Als 1985 „American Fighter“ von Regisseur Sam Firstenberg („Operation Delta Force“) herauskam, wurde er von den hiesigen Prüfstellen aufgrund exzessiver Gewaltdarstellungen auf die Liste der jugendgefährdenden Medien gesetzt. Das bedeutete, dass VHS-Kassetten und spätere DVDs, Blu-rays etc. nicht öffentlich beworben oder ausgelegt und auch nicht an Personen unter 18 Jahren verkauft werden durften. Im frei zugänglichen Fernsehen durfte der Streifen nicht ungeschnitten ausgestrahlt werden – nicht einmal mitten in der Nacht.
Nach 25 Jahren auf dem sogenannten „Index“ wurde der Titel von der FSK erneut geprüft und erhielt dieses Mal eine „Ab 16“-Freigabe. Deshalb darf er am späten Abend mittlerweile uncut im Free-TV laufen: Tele 5 zeigt „American Fighter“ am heutigen 8. November 2026 um 22.05 Uhr. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 10. auf den 11. November um 3.00 Uhr. Alle, denen diese Termine nicht passen, können den Kracher alternativ im Flatrate-Programm von Amazon Prime Video streamen oder ihn für ein paar Euro im Sky Store als Video-on-Demand kaufen beziehungsweise ausleihen*.
Ein Superheld ohne Superkräfte
B-Action-Spezialist Sam Firstenberg und seine Geldgeber des Prügel- und Baller-Action-Studios Cannon Group („Bloodsport“) wollten für „American Fighter“ eigentlich mal wieder ihren bewährten Star Chuck Norris verpflichten. Dem passte das nach einer Idee von Studioboss Menahem Golan von gleich vier Autoren verfasste Skript allerdings nicht und er lehnte ab. Daraufhin begann man, das Drehbuch nach Norris’ Wünschen nahezu komplett umzuschreiben, woraus letztlich „Invasion U.S.A.“ entstand.
„American Fighter“ wurde in seiner Urfassung dann aber trotzdem noch gedreht – allerdings mit dem bis dahin nahezu unbekannten Ex-Fotomodell Michael Dudikoff in der Titelrolle. Bei einem Produktionsbudget von unter einer Million Dollar konnte das Projekt allein in den USA mehr als das Zehnfache in den Kinos einspielen. Dazu kamen die Einnahmen aus dem Ausland und noch einmal deutlich mehr bei der Veröffentlichung auf Video. Dudikoff avancierte dank seines Auftritts zum Genre-Star und machte noch einen Haufen weiterer Werke in diese Richtung – unter anderem „Night Hunter“, „Platoon Leader“ und „Street Hunter“.
Das Ganze ist ein typischer Reißer aus den 1980ern. Die Story ist unausgegoren bis hirnlos löchrig, die Charaktere sind unterentwickelt und die Spezialeffekte sehen meist furchtbar billig aus. Genau diese, äh, „Qualitäten“ dürften aber stark dazu beitragen, dass der Film bis heute so populär ist. Denn es macht einfach Laune, dem Titelhelden dabei zuzusehen, wie er sich vor Kugeln wegduckt und einen Bösewicht nach dem anderen vermöbelt oder sie kurzerhand mit seiner Wumme niedermäht – ein Superheld ohne Superkräfte.
Dazu sind die Dialoge superplatt und werden von den teilweise extrem hölzern agierenden Akteuren nie wirklich gelebt, sondern wirken wie aufgesagt oder manchmal sogar wie abgelesen. Zudem tendieren viele von ihnen zum übertriebenen Grimassieren. Auch der Schnitt könnte deutlich besser sein. In diversen Kampfszenen verharren wir einfach viel zu lange bei einer Einstellung, sodass die Fights wenig Dynamik zeigen und/oder schlampig eingeübt aussehen.
„American Fighter“ (Originaltitel: „American Ninja“) ist also alles andere als ein guter Film. Aber er wurde von sämtlichen Beteiligten zumindest mit spürbarem Enthusiasmus gemacht. Wer auf die 1980er steht und das im Hinterkopf hat, darf deshalb gern mal reinschauen. Und falls ihr im Anschluss Lust auf mehr verspüren solltet, sei euch dies gesagt: Es gibt insgesamt vier Sequels – wobei Michael Dudikoff nur noch bei „American Fighter II - Der Auftrag“ mitmischte. Der Film läuft in einer Woche, am 15. November 2026, um 22.00 Uhr auf Tele 5. Oder ihr schaut ihn gleich bei Prime Video:
Das ist die Story von "American Fighter"
Nachdem er eine Dummheit begangen hat, stellt ein Richter den jungen Martial-Arts-Experten Joe Armstrong (Michael Dudikoff) vor die Wahl: Entweder wandert er ins Gefängnis oder er geht zum Militär. Joe entscheidet sich für die Uniform der US-Armee und landet so auf einem philippinischen Stützpunkt. Bereits bei seinem ersten Auftrag geht alles schief: Lokale Rebellen attackieren den Konvoi und kidnappen zudem auch noch Patricia (Judie Aronson), die Tochter seines Vorgesetzten Colonel Hickcock (Guich Koock).
Joe schafft es zwar, die junge Frau aus den Fängen der Bösewichte zu befreien, dabei sterben aber all seine Kameraden. Zurück auf der Basis wird ihm die Schuld am Scheitern der Mission in die Schuhe geschoben. Rebellenführer Ortega (Don Stewart) ist natürlich ebenfalls nicht gut auf Joe zu sprechen. Er hetzt ihm eine Ninja-Armee auf den Hals, die bei der Gelegenheit auch gleich Patricia zurückholen soll. Was Joe nicht ahnt: Ortega hat einen hochrangigen Verbündeten in den Reihen der Amerikaner …
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Auf dieses gewaltige 4,5-Stunden-Meisterwerk mussten wir über 20 (!) Jahre warten – diese Woche kommt das Action-Epos endlich ins Heimkino*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.