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    Rechtslage weiter unklar: Deshalb gibt es vorerst keinen neuen "Freitag der 13."-Film
    Von Andreas Staben — 28.03.2018 um 18:00

    Das Reboot „Freitag der 13.“ war 2009 ein solider Horror-Hit. Weitere Filme mit dem legendären Serienkiller Jason Voorhees schienen nur eine Frage der Zeit zu sein, doch seither warten Fans vergeblich. Das hat vor allem rechtliche Gründe.

    New Line Cinema

    Jason Voorhees, der Mörder mit der Eishockeymaske und der Machete, ist einer der langlebigsten Killer in der Kinogeschichte und das um ihn herum aufgebaute „Freitag der 13.“-Franchise umfasst immerhin zwölf Filme und eine Fernsehserie sowieso diverse Romane, Comics und Computerspiele. Ein schier unerschöpflicher Quell für weitere Produkte und weitere Einnahmen – könnte man meinen. Aber seitdem die Filmreihe mit dem bisher letzten Teil „Freitag der 13.“ 2009 neu gestartet wurde, bleiben Fortsetzungen aus. Und das liegt nicht etwa daran, dass Marcus Nispels Reboot kein Erfolg gewesen wäre (91 Millionen Dollar Einspiel bei 19 Millionen Budget) oder dass die Macher keine Lust mehr gehabt hätten. Im Gegenteil, wie Produzent Brad Fuller in Interviews mit Rooster Teeth und JoBlo betont.

    Nach diversen Rückschlägen hatte es Anfang 2017 so ausgesehen, als würde es ein Prequel zum Reboot geben, jedenfalls lag ein fertiges Drehbuch von „Prisoners“-Autor Aaron Guzikowski vor und die Crew um Regisseur Breck Eisner („The Crazies“) habe sich bereits vor Ort in Atlanta befunden, als die Verantwortlichen bei Paramount den Stecker gezogen hätten. Dafür habe es laut Fuller, der als Produzent an dem abgebrochenen Projekt beteiligt war, nie eine wirkliche Erklärung der Führungsetage des Studios gegeben. Der Flop, den Paramount damals mit „Rings“, einem weiteren Horror-Reboot, erlitten hat, sei aber sicher nicht hilfreich gewesen.

    Die blutrünstigsten Serienkiller der Filmgeschichte

    Die damaligen Entscheider bei Paramount hätten sich für Horror nur unter rein finanziellen Gesichtspunkten interessiert, ergänzte Fuller und sie hätten ihm damit eine Enttäuschung bereitet, die bis heute anhält. Insofern klingt es zunächst einmal wie eine gute Nachricht, dass die Rechte an „Freitag der 13.“ 2018 von Paramount wieder an die genreaffine Warner-Tochter New Line Cinema zurückgefallen sind, allerdings ist auch von dort keine rasche Wiederbelebung des profitablen Voorhees-Franchise zu erwarten. Und das wiederum hängt mit einem noch ungeklärten Rechtsstreit zusammen.

    Victor Miller, der Drehbuchautor des allerersten „Freitag der 13.“-Films von 1980, beruft sich auf eine Klausel des US-Urheberrechtsgesetzes, nach der Autoren das Recht haben, bei der Vergabe und Beendigung von Lizenzen mitzureden, die mit den von ihnen geschaffenen Geschichten und Figuren zu tun haben. Dem halten die Produzenten des damaligen Films entgegen, dass Miller das Drehbuch als Angestellter ihrer Firma geschrieben habe und dann griffe die von ihm in Anspruch genommene Bestimmung nicht. Wenn der Kläger allerdings Recht bekommt, könnte er eventuell in Arbeit befindliche Werke unter Umständen stoppen – und dieses Risiko will natürlich kein Studio eingehen.

    Die Zukunft von „Freitag der 13.“ ist noch völlig offen

    Der Ausgang der juristischen Auseinandersetzung ist kaum absehbar und Brad Fuller ist entsprechend skeptisch, was die Zukunft der Filmreihe angeht, aber wenn New Line oder ein anderes Studio den nicht realisierten Film eines Tages mit ihm und seinem Team machen wolle, dann würde er „alles stehen und liegen lassen“. In der Zwischenzeit kann sich Fuller mit Paramount über die guten Kritiken und den zu erwartenden Erfolg eines anderen Horrorfilms freuen, den er mitproduziert hat: John Krasinskis „A Quiet Place“ kommt am 12. April 2018 in die deutschen Kinos.

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