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    Johnny Depp: "Amerikaner sind zu dumm für 'The Rum Diary'"
    Von Jan Görner — 13.11.2011 um 11:46

    Wenig Schmeichelhaftes hat Schauspiel-Star Johnny Depp über seine Landsleute zu sagen. Der Grund, warum sein neuer Film "The Rum Diary" an den Kinokassen kein Erfolg beschieden ist, läge darin begründet, dass die Amerikaner schlicht zu dumm für ihn seien.

    Zwei Wochen ist es her, da "The Rum Diary" in den USA anlief. Seitdem konnte der Streifen von Regisseur und Drehbuch-Autor Bruce Robinson ("Jennifer 8") weltweit lediglich 16 Millionen US-Dollar einspielen, den Löwenanteil davon auf dem heimischen Markt. Zu wenig bei Produktionskosten von immerhin 45 Millionen. Für Star Johnny Depp ("Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten") steht allerdings fest, dass er diesen Flop den Amerikanern zu verdanken hat, welche einfach zu ungebildet seien, um einen intelligenten Film wie den seinen genießen zu können. "Ich glaube, dass dies ein intelligenter Film ist, unabhängig davon was er diese Woche in, keine Ahnung, Wichita, Kansas, einspielt. Das werden wohl so um die 13 Dollar sein. Es ist ein intelligenter Film und oftmals will das außerhalb der Großstädte niemand in den Staaten.", so Depp in einem Interview. Damit schlägt er ein neues Kapitel im angespannten Verhältnis mit seiner Heimat auf. Depp, der in Frankreich lebt, wird in den USA oft vorgeworfen absichtlich als exzentrisch und "europäisch" anzuecken. Nun ist die Industriestadt Wichita mit 382.000 Einwohnern auch nicht gerade klein, vor allem aber lassen ihre Einwohner so etwas nicht einfach auf sich sitzen. In einer Erwiderung ließ man Folgendes über Depp verlautbaren: "Die Leute haben diese Vorurteile über Städte wie Wichita und andere Gemeinden im Mittleren Westen. Weil sein Film bei den Kritikern als Stinker gilt und das Publikum ihm nicht zuspricht, versucht er offensichtlich die Schuld dafür bei jemandem unterzubringen und bezeichnet die Zuschauer hier als dumm." "The Rum Diary" handelt von dem Journalisten Paul Kemp (Depp), der in den bleiernen Jahren der Eisenhower-Ära die Schnauze von New York voll hat und ins karibische US-Außengebiet Puerto Rico auswandert, um für eine örtliche Zeitung zu arbeiten. Schnell entwickelt er dort eine Vorliebe für Rum und die schöne Chenault (Amber Heard), die allerdings mit dem einflussreichen Unternehmer Sanderson (Aaron Eckhart) liiert ist. Die gleichnamige literarische Vorlage zu "The Rum Diary" stammt von Hunter S. Thompson, dem 2005 verstorbenen Erfinder des Gonzo-Journalismus, mit dem Depp auch privat eng befreundet war. Paul Kemp gilt ebenso wie Raoul Duke aus "Fear and Loathing in Las Vegas", in dem Depp 1998 ebenfalls die Hauptrolle spielte, als Alter Ego Thompsons. Tatsächlich waren Kritiker nicht unbedingt begeistert von "The Rum Diary", auf der Internet-Plattform RottenTomatoes verfügt der Film aktuell nur über eine Wertung von 51%, was heißt, dass nur knapp über die Hälfte der eingetragenen Kritiker den Film mochten. Zum Vergleich jedoch verfügt „Fear and Loathing in Las Vegas“ nur über eine Rate von 48%. Sich als deutscher Zuschauer selbst von der Qualität des Films ein Bild zu machen, könnte allerdings schwierig werden. Ein Kinostart in Deutschland ist mit einem solchen Einspielergebnis eher unwahrscheinlich, da "The Rum Diary" auch in Frankreich, Belgien oder Schweden nicht überzeugen konnte.

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