Spoiler: Produktionsnotizen zu "The Dark Knight Rises" enthüllen neue Details

Ein neuer Tag, ein neuer Spoiler: Von offizieller Quelle wurde ein 50 Seiten umfassendes Dokument mit Notizen zur Produktion von Christopher Nolans lang erwartetem Trilogie-Finale "The Dark Knight Rises" veröffentlicht. Von Einzelheiten zum Verbleib verschiedener Figuren über technisch komplizierte Stunt-Szenen wird einiges enthüllt. Weiterlesen auf eigene Gefahr!

In knapp drei Wochen schwingt sich Batman erneut über die Dächer von Gotham City und Hauptdarsteller Christian Bale ("The Fighter") schlüpft das vermutlich letzte Mal in die Rolle des dunklen Ritters. Nun wurde ein 50 Seiten umfassendes Dokument mit Produktionsnotizen veröffentlicht (u.a. Statements der Beteiligten), die ein wenig Licht auf die kommenden Ereignisse in "The Dark Knight Rises" werfen.

Das die Handlung acht Jahre nach den verheerenden Ereignissen in "The Dark Knight" einsetzen wird, ist bekannt. Die Verbrechensrate ist dank dem Dent-Act auf einem Niedrigniveau, Batman wird nicht mehr benötigt und scheint den Kampf gewonnen zu haben. Er ist jedoch vom Erlebten traumatisiert und ist unschlüssig, wie er sich nach seiner Vergangenheit weitermachen soll. Die Konsequenzen der Figuren aus dem Vorgänger sind noch immer präsent und beeinflussen vor allem Bruce Wayne, der seinen Lebenszweck verloren glaubt. Darin liegt auch der Grund für den Zeitsprung, denn der Batman-Mythos sollte verblassen und Wayne durch Jahre der Trauer in gewisser Weise beide Identitäten, die er besaß, verlieren.

Erst als eine dreiste und äußerst talentierte Diebin die Feierlichkeiten zum Harvey-Dent-Day in Wayne Manor unsicher macht, wird Bruce daran erinnert, dass er den Spaß und zwischenmenschlichen Kontakt in seinem Leben vermisst. Selina Kyle (Anne Hathaway, "Alice im Wunderland") ist, dank ihrer moralischen Ambiguität endlich jemand, mit dem sich der dunkle Ritter identifizieren kann. Laut Drehbuchautor Jonathan Nolan ist sie in eigenartiger Weise das Yin zu Batmans Yang, die Dynamik zwischen den beiden sei erfrischend. Gleiches gilt für die Art, mit der sie sich auf spielerische Weise über ihn lustig macht, denn die nehme der Figur Batman etwas von ihrer Düsternis. Hathaway, die als einziges der prominenten Cast-Mitglieder zum ersten Mal mit Christopher Nolan gearbeitet hat, beschreibt Selina Kyle als äußerst zurückgezogen und geheimnisvoll, sie tue Dinge, die andere für moralisch fragwürdig befinden würden, da sie ihrem eigenen ethischen Kompass folgt. Sie tue was nötig ist, um zu überleben und werde schon durch ihre Vergangenheit davon abgehalten, sich zu bessern. Selina könnte die Möglichkeit gefallen, nicht nach den Entscheidungen leben zu müssen, die sie bis zu diesem Punkt getroffen hat.

Was den gefürchteten Bane (Tom Hardy, "Inception") angeht, sagt Nolan, dass Scarecrow in "Batman Begins" ein Verrückter und der Joker im zweiten Teil ein Anarchist war. Bane jedoch ist ein hochintelligenter Terrorist, eine brachiale Gewalt mit fanatischer Hingabe zu dem, was er als seiner Pflicht erachtet. Diese Kombination macht ihn zu einer unaufhaltsamen Kraft und es erscheint höchst unwahrscheinlich, dass Batman diesem Gegner gewachsen ist. Der Kampfgeist und die Ideologie treiben Bane an, während Batman sich nach achtjähriger Pause in einem geschwächten Zustand zum Kampf stellen muss. Darsteller Tom Hardy ergänzt, Bane sei gekommen, um einen Job zu erledigen und zeige dabei keinen Funken Reue über Tote und Verderben, die er verursacht. In seiner Figur liegt keine Ambiguität, er ist einfach ein klarer Bösewicht. Der Schauspieler habe sich bemüht, den Widerspruch zwischen der animalischen Kraft Banes und seiner schwülstigen Art, zu sprechen zu unterstreichen.

Commissioner Gordon (Gary Oldman, "Dame, König, As, Spion") hat wiederum mit eigenen Problemen zu kämpfen. Die Lüge, die er vor Jahren der Bevölkerung von Gotham City auftischen musste, mag für Ruhe gesorgt haben, doch Gordon weiß, dass der Frieden trügerisch ist. Zudem quält er sich, eine Unwahrheit aufrecht erhalten zu müssen, was völlig gegen seine Prinzipien geht. Über die Jahre musste er sich hauptsächlich mit Akten beschäftigen, was seinem Kampfgeist nun, da er wieder an vorderster Front kämpfen muss, einen Dämpfer verpasst hat. Die neu eingeführten Verbündeten für Bruce Wayne sind Miranda Tate (Marion Cotillard, "Midnight in Paris"), eine wohlhabende Philantropin im Aufsichtsrat von Wayne Enterprises, die während der drohenden feindlichen Übernahme des Konzerns zur engen Vertrauten wird, und John Blake (Jospeh Gordon-Levitt, "50/50"), ein engagierter und loyaler junger Polizist, der dank seiner exzellenten Auffassungsgabe Commissioner Gordons Protegé wird. Blake repräsentiere den Individualismus, der in Batman und Gordon zu verschwinden drohe.

Jonathan Nolan betont, dass eine seiner größten Freuden war, erneut für Gary Oldman, Michael Caine (Alfred Pennyworth) und Morgan Freeman (Lucius Fox) schreiben zu dürfen, da alle drei auf unterschiedliche Arten zu Vater-Figuren für Batman werden und ihm auf ihre Weise zeigen, wie er ein besserer Mann wird. Auch über die Schwierigkeiten der Inszeniserung von technisch herausfordernden Szenen, wie der in diversen Trailern gezeigten Flugzeug-Übernahme, sowie über die Möglichkeiten der IMAX-Kameras verlieren der Regisseur und seine Crew einige Kommentare. Des Weiteren äußern sich auch die Darsteller ausführlich zu ihren Rollen und beschreiben lobend die Arbeit mit Nolan. Wem also weitere Spoiler nichts ausmachen, kann sich die äußerst informativen und umfassenden Produktionsnotizen selbst zu Gemüte führen. "The Dark Knight Rises" kommt am 26. Juli 2012 in die deutschen Kinos.

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