"Es wäre richtig wild geworden": Martin Scorsese (83) wollte ein Historien-Epos mit Angelina Jolie drehen – aber Seth Rogen hat alles ruiniert!
von Tobias Kirchner
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Ein fertiges Drehbuch, eine Oscar-Legende und ein Hollywood-Star in der Titelrolle: Martin Scorsese stand kurz vor einem riesigen Prestigeprojekt. Dass es nie entstand, schiebt er jetzt ausgerechnet auf Seth Rogen – mit einem Augenzwinkern.

Warner Bros.

Jeder große Regisseur hat sie: die Filme, die nie entstanden sind. Projekte, die in Schubladen verschwinden, an Budgets scheitern oder in letzter Minute von Studios eine Absage erhalten. Meist hört man davon erst Jahre später.

Bei Martin Scorsese („GoodFellas“) ist es nun so weit. In einem Gespräch mit seiner Tochter hat der Regisseur verraten, welcher Film ihm besonders fehlt und wer aus seiner Sicht dafür verantwortlich ist. Der Schuldige ist ein alter Bekannter, und die Geschichte dahinter führt von Hollywood bis nach Nordkorea.

Eine folgenschwere Satire

Regie-Legende Martin Scorsese sprach zusammen mit seiner Tochter Francesca Scorsese in der ersten Folge von Crafty, einer neuen Videoreihe des Tribeca Festivals, über ein gescheitertes Projekt. Dabei handelt es sich um einen „Cleopatra“-Film mit Angelina Jolie in der Titelrolle. Die historische Verfilmung stand in den frühen 2010er-Jahren kurz vor der Realisierung. Das Drehbuch sei fertig gewesen, man sei bereit gewesen loszulegen. Es wäre „richtig wild geworden“, so Scorsese. Doch dann kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall.

So bringt der Regisseur das Scheitern seines Historienepos in Verbindung mit einem Hackeranrgiff auf Sony Picutures, der sich 2014 ereignete. Einer der Auslöser ist mutmaßlich der Film „The Interview“, den Sony gemeinsam mit Columbia Pictures produzierte. In diesem geht es um zwei US-Journalisten, die ein Gespräch mit Kim Jong-un planen. Schließlich spannt das CIA die beiden für ein potenzielles Attentat auf den nordkoreanischen Diktator ein. Der satirische Umgang mit dem Machthaber soll laut späteren Erkenntnissen der Grund für den Hackerangriff gewesen sein. Die Cyber-Attacke wird bis heute Nordkorea zugeschrieben. Im Zuge dessen sind interne Dokumente und Dateien von Sony Pictures und verbundenen Unternehmen an die Öffentlichkeit gelangt.

Oder wie Scorsese es in dem Gespräch bei Crafty mit seiner Tochter zusammenfasste: „Weißt du noch, wir wollten ja mal ‚Cleopatra‘ machen, und dann haben sie sich über Kim Jong-un lustig gemacht, und der ist wütend geworden und hat bei Columbia alles in die Luft gesprengt“.

Mit sie bezieht sich Martin Scorsese auch auf den Hauptdarsteller und Regisseur von „The Interview: Seth Rogen. „Seth Rogen, richtig?“, sagte Scorsese. Tochter Francesca erklärte daraufhin, sie sei noch immer „so sauer“ über das Schicksal des Films, und rief ihrem Vater zu: „Seth, du hast Cleopatra ruiniert!“ Die Kritik dürfte freundschaftlich gemeint sein, denn die beiden Männer arbeiteten zuletzt zusammen: Scorsese spielt eine Rolle in der Serie „The Studio“, bei der Rogen maßgeblich beteiligt ist.

Ganz begraben ist eine neue Verfilmung von „Cleopatra“ in Hollywood nicht: In der Vergangenheit hieß es immer wieder, Denis Villeneuve plane einen eigenen „Cleopatra“-Film mit Zendaya in der Titelrolle. Wegen seiner Verpflichtungen bei „Dune: Part Three“ und dem nächsten „James Bond“-Film dauert es aber vermutlich noch etwas, bis dieses Projekt wirklich realisiert werden kann. Scorseses Version bleibt dagegen eine Fußnote der Filmgeschichte, über die der Regisseur mittlerweile schmunzeln kann.

Chase Sui Wonders gehört zu den aufregendsten Darstellerinnen in Seth Rogens Erfolgsserie The Studio. Jetzt ist bekannt, in welchem Projekt, wir Wonders als nächstes sehen dürfen. Worum es sich handelt, erfahrt ihr hier:

Sie spielte in der vielleicht besten Serie der letzten Jahre mit – in einer Mischung aus "E.T." und "Ted" kriegt sie es jetzt mit einem Goblin (!) zu tun

Tobias Kirchner
Tobias Kirchner
-Freier Autor
Tobias liebt das Kino, weil es ihn für ein paar Stunden in andere Welten entführt.
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