie im Visier der gefürchtetsten Krieger und härtesten Verbrecher des Reiches landen. Und dann braut sich auch noch ein gewaltiger Sandsturm zusammen, der plötzlich den Himmel verdunkelt …
Nicht nur das Setting lässt „Blades Of The Guardians“ wie die Martial-Arts-Antwort auf „Mad Max: Fury Road“ wirken. Ähnlich wie auch bei George Millers oscarprämiertem Endzeit-Epos flossen auch hier Unsummen in die Produktion handgemachten Spektakels. Nicht falsch verstehen: Yuen Woo-Pings Realismus-Anspruch entspricht sowohl seiner eigenen Stilistik für überhöhte Action als auch der Comic-Herkunft des Stoffes. Er scheut CGI nicht, stellt die Effekte aus dem Computer aber (wenn möglich) in den Hintergrund. Stattdessen nutzt er sie lediglich als Erweiterung dessen, wo sein Ideenreichtum die Grenzen des praktisch Möglichen sprengen. Und das ist vor allem eines: spektakulär, unfassbar abwechslungsreich und wunderschön anzusehen!
Yuen Woo-Ping lässt Schwerter, Speere, Äxte, Pfeil und Bogen sowie improvisierte Kriegstechnik aufeinandertreffen – und zeigt dabei, dass er es auch 50 Jahre nach „Die Schlange im Schatten der Adler“ und „Sie nannten ihn Knochenbrecher“ besser als nahezu jeder andere Filmemacher versteht, die physischen Möglichkeiten des menschlichen Körpers auszureizen und Action damit auf ein neues Niveau zu heben. Ob nun bei einer der aufwändigsten Pferde-Verfolgungsjagden der jüngeren Filmgeschichte, im epischen Finalkampf oder in einem Duell inmitten eines Flammeninfernos: „Blades Of The Guardians“ bietet ein Kampfkunst-Feuerwerk der Extraklasse, in dem sich Kampf und Kunst in nichts nachstehen.
Was den Film letztlich aber vom Kung-Fu-Einheitsbrei abhebt, ist die Tatsache, dass inmitten des Bombasts nie der emotionale Kern der Geschichte vergessen wird. Der vielleicht intensivste Höhepunkt des Films ist so auch eine Szene, in der eine durch Mark und Bein gehende Tragödie Auslöser für ein von Rache getriebenes Gemetzel ist, in dem der Film haarscharf an der 18er-Freigabe vorbeischrammt. Erwähnenswert: Protagonistin jener Sequenz ist Newcomerin Lijun Chen, die ihren prominenten Co-Stars – zumindest! – auf Augenhöhe begegnet und sich als DIE Entdeckung des Films ins Gedächtnis brennt, von der man in den kommenden Jahren wohl noch viel hören dürfte.
Noch mehr Martial-Arts-Action in 4K gefällig? Hier entlang:
Ein Fest für Fans fliegender Fäuste: Einer der besten Actionfilme aller Zeiten kehrt endlich zurück ins Heimkino – uncut und in 4K!*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.