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    "Venom": Sony macht "Spider-Man"-Spin-off nun doch, aber nicht mehr als Spin-off
    Von Björn Becher — 05.03.2016 um 09:55

    Lange ist es her, aber Sony hatte mal ganz große Pläne für sein „The Amazing Spider-Man“-Franchise – mit vielen Sequels und Spin-offs. Doch die wanderten alle in den Papierkorb. Eines wurde aber nun da wieder rausgefischt.

    Marvel
    Nach „The Amazing Spider-Man 2: Rise Of Electro“ verwarf Sony die Pläne für ein eigenes großes Franchise, das noch viele weitere Filme mit Andrew Garfield als Wandkrabbler, aber vor allem auch einige Spin-offs umfassen sollte: Die am Ende des Films bereits geteaserten „Sinister Six“ sollten ein eigenes Abenteuer bekommen und zudem wollte man einen eigenen „Venom“-Film machen – sehr zur Freude vieler Fans, die mit der Interpretation der Figur in „Spider-Man 3“ nicht so viel anfangen konnten. Die können sich nun wieder freuen: Sony will nun doch einen „Venom“-Film machen. Allerdings gibt es einen Haken…

    In Sachen „Spider-Man“ kam Sony ja mittlerweile zu einer Übereinkunft mit Marvel und Disney. Der neue, von Tom Holland verkörperte Jung-Superheld feiert seinen ersten Auftritt in Disneys „Captain America 3“, bevor Sony Solo-„Spider-Man“-Abenteuer produzierte, die zum „Avengers“-Universum gehören. Der neue „Venom“-Film, der nach einem Bericht der Brancheninsider vom Hollywood Reporter nun entwickelt wird, gehört nicht zu diesem Universum. Es wird also keine (!) Verbindung zwischen dem neuen Venom und dem neuen Spider-Man oder den Avengers geben.

    Trotzdem hat Sony angeblich große Pläne. Auch „Venom“ soll mal wieder ein großes Franchise werden. Dafür zuständig sind die Produzenten Avi Arad und Matt Tolmach, die sich bei Sony allgemein um die Marvel-Adaptionen kümmern, und das neue Franchise überwachen sollen. Einen Autor für den Auftakt hat man auch schon gefunden. Schreiber-Shootingstar Dante Harper soll übernehmen. Harper, der jahrelang diverse Hollywood-Jobs innehatte, hat zwar aufgrund der teilweise komplizierten Regelungen der Autorengewerkschaft noch keine einzige Abspannnennung als Autor in Kinofilmen, aber bereits an den Skripten von mehreren Werken wie „Edge Of Tomorrow“ oder „World War Z“ mitgearbeitet. Das Skript zu „Edge Of Tomorrow“ schrieb er zum Beispiel ursprünglich im Auftrag einer kleinen Produktionsfirma und schaffte damit in Hollywood seinen Durchbruch. Warner kaufte es für satte drei Millionen Dollar ein. Harper war damit aber raus und wird im Abspann nicht mehr genannt, sondern nur noch die Autoren, die Überarbeitungen an seiner Ursprungsversion vornahmen. Daneben schrieb Harper u. a. für Ridley Scott und David Fincher bereits Drehbücher für Projekte, die diese aber bislang nicht in Angriff nehmen konnten. Sony scheint von all diesen Skripten so überzeugt zu sein, dass man ihm zutraut, das neue Franchise in Gang zu bringen.

    Dabei wird Dante Harper wohl komplett von vorne anfangen und nicht auf die bisherigen Drehbücher, die es unter anderem von den „Deadpool“-Autoren Paul Wernick und Rhett Reese oder von Ed Solomon („Men In Black“) und dem lange Zeit auch als Regisseur vorgesehenen Alex Kurtzman („Transformers“) stammen, zurückgreifen. Schließlich sind die vorherigen Skripte allesamt „Spider-Man“-Spin-offs. Die neue Version muss davon aber separat sein und gleichzeitig ein neue Filmreihe in Gang bringen.

    In den Comics ist Venom übrigens ein Alien-Symbiont, der sich mit einem menschlichen Körper verbinden muss, um zu Überleben. Im Gegenzug verleiht das Alien seinem „Opfer“ übernatürliche Kräfte. In den Comics gab es diverse Inkarnationen der Figur und es ist nicht klar, mit welcher Version man arbeiten wird. Am bekanntesten ist zwar die Verbindung mit dem Peter Parker hassenden Reporter Eddie Brock (siehe „Spider-Man 3“), in den aktuelleren Comics ist der Alien-Symbiont aber mit Flash Thompson verbunden, der seine Kräfte als Geheimagent nutzt und Seite an Seite mit den „Avengers“ kämpft. Es erscheint uns am Wahrscheinlichsten (auch hinsichtlich eines frischen Starts), dass Sony diese Version nutzt (und nur den „Avengers“-Teil weglässt).




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